Zum Start des Ministersegments stocken Verhandlungen über Naturschutz-Finanzierung – WWF fordert verbindliche Finanzierungszusagen und Abbau umweltschädlicher Subventionen
WWF-Klimaschutz-Monitor: Schlechte Klimapolitik wird zum Milliardenrisiko

Der heute veröffentlichte Klimaschutz-Monitor des WWF ortet nach dem ersten Regierungsjahr erhebliche Umsetzungslücken mit finanzieller Sprengkraft. „Die bisherige Klimapolitik ist weitgehend ambitionslos und lückenhaft. Ohne Kurskurrektor verspielt die Bundesregierung das Erreichen der EU-Klimaziele und erzeugt Milliardenrisiken für das Budget. Dazu kommen die enormen Kosten des Nicht-Handelns für die gesamte Gesellschaft“, sagt WWF-Klimasprecherin Viktoria Auer. Laut ihrer Analyse ist die Dreier-Koalition weder bei den EU-Zielen 2030 noch bei der Klimaneutralität 2040 auf Kurs. Die politischen Prioritäten würden der Dringlichkeit der Klima- und Biodiversitätskrise nicht gerecht.
Zu den größten Versäumnissen zählen laut WWF die einseitigen Budgetkürzungen, der weitgehende Verzicht auf verbindliche ordnungspolitische Maßnahmen, Defizite beim Energiesparen, der fehlende Abbau umweltschädlicher Subventionen sowie das Festhalten an Autobahnprojekten wie dem Lobau-Tunnel. Auch das Klimaschutz-Potenzial natürlicher Schutzmaßnahmen werde vernachlässigt. „Intakte Ökosysteme sind unverzichtbar als CO2-Senke, für das Sichern der Artenvielfalt und für die Anpassung an die bereits spürbaren Folgen der Klimaveränderung“, sagt Viktoria Auer vom WWF.
Allein das Scheitern an den Klimazielen 2030 würde Mehrkosten bzw. Ausgleichszahlungen in Milliardenhöhe verursachen. Diese Gefahr ist bereits akut, denn die CO2-Emissionen müssen gemessen am Ausgangsjahr 2005 bis 2030 fast halbiert werden (minus 48 Prozent). Mit den geplanten Maßnahmen ist aber laut Umweltbundesamt nur eine Reduktion um rund 33 Prozent erreichbar. „Selbst das ist fraglich, denn bisher fehlen Tempo, Anspruch und Verbindlichkeit bei der Umsetzung des Regierungsprogramms“, sagt WWF-Klimasprecherin Viktoria Auer. Bereits für 2025 sei laut Fachleuten nach mehreren Jahren deutlicher Emissionsreduktionen wieder ein Anstieg der Emissionen zu erwarten.
WWF fordert Maßnahmenpaket von der Koalition
Der WWF plädiert in seiner Kurz-Analyse für sieben zentrale Weichenstellungen: ein wirksames Klimaschutzgesetz, den raschen Abbau umweltschädlicher Subventionen, eine Energiespar-Offensive, einen beschleunigten Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen, ausreichende Mittel für Renaturierung, einen klimafitten Waldumbau, einen naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien sowie mehr Investitionen in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der Radwege. „Das kommende Doppelbudget bietet die Chance, umweltschädliche Subventionen schnell abzubauen. Zugleich könnten dadurch wichtige Maßnahmen wie der Sanierungsbonus wiederbelebt werden“, nennt Viktoria Auer vom WWF ein Beispiel.
„Ein vorbeugend wirksamer Klima- und Naturschutz muss die Ursachen und Treiber der Probleme gesamthaft angehen. Damit würde Österreich unabhängiger von fossilen Energieimporten und seine Krisensicherheit insgesamt erhöhen“, sagt WWF-Klimasprecherin Viktoria Auer. Zugleich eröffne die Transformation Chancen für sichere Arbeitsplätze, mehr Lebensqualität und eine langfristig wettbewerbsfähige Wirtschaft.
Der WWF-Klimaschutz-Monitor hier.
Bild von WWF-Klimasprecherin Viktoria Auer hier.
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