Brutbilanz 2026: 30 Jahre alter Rekord gebrochen – 147 Jungvögel bei 46 Brutpaaren nachgewiesen – WWF-Auenreservat bietet wertvollen Lebensraum
WWF legt Beschwerde gegen Holzindustrie Schweighofer bei FSC ein
Presseaussendung WWF
Wien, Mittwoch, 2. Dezember 2015 – Nach der Beschwerde des WWF gegen das österreichische Unternehmen Holzindustrie Schweighofer im Oktober 2015 brachte nun der WWF Ende November eine weitere Beschwerde gegen Schweighofer bei der internationalen Zertifizierungsstelle von FSC (Forest Stewardship Council) ein. Wegen den Rechercheergebnissen mehrerer NGOs ruft der WWF FSC dazu auf das Unternehmen wegen des Vorwurfs, zahlreiche Gesetzesverstöße begangen zu haben, genau zu prüfen. Nach weiteren Erhebungen in den nächsten Monaten kündigt das Zertifizierungsunternehmen eine eingehende Prüfung ab dem Frühjahr 2016 an. Das Unternehmen Schweighofer bestreitet trotz der erdrückenden Last an Beweisen weiterhin alle Verstrickungen in illegale Aktivitäten in Rumänien. „Derzeit stammen zwar nur zwei Prozent des bei Schweighofer verarbeiteten Holzes aus seinen eigenen FSC-zertifizierten Wäldern. Dennoch kann das FSC-Siegel aberkannt werden, wenn die Geschäftspraxis eines Holzunternehmen mit den ökologischen und Nachhaltigkeitsprinzipien von FSC unvereinbar ist“, so der WWF-Waldexperte Johannes Zahnen.
Die Beschwerde bei FSC International folgt nun auf die Enthüllungen durch die US-amerikanischen Organisation EIA (Environmental Investigation Agency), den WWF und der rumänischen NGO Agent Green. In dem im Oktober in Wien von WWF und EIA präsentierten Bericht wurden zahlreiche Indizien vorgelegt, nach denen Schweighofer große Mengen von illegal geschlagenem Holz aus Rumäniens Wäldern zu Schnittplatten und Heizmaterial verarbeitet und in die EU sowie weitere Länder exportiert. Zuvor wurden zwei Videos veröffentlicht, wie mit illegalem Holz beladene Lastwagen bei Schweighofer einfuhren. Zudem zeigt eines der Videos, wie Manager von Schweighofer Bonuszahlungen für illegales Holz anboten.
Das österreichische Holzunternehmen Schweighofer besteht seit 400 Jahren. Der Konzern wanderte 2002 nach Rumänien ab und besitzt dort mehrere Sägewerke und Fabriken. In den letzten 13 Jahren erreichte das Unternehmen heuer einen Jahresumsatz von 465 Millionen Euro. Der WWF wirft dem Konzern vor, durch seine Praktiken die letzten Urwälder in den Karpaten zu zerstören. Der WWF legte deshalb bereits im Oktober eine Beschwerde beim österreichischen Bundesamt für Wald ein um das Gebaren von Schweighofer nach der Europäischen Holzhandels-Verordnung (EUTR) zu prüfen. Diese hat das Ziel illegales Holz in der EU zu verhindern.
Der WWF arbeitet seit Jahren an der Erhaltung der größten zusammenhängenden Naturwälder in Mitteleuropa, die insgesamt allein in Rumänien 218.000 Hektar ausmachen. Die Karpatenwälder gehören damit zu den wichtigsten Naturschätzen auf dem europäischen Kontinent. 80 Millionen Kubikmeter Holz im Wert von fünf Milliarden Euro wurden in den letzten 20 Jahren dort illegal geschlägert. Das entspricht etwa 50 Prozent des gesamten Holzeinschlags. Der WWF arbeitet intensiv mit den rumänischen Behörden zusammen um das rumänische Forstrecht zu verbessern und die Wälder zu erhalten.
Für Rückfragen:
Franko Petri, Leiter Medien und Kampagnen WWF, Tel. 01-48817-231; E-Mail: franko.petri@wwf.at.
Johannes Zahnen, Waldexperte WWF, Tel. +49-151-18854952, E-Mail: johannes.zahnen@wwf.de. Web: www.wwf.de.
Link zum Video der EIA: https://www.youtube.com/watch?v=I2lwefgTzNU
Link zum Video von AGENT GREEN: https://www.youtube.com/watch?v=drQSSOK2MxM
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Totschnig muss Klima-Risikoanalyse für Gepatsch-Speicher anordnen
Anstehende Sicherheitsüberprüfung als Hebel – Klimafitte Untersuchungen zu Permafrost und Bergsturzrisiken fehlen – WWF fordert Aussetzung des UVP-Verfahrens für Kaunertal-Ausbau
Klimagesetz: WWF warnt vor Mogelpackung
Ohne wirksame Nachschärfungen bleibt Klimagesetz ein Etikettenschwindel – Umweltschutzorganisation fordert verbindliche Zwischenziele und rasche Maßnahmen
WWF: Amazonas-Fische helfen, den Regenwald zu erhalten – 144 Arten bedroht
Neuer Report: Flussverbauung und Überfischung gefährden Fischbestände und Lebensgrundlagen von Millionen Menschen – WWF fordert Schutz frei fließender Flüsse und wichtiger Fischlebensräume
WWF zu hohen Spritpreisen: Öffis ausbauen, Öl-Abhängigkeit im Verkehr senken
Umweltschutzorganisation fordert bessere Bus- und Bahnverbindungen, sichere Radwege und günstigeres Klimaticket – Übergewinne der Mineralölkonzerne EU-weit besteuern
Google-Rechenzentrum: WWF begrüßt erneute Prüfung der UVP-Pflicht
Umweltschutzorganisation fordert umfassende Umweltprüfung in Kronstorf nach Fall in Niederösterreich – Bundesregierung muss eindeutige Regeln für große Rechenzentren im UVP-Gesetz verankern
WWF-Erfolg: Flussdelfin-Nachwuchs im Mekong
6 Kälber der vom Aussterben bedrohten Irawadi-Flussdelfine wurden heuer in Kambodscha geboren – ein großer Erfolg im Artenschutz! Ein herzerwärmendes Video zeigt den Nachwuchs.
WWF: Nachwuchs-Rekord bei stark bedrohten Flussdelfinen im Mekong gibt Hoffnung
Zahl der vom Aussterben bedrohten Irawadi-Flussdelfine in Kambodscha steigt auf 118 Tiere – Heuer sechs Kälber geboren – WWF erfreut über positives Ergebnis intensiver Artenschutzmaßnahmen
EU-Klimaresilienz: 34 Organisationen fordern Vorrang für naturbasierte Lösungen
Offener Brief an EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen – Städte- und Gemeindeverbände, Wasserversorger und Fischerei fordern Natur als Europas „erste Verteidigungslinie“













