UNO-Konferenz vor Abschluss – Reform umweltschädlicher Subventionen stark umkämpft – Naturschutzorganisation fordert verbindlichen Finanzierungsplan
WWF: Trotz Coronakrise verbaut Österreich immer noch 11 Hektar Boden pro Tag
Neue Zahlen zum Bodenverbrauch 2020 veröffentlicht: Republik verfehlt ihr eigenes Nachhaltigkeitsziel um mehr als das Vierfache – WWF fordert raschen Boden-Gipfel und Naturschutz-Offensive

Wien, am 24. Juni 2021. Im Schnitt der letzten drei Jahre sind pro Tag 11,5 Hektar an produktivem Boden verloren gegangen, wie heute veröffentlichte Zahlen des Umweltbundesamts zeigen. Allein im Vorjahr lag der Flächenfraß trotz der monatelangen Corona-Lockdowns bei 3.900 Hektar, was laut WWF im Schnitt 10,7 Hektar pro Tag entspricht. „Das selbst gesetzte Ziel von maximal 2,5 Hektar pro Tag ist selbst im Corona-Jahr 2020 um mehr als das Vierfache überschritten worden. Damit hat der Flächenfraß schon wieder jedes naturverträgliche Maß gesprengt. Hier von einem positiven Trend zu sprechen, wäre völlig verfehlt„, kritisiert WWF-Bodenschutzsprecherin Maria Schachinger.
Die Naturschutzorganisation WWF fordert daher einen raschen Bodenschutz-Gipfel unter dem Vorsitz des Bundeskanzlers, der für einen nationalen Schulterschluss sorgen müsse. „Wir brauchen einen wirksamen Bodenschutz-Vertrag, keine unverbindlichen Ziele, an die sich niemand hält„, fordert Maria Schachinger. „Der Neustart nach der Corona-Krise muss unbedingt naturverträglich sein, damit der Flächenfraß nicht endgültig eskaliert„, warnt die WWF-Expertin. Sie nimmt auch die Bundesländer in die Pflicht, die bei der morgen (Freitag) stattfindenden Konferenz der Umwelt-Landesrätinnen und -Landesräte ein gemeinsames Vorgehen beschließen sollen.
“Eine Lehre aus der Coronakrise ist, dass wir intakte Grünräume besser schützen müssen. Dennoch ist allein im Vorjahr rund 3.000 Hektar Boden am Zielwert vorbei gebaut worden. Damit gefährden wir weiterhin unsere Lebensgrundlage”, sagt WWF-Expertin Maria Schachinger. “Die Verbauung zerstört wertvolle Lebensräume, bedroht gefährdete Arten und befeuert die Klimakrise. Zusätzlich leidet unsere eigene Gesundheit. Unsere Ernährung hängt genauso von gesunden Böden ab wie unser Zugang zu Trinkwasser, zu sauberer Luft und zur Abkühlung im Sommer.”
Im Zuge eines 15-Punkte-Plans fordert der WWF daher einen Bodenschutzvertrag von Bund, Ländern und Gemeinden, um den Flächenfraß bis 2030 auf maximal einen Hektar pro Tag zu reduzieren. Besonders wichtig sind die Ökologisierung der Raumordnung und des Steuersystems sowie eine große Naturschutz-Offensive.
Der WWF mobilisiert derzeit mit der Online-Petition „Natur statt Beton – Stoppt die Verbauung Österreichs!“ für mehr Bodenschutz. Rund 26.000 Menschen haben sich der Petition bereits angeschlossen.
Rückfragehinweis:
Mag. Nikolai Moser
Leiter Kommunikation WWF Österreich
+43 664 8839 2489
nikolai.moser@wwf.at
www.wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF zum Klimagesetz: Ohne verbindliche Pflichten droht Mogelpackung
Begutachtungsfrist endet am Freitag: Verbindliche Sektorziele und Rechtsschutz fehlen, Standortklausel ermöglicht Rückzieher – Bundesregierung und Nationalrat müssen Entwurf nachschärfen
Weltnaturkonferenz: WWF warnt vor Scheitern zentraler Verhandlungen
Zum Start des Ministersegments stocken Verhandlungen über Naturschutz-Finanzierung – WWF fordert verbindliche Finanzierungszusagen und Abbau umweltschädlicher Subventionen
WWF: Über 1,25 Millionen Stimmen gegen Abbau des EU-Naturschutzes
Umwelt-Allianz übergibt Petition heute an EU-Umweltkommissarin Roswall – WWF fordert Erhalt zentraler Schutzgesetze und klare Position der Bundesregierung
WWF zu Klimaschäden: Bundesregierung muss Klimaschutz und Vorsorge stärken
Studie der Uni Graz zeigt steigende Kosten des Nicht-Handelns – WWF fordert verbindliche Klimaziele, Abbau klimaschädlicher Förderungen und mehr natürlichen Schutz vor Extremwetter
Niederösterreich: WWF plant Rückbau von sechs Flussbarrieren
Rund 24 Kilometer von Fugnitz und Fellingbach sollen für Fische wieder durchgängig werden: WWF-Projekt stärkt wertvolle Lebensräume im Thayatal
Waldbrände auf Borneo: WWF fordert Soforthilfe für Orang-Utans
Feuer und Rauch bedrohen Menschenaffen – Zerstörte Wälder verschärfen Nahrungsmangel – Regierungen sollen bei Weltnaturkonferenz Mittel für Rettung und Waldschutz zusagen
Bagger am Pitztaler Gletscher: WWF fordert strengeren Gletscherschutz
Naturschutzorganisation warnt vor immer neuen Eingriffen durch Gletscherschwund – Land Tirol soll Ausnahmen einschränken und verbindliche Ausbaugrenzen festlegen
Good News: Finn ist neuer WWF-Naturschutzhund
Der 5-jährige Rüde hilft mit seiner Spürnase dabei, Fälle von Wildtierkriminalität aufzudecken. Er gilt als besonders ausgeglichen und arbeitsfreudig.









