Bericht zeigt großen Handlungsbedarf bei der Vorsorge gegen klimabedingte Schäden – WWF legt 4-Punkte-Plan gegen aufgehende Versicherungslücke vor
WWF: Letzte Reste der Java-Elefanten auf Borneo?
Kota Kinabalu, Malaysia, 17. April 2008 – Der Borneo-Zwergelefant, eine kleinwüchsige Unterart des Asiatischen Elefanten, stammt offenbar gar nicht aus Borneo. Wie aus einer aktuellen wissenschaftlichen Untersuchung hervorgeht, könnte es sich bei den etwa 1.000 Tieren im malayischen Bundesstaat Sabah um die letzten Java-Elefanten der Erde handeln, die vor Jahrhunderten zufällig vom Aussterben bewahrt wurden: Der Sultan von Sulu hatte demnach einige dieser kleinen Dickhäuter aus Java als Geschenk für einen befreundeten Herrscher über die heutigen Philippinen nach Borneo gebracht. Dort begründeten die solcherart übersiedelten Elefanten eine eigene Population, die sich bis zum heutigen Tag in den Tieflandwäldern im Nordosten Borneos erhalten konnte. Nun droht die Zerstörung ihres Lebensraumes für die Produktion von Gummi, Palmöl und Holz den Borneo-Zwergelefanten endgültig den Garaus zu machen.
Die Herkunft der Zwergelefanten im Nordosten Borneos lag bislang völlig im Dunkeln. Diese Elefanten werden nur 2,5 Meter groß, weisen kindliche Gesichter auf und verhalten sich weniger aggressiv als ihre asiatischen Artgenossen. Es gab lange Zeit keine Erklärung dafür, dass die Zwergelefanten auf keinem anderen Teil der Insel zu finden sind, noch dafür, dass jegliche archäologische Nachweise für das Vorkommen von Elefanten auf Borneo fehlen. Dass die Tiere vom asiatischen Festland oder von der Insel Sumatra stammen könnten, hatten Wissenschaftler der US-amerikanischen Columbia Universität gemeinsam mit dem WWF mittels DNA-Tests bereits 2003 ausgeschlossen.
Nun scheint eine Veröffentlichung des renommierten Sarawak-Staatsmuseums auf Borneo zu belegen, dass einer unter der einheimischen Bevölkerung lange gehegten Legende Wahrheit anhaftet: Bevor die „Urväter“ der Borneo-Zwergelefanten auf Java im 16. Jahrhundert ausstarben, gelangten offenbar einige von ihnen in die heutige philippinische Provinz Sulu. Der Sultan von Sulu nahm im 17. Jahrhundert Elefanten als Gastgeschenk nach Borneo mit, wo sie sich vermehrten und augenscheinlich bis heute überlebt haben. Auf Sulu selbst wurden die Dickhäuter im 18. Jahrhundert durch Bejagung ausgerottet.
„Es ist faszinierend, dass es sich bei den Waldelefanten auf Borneo um die letzten Reste einer Unterart handeln könnte, die auf Java bereits vor hunderten von Jahren ausgestorben ist“, so WWF-Artenschutzexpertin Jutta Jahrl. Dass einzelne Individuen dieser Spezies in wenigen hundert Jahren eine 1.000 Tiere umfassende Population hervorbringen konnten, zeige, wie wichtig der Erhalt geeigneten Lebensraumes für bedrohte Arten sei. „Nun liegt es an uns, das Überleben dieser unerschütterlichen Elefanten endlich nachhaltig zu sichern!“ appelliert Jahrl für die Etablierung großflächiger Schutzgebiete im Herzen Borneos.
Zum Download auf www.wwf.at/presse:
Fotos der Borneo-Zwergelefanten sowie
Artikel des Sarawak Museum Journal „Origins of the Elephants Elephas maximus L.of Borneo”
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF Pressesprecherin, Tel. 01/488 17 – 250
Jutta Jahrl, WWF Artenschutzexpertin, Tel. 01/488 17 – 264
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Hochseeabkommen tritt in Kraft: WWF sieht „historische Chance” für den Meeresschutz
Rund zwei Drittel der weltweiten Meeresoberfläche ab Samstag erstmals unter Schutz – WWF begrüßt das Abkommen und fordert lückenlose Umsetzung
Mehrwertsteuer-Senkung: WWF fordert Fokus auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte
Bundesregierung sollte Steuern vor allem auf pflanzliche Lebensmittel senken – Etwaige Subventionierung des Fleischabsatzes wäre klimaschädlich und gesundheitspolitisch falsch
Neue UBA-Prognose: WWF fordert Sofortprogramm zum Erreichen der Klimaziele
Österreich droht Klimaziele zu verfehlen, Strafzahlungen in Milliardenhöhe möglich – WWF fordert Abbau umweltschädlicher Subventionen sowie Natur- und Bodenschutz-Offensive
Winterzeit ist Ruhezeit: WWF gibt Tipps zum Schutz von Wildtieren
Störungen in der kalten Jahreszeit gefährden heimische Arten – WWF ruft zu rücksichtsvollem Verhalten in der Natur auf
Kaunertal-Kraftwerk: Tiwag verweigert Auskünfte zu möglichen Sicherheitsrisiken
WWF-Informationsfreiheits-Anfrage nur lückenhaft bis gar nicht beantwortet: Landesenergiekonzern will Gefahrenberichte, Flutwellen-Szenarien und Hangrutsch-Monitoring im Kaunertal geheim halten
Jahreswechsel 2026: WWF richtet Naturschutz-Appell an Landeshauptmann Mattle
26 gute Vorsätze für die Landesregierung veröffentlicht: Krisensicherheit mit natürlichen Schutzmaßnahmen erhöhen, Bodenversiegelung eindämmen, Energiewende ohne Kaunertal-Ausbau umsetzen
Artenschutz-Bilanz: WWF kürt die Gewinner und Verlierer des Tierreichs 2025
Naturzerstörung, Wilderei und Klimakrise gefährden zahllose Tierarten – WWF zieht gemischte Bilanz und fordert Naturschutz-Offensive – Lichtblicke dank erfolgreicher Artenschutz-Projekte
Illegaler Wolfs-Abschuss: WWF fordert Aktionsplan gegen Wildtierkriminalität
Im Mühlviertel getöteter Wolf war nicht zum Abschuss freigegeben – Bereits 26. Wolf heuer in Österreich ums Leben gekommen













