23 Nachforderungen, jede zweite betrifft Sicherheitsfragen – Tiwag-Unterlagen unvollständig, zentrale Risiken trotz Nachreichungen immer noch ungeklärt – WWF fordert Stopptaste für UVP
WWF unterstützt Kampf gegen Plastikflut und fordert Mehrweg-Offensive
Wien, 5. Dezember 2018. Der WWF Österreich begrüßt das am Mittwoch im Ministerrat behandelte generelle Aus für Plastik-Tragetaschen ab Jänner 2020 und fordert von der Bundesregierung eine nachhaltige Mehrweg-Offensive, um kontraproduktive Scheinlösungen zu verhindern. „Das von der Umweltbewegung seit Jahren geforderte Verbot ist ein Schritt in die richtige Richtung, muss aber in der Praxis erst noch vernünftig umgesetzt werden. Unsere Umwelt hat nichts davon, wenn Wegwerfsackerl aus Plastik einfach nur durch solche ersetzt werden, deren Gesamt-Ökobilanz gleich miserabel oder sogar schlechter ist. Daher braucht es nachhaltige Mehrweg-Alternativen, um die Abfallmengen tatsächlich zu reduzieren“, sagt Hanna Simons, Leiterin Natur- und Umweltschutz beim WWF Österreich.
Die Umweltschutzorganisation empfiehlt, Einwegprodukte zu vermeiden, auch wenn sie biologisch abbaubar sind. Am besten werden Plastiksackerl durch Mehrwegprodukte mit einer langen Lebensdauer ersetzt. Entscheidend ist stets, wie häufig diese Tragetaschen in der Praxis verwendet werden. Zum Beispiel sind Taschen aus Baumwolle nicht automatisch umweltfreundlicher, sondern eben erst nach vielfacher Wiederverwendung. Laut WWF-Expertin Elisa Gramlich muss die ökologische Gesamtbilanz berücksichtigt werden. „Auch Papiertragetaschen sind sehr energieintensiv in der Herstellung. Zudem führt die steigende Nachfrage nach Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen für Biokunststoffe unter anderem zur Abholzung von Wäldern für vermeidbare Einwegprodukte. Die Politik ist daher gefordert, diese kontraproduktiven Effekte zu unterbinden.“
Kompostierbare Sackerl sind aus Sicht von Gramlich keine gute Alternative zu Mehrwegprodukten. Denn meist dauert deren Verrottung länger als der für Kompostierungsanlagen vorgesehene Zeitraum. Dadurch stören sie die Kompostierung bzw. werden für die Verbrennung aussortiert. Der zersetzte Biokunststoff liefert aufgrund seiner Zusammensetzung auch kein wertvolles Material für die Kompostierung.
Aktuell werden in Österreich nur 34 Prozent der Plastiksackerl und Verpackungen recycelt. Der Rest landet in Verbrennungsanlagen. Der WWF fordert daher von der Bundesregierung neben der Einschränkung der Plastikflut auch bessere Recyclinglösungen und einen stärkeren Fokus auf die Kreislaufwirtschaft. Auf diese Weise können auch bereits produzierte Produkte wiederverwendet werden und es gehen weniger Ressourcen verloren. „In diesem Sinne ist es positiv, dass die Umweltministerin Verpackungen reduzieren und für die Wiederverwendung gestalten will. Je ambitionierter, desto besser“, sagt Gramlich.
„Gut, dass die Politik dieses Thema jetzt konsequenter als bisher angeht. Allerdings braucht es noch viele weitere Maßnahmen, damit Österreich wieder zum Umweltmusterland wird. Sowohl im Kampf gegen die Plastikflut als auch in der Klima- und Umweltschutzpolitik gibt es noch unzählige offene Baustellen“, bekräftigt Hanna Simons die WWF-Position.
Rückfragehinweis:
Theresa Gral, WWF –Pressesprecherin, Tel.: +43 676 83488 216,
E-Mail: theresa.gral@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Dramatischer Rückgang: Kaiserpinguine jetzt „stark gefährdet“ – WWF fordert raschen Klimaschutz
Antarktis-Lebensraum zunehmend bedroht – Kaiserpinguine auf der Roten Liste der IUCN hochgestuft – WWF fordert dringend bessere Arten- und Klimaschutzmaßnahmen
Biber als Klima-Helden: Streng geschützte Art schafft effektive Kohlenstoffsenken
Neue Studie bestätigt positive Effekte von Biberdämmen: Durch Biber geschaffene Feuchtgebiete speichern große Mengen an Kohlenstoff – WWF fordert mehr Raum für den Biber
Good News: Besserer Schutz für wandernde Tierarten
Tiere wie die grüne Meeresschildkröte, die Schneeeule und der Große Hammerhai werden zukünftig besser geschützt. Die Entscheidung fiel auf der UN-Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten.
WWF an Bundesregierung: Verzicht auf Energiesparen verschärft Energiekrise
Anhaltendes Verweigern wirksamer Energiespar-Maßnahmen und Kampagnen erhöht Risiko von Versorgungsengpässen – Umdenken der Politik gefordert
Neue WWF-Umfrage zeigt große Unterstützung für Renaturierung in Österreich
76 Prozent halten Renaturierungsmaßnahmen für wichtig – Mehrheit fordert Kanzler-Einsatz für Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen
Bauarbeiten für Lobau-Autobahn gestartet – WWF kritisiert sündteuren Irrweg
Umweltrisiken und Milliardenkosten sprechen eindeutig gegen neue S1-Autobahn – WWF fordert Ausbau des öffentlichen Verkehrs und flächensparende Raumplanung
Drama um Buckelwal „Timmy“: WWF warnt vor steigenden Gefahren für Wale weltweit
Wachsender Unterwasserlärm, Schiffsverkehr und Folgen der Klimakrise bringen Wale weltweit unter Druck – WWF fordert verstärkten Schutz, um Risiko für Strandungen zu reduzieren
WWF und VCÖ: Rund 17.000 Hasen jährlich Opfer des Straßenverkehrs
Straßennetz wird zur tödlichen Falle – Zerschneidung der Lebensräume nimmt zu – WWF und VCÖ fordern Stopp der Naturzerstörung













