Science-Studie untersucht Folgen des Rückzugs großer Sojahändler aus freiwilligem Soja-Moratorium – WWF-Umrechnung: Prognostizierte Rodungsfläche entspricht rund 34-mal Wien – Entwaldungsfreie Lieferketten gefordert
WWF: Dringend Alternativstandorte für Krankenhaus Gols prüfen
Anlässlich der aktuellen Diskussion zum geplanten Krankenhaus Gols warnt die Umweltschutzorganisation WWF Österreich vehement vor dem derzeit gewählten Standort. “Der geplante Standort ist höchst problematisch, weil hier negative Folgen für den Wasserhaushalt der Region und für geschützte Arten drohen. Außerdem droht ein Verstoß gegen die Naturschutz-Richtlinien der Europäischen Union”, sagt WWF-Experte Bernhard Kohler. “Es gibt mehrere geeignete Alternativen – sowohl in Gols selbst, als auch in anderen Gemeinden.” Der WWF appelliert daher an die Burgenländische Landesregierung, die möglichen Alternativstandorte gründlich zu prüfen und nicht die Gesundheit der Menschen gegen den Naturschutz auszuspielen.
“Erst kürzlich hat die UNESCO Welterbe-Kommission das Projekt scharf kritisiert und eine sorgfältige Prüfung der Auswirkungen verlangt – und zwar bevor entscheidende Schritte zur Umsetzung vorgenommen werden. Diese Prüfung ist jedoch nicht erfolgt”, kritisiert Bernhard Kohler vom WWF. Die Konsequenzen für die Natur würden ignoriert oder verharmlost. “Eines der größten Probleme ist, dass das Projekt den Grundwasserzufluss zu den Zitzmannsdorfer Wiesen bremsen oder verringern kann – was dramatische Folgen für die einmalige Fauna und Flora vor Ort hätte”, warnt Kohler. In der Nationalpark-Bewahrungszone Zitzmannsdorfer Wiesen kommen europaweit einzigartigen Schutzgüter vor, wie zum Beispiel der Schlitzblättrige Wermut, die Salzwiesen-Schwertlilie oder die Sumpfmaus. Eine weitere Schädigung des Grundwasserhaushalts der Wiesen könnte zu einer existentiellen Bedrohung für diese Arten werden.
Insgesamt würde die drohende Beeinträchtigung einen schweren Verstoß gegen die Europäischen Naturschutzrichtlinien bedeuten. Die im Zuge der Umwidmung erstellte Naturverträglichkeits-Erklärung hat die möglichen negativen Auswirkungen jedoch nur unzureichend berücksichtigt. “Auch das hydrologische Gutachten ist viel zu oberflächlich und obendrein unvollständig, weil es die entwässernde Wirkung der kilometerlangen Rohrleitungen nicht berücksichtigt, die das Krankenhaus mit den benachbarten Ortschaften verbinden werden”, warnt Bernhard Kohler vom WWF. “Deshalb sind auch die Schlussfolgerungen der Naturverträglichkeits-Erklärung unzulässig, wonach angeblich keine Gefahr für den Wasserhaushalt der Niedermoore und Salzwiesen auf den Zitzmannsdorfer Wiesen bestehe.”
Lichtverschmutzung und blockierter Vogelzug-Korridor
Auch wichtige Themen wie die Lichtverschmutzung oder die Störungswirkung von Hubschrauber Zu- und Abflügen werden in der Erklärung nur unzureichend behandelt. Ebenfalls vernachlässigt wird die Beeinträchtigung des Vogelzug-Korridors, der die Zitzmannsdorfer Wiesen quer über die Parndorfer Platte mit der Leitha Niederung verbindet. “Ein intakter Vogelzug-Korridor ist die Voraussetzung dafür, dass die Windkraftanlagen auf der Parndorfer Platte weiterhin als unproblematisch für die Vogelwelt gelten können”, erklärt Bernhard Kohler vom WWF. “In die Identifikation und Ausweisung des Korridors wurde viel Arbeit investiert. Ihn nun durch Bauarbeiten zu beeinträchtigen, macht jahrelange Bemühungen des Burgenlands um eine naturschutzverträgliche Gestaltung des Windkraft-Ausbaus zunichte.”
News
Aktuelle Beiträge
WWF startet Biodiversitäts-Training für Lehrlinge
Neues Weiterbildungsangebot verbindet Naturerlebnis, Artenschutz und Wirtschaft – Pilotphase mit Wien Energie und Caritas Wien im WWF-Auenreservat Marchegg in Niederösterreich
WWF startet erstmals Wahl zu Österreichs Fluss des Jahres
Online-Voting über neun Flüsse aus allen Bundesländern bis 1. September – Fachleute wählten Kandidaten nach Artenvielfalt, Gefährdung und Schutzbedarf aus
Google-Ausbau: WWF fordert rasche Reparatur des UVP-Gesetzes
Google-Ausbau: WWF fordert rasche Reparatur des UVP-Gesetzes
Neue Zahlen: Möglicher Stromverbrauch entspricht fast einem Drittel des Stromverbrauchs von ganz Oberösterreich – Gesamter Ausbau muss Umweltprüfung durchlaufen – Stromhunger darf nicht auf Natur abgewälzt werden
Huchensterben in der Ybbs: WWF warnt vor tödlichen Wanderhindernissen
Fotos zeigen stark gefährdete Fische vor Kraftwerksbarrieren – WWF fordert funktionsfähige Fischaufstiege und durchgängige Flüsse als Schutz vor zunehmender Hitze
WWF-Erfolg: Tiwag muss Gefahrenanalysen herausgeben
Das Tiroler Landesverwaltungsgericht gibt dem WWF recht: Die Tiwag muss wichtige Dokumente rund um den geplanten Ausbau des Kraftwerks Kaunertal herausgeben. Dazu zählen auch Flutwellenberechnungen und Gefahrenszenarien.
WWF-Untersuchung: Wildfluss-Heuschrecken am Tiroler Inn verschwunden
Drei stark gefährdete Arten nur noch am Zubringer Ötztaler Ache nachweisbar – Flussverbauungen und Wasserableitungen setzen letzte Lebensräume unter Druck – WWF fordert großflächige Renaturierungen
WWF: Gericht verpflichtet Tiwag zur Herausgabe von Gefahrenanalysen
Landesverwaltungsgericht gibt WWF recht: Landesenergiekonzern muss Untersuchungen zu klimabedingten Naturgefahren, Flutwellenberechnungen, Alarmpläne und Gefahrenszenarien zum Gepatsch-Speicher herausgeben
Google-Rechenzentrum ohne UVP: WWF fordert rasche Gesetzesreform
Rechenzentren als eigenen Tatbestand im UVP-Gesetz verankern – Umweltorganisation verlangt Gesamtprüfung und strenge Umweltauflagen für Google-Ausbau in Kronstorf










