Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen
WWF fordert sofortigen Stopp der rechtswidrigen Wolfs-Tötungen in Kärnten
Angesichts der Meldung, wonach die Mitte November in Kärnten getötete Wölfin entgegen der bisherigen Darstellung nicht für bislang nachgewiesene Weidetier-Risse verantwortlich war, fordert der WWF Österreich volle Transparenz und eine gründliche, unabhängige Untersuchung der Umstände. “Die völlig intransparente und nicht nachvollziehbare Einstufung als “Risikowolf” ist fachlich und rechtlich stark zu hinterfragen”, so der WWF am Mittwoch. Die Naturschutzorganisation sieht sich damit in ihrer bereits im Frühjahr geäußerten Kritik an der Wolfs-Tötungsverordnung des Landes bestätigt. “Auch die genauen Umstände des Abschusses einer Wölfin im November müssen rasch und unabhängig aufgeklärt werden. Dass ausgerechnet in der letzten Nacht, in der das auf Grund der Verordnung möglich wäre, die Wölfin getötet wurde, dies aber erst zwei Tage später bekannt gegeben wurde, wirft dringende Fragen auf”, heißt es von der Naturschutzorganisation.
Der WWF kritisiert auch die Geheimniskrämerei um mehrere Abschuss-Erlaubnisse in Kärnten “Die Landesregierung hüllt sich über die genauen Umstände der Entnahme in Schweigen”, so die Organisation. Zuletzt wurde sogar jede Information über weitere Abschusserlaubnisse von den Websiten des Landes bzw. der Landwirtschaftskammer entfernt. “Damit ist völlig unklar, welche Abschuss-Erlaubnisse aktuell vorliegen und wie diese begründet sind. Das ist ein eklatanter Verstoß gegen europäisches Artenschutzrecht und die internationale Aarhus-Konvention”, kritisiert der WWF die Vorgänge und kündigt eine Prüfung der rechtlichen Möglichkeiten an.
„Diese Situation zeigt, dass die Kärntner Wolfs-Tötungsverordnung ungeeignet ist und die verantwortlichen Politiker mit der Situation überfordert sind. Was es jetzt braucht, ist eine korrekte Umsetzung des österreichischen Managementplans“, fordert der WWF. Laut einer Analyse von WWF und ÖKOBÜRO enthält die Kärntner Verordnung zahlreiche rechtswidrige Punkte. So fehlt eine Einzelfallprüfung, die nach dem europäischen Naturschutzrecht (FFH-Richtlinie) zwingend erforderlich wäre. Denn Ausnahmen vom Artenschutz sind nur nach einer Berücksichtigung der konkreten Umstände sowie der Ausschöpfung gelinderer Mittel zulässig, worunter etwa fachgerechter Herdenschutz fällt.
Stattdessen verweist die Verordnung auf willkürlich festgelegte Obergrenzen an Rissen als Abschusskriterium und deklariert Herdenschutz auf Almen und vielen anderen Gebieten als nicht durchführbar, obwohl es erfolgreiche Beispiele in anderen Ländern gibt. Auch in Tirol zeigt ein Pilotprojekt auf der Spisser Schafberg-Alm erste Erfolge. In der Kärntner Verordnung fehlen zudem Beteiligungsrechte und Kontrollbefugnisse der Öffentlichkeit – so kann sowohl gegen die Verordnung selbst als auch gegen die aktuelle Abschuss-Erlaubnis kein Rechtsmittel eingelegt werden, was ebenfalls EU-rechtswidrig ist.
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Salzburger Wolf-Verordnung verstößt gegen EU-Recht
Naturschutzorganisation warnt vor Gefährdung des Artenschutzes und erheblichem Tierleid – Rückzug der Verordnung aufgrund zahlreicher Mängel gefordert
WWF-Analyse zeigt dramatische Unterfinanzierung des Naturschutzes
Finanzierungslücke von fast einer Milliarde Euro beim Schutz der Biodiversität – Nur 30 Prozent des Bedarfs gedeckt – WWF und Wissenschaft fordern Kurswechsel bei Budget-Entscheidungen
WWF kritisiert Österreich-Vorstoß zur Lockerung von EU-Umweltauflagen
Kritik an Vorpreschen der Bundesregierung bei Deregulierung – Natur- und Artenschutz-Richtlinien wichtiges Schutzschild für Biodiversität und Klima
Durchbruch an der Grenzmur: WWF zeigt, wie Renaturierung gelingt
WWF Österreich und slowenische Projektpartner stellen natürlichen Fluss der Mur wieder her – Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Flusslebensräume
Hitzetod bedroht Amazonas-Delfine: Studien zeigen gefährliche neue Normalität
Anhaltende Überhitzung von Flüssen gefährdet seltene rosa Flussdelfine – Klimakrise als Ursache für “thermische Fallen” von bis zu 41 Grad Celsius – WWF fordert besseren Schutz von Flüssen
Hunde-Spaziergang am Inn: Wie man Vogel-Nachwuchs schützen kann
An den Kiesbänken des Inns brüten derzeit wieder seltene Vogelarten. Doch Spaziergänger:innen und freilaufende Hunde können den Nachwuchs unwissentlich gefährden.
Statusbericht Wolf: 121 Wölfe in Österreich nachgewiesen, weniger Rudel, kaum Nachwuchs
Neuer Bericht des Österreichzentrums: Rückgang auf acht Wolfsrudel im Vorjahr, nur wenige Welpen, Rekordzahl an Abschüssen – WWF fordert mehr Herdenschutz
Brutsaison am Inn: WWF und BirdLife appellieren für mehr Rücksicht auf seltene Kiesbrüter
Gefährdete Vogelarten brüten am Inn – Steigende Bestände bei Flussuferläufern geben Hoffnung – Naturschutzorganisationen warnen vor Störungen durch Menschen










