Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
WWF: Nehammer-Plan ist “umweltpolitische Bankrotterklärung”

Die Umweltschutzorganisation WWF Österreich bewertet das am Freitag von Bundeskanzler Karl Nehammer vorgelegte Papier als „umweltpolitische Bankrotterklärung“. Im Klimakapitel dominieren Allgemeinplätze und Nebelgranaten, der Natur- und Bodenschutz wird fast komplett ignoriert. „Das ist kein Plan, sondern eine inhaltliche Selbstaufgabe. Angesichts einer akuten Klima- und Biodiversitätskrise muss die Politik vorbeugend handeln, anstatt fossile Scheinlösungen zu bewerben“, sagt WWF-Programmleiterin Hanna Simons. „Daher sollte der Bundeskanzler die Zeit bis zum Wahltag nützen, um die offenen Versprechen des Regierungsprogramms umzusetzen – vom Klimaschutzgesetz bis zur österreichweiten Bodenstrategie.“
Laut einer repräsentativen market-Umfrage sind mehr als zwei Drittel der Bevölkerung besorgt über den Verlust der heimischen Natur und verlangen, dass sie besser geschützt und wiederhergestellt wird. „Die Menschen haben längst erkannt, wie wichtig eine intakte Natur für unsere Zukunft und Lebensqualität ist. Daher ist es völlig unverständlich, wieso der Kanzler ausgerechnet dafür keine sinnvollen Maßnahmen oder zumindest Strategien vorlegt“, kritisiert Hanna Simons vom WWF. Zum Beispiel liegt Österreich beim Bodenverbrauch um ein Vielfaches über dem Nachhaltigkeitsziel der Bundesregierung. Zahlreiche Arten und Lebensräume sind in einem schlechten Zustand.
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