Naturschutzorganisation warnt vor immer neuen Eingriffen durch Gletscherschwund – Land Tirol soll Ausnahmen einschränken und verbindliche Ausbaugrenzen festlegen
WWF kritisiert Österreich-Vorstoß zur Lockerung von EU-Umweltauflagen

Die Naturschutzorganisation WWF zeigt sich „höchst besorgt“ über die Forderung Österreichs und weiterer EU-Staaten, beim Ausbau kritischer Infrastruktur zentrale Umweltauflagen lockern. „Die europäischen Umweltgesetze sind ein wichtiges Schutzschild für Biodiversität, Klima und Lebensqualität. Daher ist es extrem riskant, kurzfristige wirtschaftliche Interessen über langfristige ökologische Stabilität und Sicherheit zu stellen“, sagt WWF-Experte Reinhard Uhrig. „Unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus drohen konkrete Rückschritte und die Streichung bewährter Regeln. Angesichts des aktuellen Deregulierungsklimas ist ein Angreifen der Umwelt-Richtlinien entweder höchst naiv oder völlig verantwortungslos“, kritisiert Uhrig das Vorpreschen der Bundesregierung.
Die Vogelschutz- und Habitat-Richtlinien sind die Grundpfeiler des europäischen Naturschutzes und haben in den vergangenen Jahrzehnten wesentlich dazu beigetragen, bedrohte Arten und Lebensräume zu erhalten, betont der WWF Österreich. Statt einer Deregulierung fordert die Naturschutzorganisation gezielte Verbesserungen innerhalb bestehender Verfahren, etwa eine bessere personelle Ausstattung der Behörden, bessere nationale Gesetze und eine frühzeitige Planung, um Konflikte zwischen Infrastrukturprojekten und Naturschutz zu vermeiden.
Unter dem Motto „Hände weg vom Naturschutz“ hat der WWF gemeinsam mit weiteren Umweltverbänden eine europaweite Petition gegen die Angriffe auf den EU-Naturschutz gestartet. Bisher haben bereits über 400.000 Menschen unterzeichnet.
Link zur Petition hier.
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