Umweltschutzorganisation ortet falsche Prioritäten: Umweltschädliche Subventionen bleiben großteils unangetastet, Biodiversität bleibt unterfinanziert, beim Klimaschutz wird gekürzt
WWF übergibt Forderungen zu klimagerechtem Neustart
Klima-Corona-Deal mit konkreten Forderungen an BM Gewessler überreicht – Staatshilfen und Konjunkturpakete an Klimakriterien knüpfen – WWF fordert Vorziehen der öko-sozialen Steuerreform
Wien, am 17.07.2020. Gemeinsam mit 183 Organisationen und 577 Wissenschaftler*innen hat der WWF Österreich heute den Plan für einen nachhaltigen Wiederaufbau der Wirtschaft nach der Corona-Krise an Bundesministerin Leonore Gewessler überreicht. Der sogenannte „Klima-Corona-Deal“ enthält konkrete Forderungen an die Bundesregierung und zeigt darin Wege für die Krisenpolitik auf, die sich sowohl an ökonomische als auch soziale und ökologische Kriterien knüpfen.
„So wie die Corona-Krise verlangt auch die Klimakrise eine gemeinsame Kraftanstrengung und tiefgreifende Veränderungen in der Gesellschaft. Wir haben jetzt die Möglichkeit zu Handeln. Um langfristig krisensicher zu sein, müssen wir uns gesamthaft auf allen Ebenen klimagerecht und naturverträglich ausrichten“, sagt Karl Schellmann, Klimasprecher des WWF Österreich. „Wenn die Politik jetzt die falschen Investitionen tätigt und damit Weichen in eine falsche Richtung stellt, wird Österreich seine Klimaziele verfehlen und eine klimafitte Ausrichtung der Wirtschaft versäumen.“ Staatshilfen und Konjunkturpakete müssen deshalb, wie im Klima-Corona-Deal vorgeschlagen, unbedingt an Klimakriterien geknüpft werden, um Arbeitsplätze, Gesundheit und Umwelt zu schützen.
Dem folgend muss jetzt in effiziente Energiesysteme, einen naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien, effiziente Gebäudesanierung, öffentliche Verkehrsmittel und nachhaltige Landwirtschaft investiert werden. Konkret fordert der WWF auch eine vorgezogene öko-soziale Steuerreform sowie einen Klima- und Naturschutz-Check für alle Konjunkturhilfen. Auch teure Relikte wie das Dieselprivileg dürfen keine Zukunft haben. Parallel dazu müssen umweltschädliche Subventionen rasch um- und abgebaut und klimagerecht investiert werden. „Das würde viele neue und grüne Arbeitsplätze schaffen und die Umwelt entlasten. Außerdem stellt es sicher, dass Österreich eine Vorreiterrolle einnimmt, die wiederum attraktive Investoren anzieht“, argumentiert Schellmann.
Rückfragehinweis:
Sarah Bimingstorfer, Presse und Politik WWF Österreich,
Tel: +43 676 834 88 216
E-Mail: sarah.bimingstorfer@wwf.at
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