Studie der Uni Graz zeigt steigende Kosten des Nicht-Handelns – WWF fordert verbindliche Klimaziele, Abbau klimaschädlicher Förderungen und mehr natürlichen Schutz vor Extremwetter
WWF Österreich: Neue Klimastrategie ist eine verpasste Chance
– Pariser Klimaschutzziele sind mit dieser Strategie nicht erreichbar
– Österreich verschwendet weiterhin Milliarden für umweltschädliche Subventionen
– Sofort-Maßnahmen fehlen
Wien, am 28. Mai 2018. Der Umweltverband WWF Österreich bewertet die am Montag im Ministerrat beschlossene Klima- und Energiestrategie als verpasste Chance. „Das ist kein großer Wurf. Die Bundesregierung hat zwar Nachschärfungen vorgenommen, schiebt aber entscheidende Maßnahmen auf die lange Bank. Daher bleibt es vorerst dabei, dass Österreich bis zu fünf Milliarden Euro pro Jahr für umwelt- und gesundheitsschädliche Subventionen wie das Dieselprivileg verschwendet. Das ist das Gegenteil einer enkelfreundlichen Politik“, kritisiert Hanna Simons, die Leiterin der Natur- und Umweltschutzabteilung des WWF Österreich. „Auf Basis dieser Strategie sind weder die Pariser Klimaschutzziele noch die Dekarbonisierung erreichbar. Damit verspielt Österreich wirtschaftliche Chancen und riskiert Strafzahlungen in Millionenhöhe“, warnt Simons. „Wir werden die Bundesregierung daran messen, ob sie jetzt endlich konkrete Klimaschutz-Projekte umsetzt oder die Abhängigkeit von fossilen Energien unnötig verlängert“, kündigt die WWF-Expertin an.
Der WWF verweist auf die fehlende Finanzierung und Verbindlichkeit der Strategie und fordert eine rasche Konkretisierung in der Praxis. „Anreize und Bewusstseinsbildung sind wichtig, ersetzen aber keine politischen Maßnahmen und Budgets. Wer Klimaschutz auf ein Wohlfühlthema reduziert, darf sich nicht über steigende CO2-Emissionen wundern“, sagt Simons. Besonders viele Lücken enthält die Strategie beim großen CO2-Treiber Verkehr, beim Energiesparen und bei der Naturverträglichkeit, wo das positive strategische Bekenntnis jetzt mit Leben erfüllt werden muss. „Ein echter Naturschutz-Check erfordert klare Leitlinien in den künftigen Energiegesetzen“, betont Simons.
Auf Initiative von Umweltschutzorganisationen wie dem WWF hat die Bundesregierung ihren April-Entwurf in einigen Punkten nachgeschärft und vorherige Streichungen wieder ergänzt. Es gibt jetzt zum Beispiel Zuständigkeiten und Zeitpläne bei den "Leuchtturmprojekten", dazu zumindest ein Bekenntnis zum Abbau kontraproduktiver Anreize sowie zu einer Steuerstrukturreform mit klima- und energiepolitisch relevanten Maßnahmen. "Leider bleibt die Regierung hier auf halbem Wege stehen und kann sich nicht zu raschen Maßnahmen durchringen, obwohl sich hier alle Fachleute einig sind“, sagt Hanna Simons.
Positiv ist der jüngste Vorschlag von Umweltministerin Elisabeth Köstinger für einen europäischen CO2-Mindestpreis. „Wenn es dafür auf europäischer Ebene keine Mehrheit gibt, muss Österreich eine nationale Lösung angehen. Andere Länder zeigen bereits vor, dass das möglich ist“, schlägt Hanna Simons eine ambitionierte Vorgangsweise vor.
Rückfragehinweis:
Gerhard Auer, Pressesprecher WWF, Tel. 01/48817231, E-Mail: gerhard.auer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Niederösterreich: WWF plant Rückbau von sechs Flussbarrieren
Rund 24 Kilometer von Fugnitz und Fellingbach sollen für Fische wieder durchgängig werden: WWF-Projekt stärkt wertvolle Lebensräume im Thayatal
Waldbrände auf Borneo: WWF fordert Soforthilfe für Orang-Utans
Feuer und Rauch bedrohen Menschenaffen – Zerstörte Wälder verschärfen Nahrungsmangel – Regierungen sollen bei Weltnaturkonferenz Mittel für Rettung und Waldschutz zusagen
Bagger am Pitztaler Gletscher: WWF fordert strengeren Gletscherschutz
Naturschutzorganisation warnt vor immer neuen Eingriffen durch Gletscherschwund – Land Tirol soll Ausnahmen einschränken und verbindliche Ausbaugrenzen festlegen
Good News: Finn ist neuer WWF-Naturschutzhund
Der 5-jährige Rüde hilft mit seiner Spürnase dabei, Fälle von Wildtierkriminalität aufzudecken. Er gilt als besonders ausgeglichen und arbeitsfreudig.
Neuer WWF-Spürhund Finn soll illegale Wildtiertötungen aufdecken
Schäferhund-Mischling unterstützt Polizei-Ermittlungen durch Suche nach Tierkadavern und Giftködern – Einsätze vor allem in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark
WWF-Analyse: Zu wenig Bodenschutz bei neuen Betriebsgebieten
Bodenschutz bei Betriebsgebieten: Alle neun Bundesländer fallen im WWF-Check durch – Täglich fast zwei Fußballfelder zusätzlich beansprucht – WWF fordert Ende des Wildwuchses – LÄNDER-ZEUGNIS im Detail
Weltnaturkonferenz: WWF warnt vor Verfehlen der 2030-Ziele
Globale Halbzeitbilanz zeigt unzureichende Umsetzung – WWF fordert wirksame Maßnahmen und gesicherte Finanzierung, auch in Österreich – COP17-Konferenz startet am Montag
Klimastreik: WWF fordert Notfall-Programm für Klima und Natur
Umweltschutzorganisation verlangt verbindliches Klimagesetz und wirksamen Renaturierungsplan – Natürliche Schutzmaßnahmen stärken, fossile Großprojekte stoppen












