Bundesregierung sollte Steuern vor allem auf pflanzliche Lebensmittel senken – Etwaige Subventionierung des Fleischabsatzes wäre klimaschädlich und gesundheitspolitisch falsch
WWF an Umweltministerium: Deregulierungspaket ist Anschlag auf Naturschutz
Wien, 20. Oktober 2016 – Mit deutlichen Worten kritisiert die Umweltorganisation WWF die Vorgangsweise des Umweltministeriums rund um das Verwaltungsreformgesetz. Für die Begutachtung von 25 Gesetzesänderungen, viele davon absolut relevant für den Umwelt- und Naturschutz in Österreich, stehen gerade einmal fünf Arbeitstage zur Verfügung. „Seit Jahren schafft es die Regierung etwa nicht, eine dringend notwendige Novelle im Ökostromgesetz zustande zubringen – und dieses Paket muss ganz offensichtlich unbedingt in kürzester Zeit durchgeboxt werden? Das ist inakzeptabel“, so Jurrien Westerhof, politischer Leiter beim WWF Österreich.
Zwar wurde mit dem Forstgesetz in letzter Sekunde ein hochproblematischer Vorschlag aus dem Paket rausgenommen, die geplanten Änderungen im UVP-Gesetz und Wasserrechtsgesetz bedeuten aber massive Verschlechterungen im Umweltrecht und für den Naturschutz: „Bereiche, bei denen Österreich von der EU ohnehin kritisch beobachtet wird. Die Vorschläge sind für den WWF deswegen in jetziger Form nicht akzeptabel“, so Westerhof.
Der WWF verlangt daher, dass die Änderungsvorschläge sowohl für das UVP-Gesetz als auch für das Wasserrechtsgesetz aus dem Vorschlag rausgenommen werden. Für die anderen Vorschläge muss die Begutachtungsfrist den sonst üblichen Zeitspannen entsprechen. „Mit dem jetzt vorliegenden Paket schaut es stark danach aus, dass noch schnell ein Wunschpaket der Wirtschaft erfüllt wird“, so Westerhof und dazu ergänzend: „Und damit es nach Bürokratie-Abbau aussieht, hat man eben eine Einsparung von bescheidenen fünf Millionen Euro hineingeschrieben. Wenn die Regierung wirklich sparen will, soll sie sich die Liste der umweltschädlichen Subventionen anschauen, denn da wären 4,7 Milliarden Euro zu holen. Das vorliegende Paket kann dafür zu einem großen Teil ‚gekübelt‘ werden.“
Rückfragen & Kontakt:
Mag. Gerhard Auer, Kommunikationsleiter WWF Österreich, Tel.: 0043 (1) 488 17 231, Email: gerhard.auer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Neue UBA-Prognose: WWF fordert Sofortprogramm zum Erreichen der Klimaziele
Österreich droht Klimaziele zu verfehlen, Strafzahlungen in Milliardenhöhe möglich – WWF fordert Abbau umweltschädlicher Subventionen sowie Natur- und Bodenschutz-Offensive
Winterzeit ist Ruhezeit: WWF gibt Tipps zum Schutz von Wildtieren
Störungen in der kalten Jahreszeit gefährden heimische Arten – WWF ruft zu rücksichtsvollem Verhalten in der Natur auf
Kaunertal-Kraftwerk: Tiwag verweigert Auskünfte zu möglichen Sicherheitsrisiken
WWF-Informationsfreiheits-Anfrage nur lückenhaft bis gar nicht beantwortet: Landesenergiekonzern will Gefahrenberichte, Flutwellen-Szenarien und Hangrutsch-Monitoring im Kaunertal geheim halten
Jahreswechsel 2026: WWF richtet Naturschutz-Appell an Landeshauptmann Mattle
26 gute Vorsätze für die Landesregierung veröffentlicht: Krisensicherheit mit natürlichen Schutzmaßnahmen erhöhen, Bodenversiegelung eindämmen, Energiewende ohne Kaunertal-Ausbau umsetzen
Artenschutz-Bilanz: WWF kürt die Gewinner und Verlierer des Tierreichs 2025
Naturzerstörung, Wilderei und Klimakrise gefährden zahllose Tierarten – WWF zieht gemischte Bilanz und fordert Naturschutz-Offensive – Lichtblicke dank erfolgreicher Artenschutz-Projekte
Illegaler Wolfs-Abschuss: WWF fordert Aktionsplan gegen Wildtierkriminalität
Im Mühlviertel getöteter Wolf war nicht zum Abschuss freigegeben – Bereits 26. Wolf heuer in Österreich ums Leben gekommen
WWF: Geplante Jagd-Verordnung in Niederösterreich ist rechtswidrig
Novelle würde rechtswidrige Wolfs-Tötungen ermöglichen – WWF fordert Überarbeitung und „zielführendes Wolfs-Management“
Kaunertal-Ausbau: WWF-Analyse enthüllt Gutachter-Kritik an Tiwag-Plänen
WWF erkämpft Akteneinsicht in Landes-Gutachten und belegt unvollständige Tiwag-Unterlagen – Sachverständige sehen offene Gefahren – WWF fordert Stopp des UVP-Verfahrens













