Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.
WWF: Bundesregierung muss Klimastrategie deutlich nachbessern
Wien, am 03.04.2018 – Der WWF Österreich fordert eine deutliche Nachbesserung des heute präsentierten Entwurfs der integrierten Klima- und Energiestrategie. „Hübsch verpackt, wenig konkreter Inhalt, viel heiße Luft. In dieser Form ist die neue Strategie eine PR-Broschüre, die Österreich beim Klimaschutz weiter zurückfallen lässt“, sagt WWF-Klimasprecher Karl Schellmann in einer ersten Reaktion. „Die Bundesregierung muss deutlich weitsichtiger und wirksamer vorgehen, um das Pariser Klimaabkommen erfüllen zu können. Dafür braucht es neben ambitionierten Zielen und Sofort-Maßnahmen auch frische finanzielle Mittel. Ansonsten ist diese Strategie zum Scheitern verurteilt und fällt der Klimaschutz in Österreich endgültig ins Koma“, verweist Schellmann auf das langfristig sinkende Umweltbudget.
Positiv am Entwurf ist das Bekenntnis zum „umwelt- und naturverträglichen“ Ausbau der Energiewende. „Damit greift die Regierung eine WWF-Forderung auf, die aber noch mit Leben erfüllt werden muss. Denn ein echter Naturschutz-Check erfordert auch klare Leitlinien in den Energiegesetzen“, sagt Schellmann. Auch das in der Strategie verankerte Aus für Ölheizungen gehe zwar in die richtige Richtung, müsste aber schneller und umfassender kommen, um die Abhängigkeit von Erdöl-Importen spürbar zu senken. Hier verursacht die Verzögerungspolitik der Regierung viel unnötiges CO2. Hervorzuheben ist auch das Ziel von 100 Prozent Erneuerbaren im Strombereich. „Das ist wichtig, greift aber zu kurz. Denn die echte Wende beginnt beim Verbrauch. Dort liegen die volkswirtschaftlich günstigsten Potenziale zur CO2-Vermeidung“, fordert Schellmann ein konkretes Energiespar-Programm.
Besonders negativ fällt im Entwurf auf, dass die Bundesregierung offensichtlich keine öko-soziale Steuerreform angehen will und beim Streichen umweltschädlicher Subventionen nur auf Zeit spielt. „An den großen Hebeln wird nicht gedreht. Im Regierungsprogramm ist ein ‚Eliminieren‘ kontraproduktiver Subventionen festgeschrieben, aber via Strategie wird nur eine neue Arbeitsgruppe zur Analyse bis Juni 2019 eingerichtet. Dabei hat das WIFO schon vor über zwei Jahren eine Studie vorgelegt, deren Umsetzung mehr Geld für umweltfreundliche Investitionen bringen würde“, betont Schellmann. Beim größten CO2-Treiber Verkehr werden zwar wichtige Themen angesprochen, aber auch hier braucht es endlich konkrete Taten. „Der Ausstieg aus fossilen Energien erfordert gerade beim Verkehr eine große Kraftanstrengung, die möglichst rasch angegangen werden muss“, so Schellmann.
Der WWF wird sich an der heute gestarteten Konsultationsphase konstruktiv beteiligen und dort auch eine vertiefte Analyse einbringen. „Aus einer verpassten Chance kann noch eine gute Strategie werden, wenn wirklich umfassend und konkret nachgebessert wird“, sagt WWF-Experte Karl Schellmann.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Auswilderungsprojekt: Tiroler Wisent-Kuh „Ina” erfolgreich im Kaukasus freigelassen
Naturschutzorganisation siedelt Wildrinder in ihrer Heimat Aserbaidschan an – Kuh „Ina” aus Innsbruck ist eines von 18 Tieren – WWF: „Paradebeispiel für internationalen Artenschutz”
Stromanbieter-Check: TIWAG fällt bei Stromanbieter-Check durch
129 heimische Stromanbieter von WWF und GLOBAL 2000 analysiert – TIWAG aufgrund von mangelnder Transparenz und fehlender naturverträglicher Strategie nur auf Platz 116
Stromanbieter-Check: Wenige Vorreiter, viel Intransparenz
WWF und GLOBAL 2000 analysieren 129 heimische Stromanbieter: Nur drei Vorreiter gekürt, schlechtes Zeugnis für viele Landesenergieversorger
Tiwag-Talschaftsverträge: WWF fordert Reformen statt heimlicher Absprachen
Geheime Vereinbarungen erst nach Gerichtsbeschluss offengelegt – WWF fordert volle Transparenz, unabhängige Kontrolle und neue Spielregeln für künftige Verträge
Good News: Neues Jahr bringt Fangverbot für Störe in Bulgarien
Bulgarien hat ein dauerhaftes Fangverbot für Störe in der Donau und im Schwarzen Meer eingeführt. Der WWF Bulgarien spielte dabei eine Schlüsselrolle.
Treibhausgas-Bilanz: WWF warnt vor drohendem Verfehlen der Klimaziele
Ausblick negativ, Österreich nicht auf Kurs für 2030 und 2040 – Verfehlen der Klimaziele wäre „politisches Debakel der Sonderklasse“
WWF zum Ableben von Andreas Pataki
Früherer Bürgermeister von Marchegg und langjähriger Partner im WWF-Auenreservat Marchegg verstorben – WWF würdigt Lebenswerk und Einsatz für Natur
Good News: Abkommen als Meilenstein für Meeresschutz
Das neue Jahr läutet eine neue Ära der Meerespolitik ein: Durch das internationale Abkommen zum Schutz der Hohen See gibt es nun endlich Regeln für zwei Drittel der globalen Meeresfläche.












