September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
WWF-Studie: 190 Hektar neue Moorflächen in Österreichs Alpenraum bestätigt
Der WWF hat 190 Hektar an Flächen in Österreichs Alpenraum als neue Moore bestätigt – das entspricht etwa der Hälfte der Fläche der Wiener Donauinsel. Rund 90 Prozent der neu bestätigten Moore befinden sich jedoch in keinem guten Zustand. Hauptbedrohungen sind die Klimakrise, Infrastrukturprojekte und lokale Einflüsse durch landwirtschaftliche Übernutzung. „Zunehmende Wetterextreme und die fortschreitende Verbauung setzen den Mooren stark zu. Dabei sind sie unverzichtbar für den Klimaschutz, denn sie speichern große Mengen an CO₂”, erklärt WWF-Experte Joschka Brangs. Der WWF fordert daher eine umfassende Analyse weiterer Potenzialflächen sowie verstärkte Maßnahmen zum Schutz und zur Renaturierung bestehender Moore – etwa durch Wiedervernässung. Nur so können die wenigen verbliebenen Moorlandschaften Österreichs langfristig erhalten bleiben.
Insgesamt 20.000 Hektar an Moor-Potenzialflächen identifiziert
Mehr als die Hälfte der neu bestätigten Moore – rund 110 Hektar – befinden sich in Kärnten. Es folgen Tirol mit über 50 Hektar sowie kleinere Vorkommen in Vorarlberg, Salzburg und der Steiermark. Im Rahmen des Projekts, das unter anderem mit Unterstützung der Interessengemeinschaft (IG) Moorschutz durchgeführt wurde, hat der WWF insgesamt über 20.000 Hektar potenzieller Moorflächen identifiziert, die nun dringend näher untersucht werden müssen. „Österreich trägt als Alpenland mit dem größten Gebirgsanteil besondere Verantwortung für seine Hochlagenmoore. Denn Moore sind ein wahrer Schatz für den Klimaschutz und die Artenvielfalt. Wir müssen sie besser erforschen, um sie wirksam schützen zu können”, sagt Christian Schröck von der IG Moorschutz. Der Zustand der heimischen Moore insgesamt unterstreicht die große Dringlichkeit für Maßnahmen: Rund 90 Prozent sind bereits zerstört. Nur ein Prozent gilt noch als ökologisch intakt.
Über die Studie
Für die Studie wurden auf Basis einer neuen Methode Luftbilder ausgewertet, um bisher nicht bekannte Moorflächen zu identifizieren. Anschließend erfolgte eine stichprobenartige Überprüfung ausgewählter Gebiete vor Ort. Die entwickelte Methodik bietet neue Möglichkeiten für zukünftige Analysen und Untersuchungen. Das Projekt wurde durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft gefördert.
Fotos der neu bestätigten Moore gibt es hier zum Download.
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