Neuer Rekord in Österreich: 123 territoriale Seeadler-Paare konnten gezählt werden. Ihr Lieblingsplatz ist das Waldviertel.
WWF warnt: Tiwag-Energiestrategie nicht zukunftstauglich
Auch 15 Monate nach Beginn des Ukraine-Kriegs bietet die Tiwag in Tirol immer noch neue Gasanschlüsse an und beharrt auf ihrem teuren Ausbauprojekt für das Kraftwerk Kaunertal. “Das Projekt hätte massive Naturzerstörungen zur Folge und würde das Ötztal stark entwässern. Zudem wäre die tatsächlich produzierte Energie viel geringer als vom Konzern behauptet, weil die Gletscherflüsse in Zukunft deutlich weniger Wasser führen werden. All das zeigt, dass die Energiestrategie der Tiwag nicht zukunftstauglich ist”, warnt Bettina Urbanek vom WWF Österreich. Genau diesen Defiziten widmet sich auch der siebte und finale Artikel der WWF-Onlineserie “Tatort Kaunertal”.
Der WWF fordert eine Energiespar- und Photovoltaik-Offensive von der Landesregierung wie auch von der Tiwag. “Der Ausbau des Kraftwerks Kaunertal ist genauso wenig tragbar wie das Heizen mit Erdgas in der Klimakrise – für beides ist ein rascher Ausstiegsplan notwendig”, fordert Bettina Urbanek vom WWF. “Tirol braucht einen zukunftsfitten Energieversorger, der keine Naturzerstörung und keinen Wassermangel für die Menschen verursacht. Saubere Energie statt maximaler Profit muss das Motto sein.” Derzeit passiere das genaue Gegenteil: “Der Konzern setzt die Menschen im Ötztal der realen Gefahr eines Wassermangels aus. Denn Jahr für Jahr sollen für das geplante Kraftwerksprojekt bis zu 80 Prozent des Wassers aus der Venter und Gurgler Ache abgeleitet werden. Konkret wären das rund 290 Millionen Kubikmeter – das entspricht dem siebenfachen Jahresverbrauch von Innsbruck.”
Die Tiroler Flussheiligtümer Venter und Gurgler Ache werden derzeit großteils von Gletschern gespeist. “Sind diese aufgrund der Klimakrise ganz abgeschmolzen, führen sie im Sommer um rund zwei Drittel weniger Wasser – mit fatalen Folgen für die Wasserversorgung, von der auch Landwirtschaft und Tourismus abhängen”, warnt WWF-Expertin Bettina Urbanek. “Der massive Rückgang des Wassers würde auch die Energieerzeugung stark reduzieren und damit die großen Naturschäden durch den geplanten Mega-Ausbau endgültig indiskutabel machen.” Für das Projekt soll unter anderem der mit mehr als 20 Hektar größte Moor-Feuchtgebietskomplex der österreichischen Hochalpen für immer zerstört werden, denn im Platzertal wäre für einen neuen Speichersee ein 120 Meter hoher Staudamm geplant.
Folge 7 der Serie “Tatort Kaunertal” finden Sie hier.
News
Aktuelle Beiträge
WWF zu CloudHQ: Großrechenzentren brauchen verpflichtenden Umweltcheck
Umweltschutzorganisation begrüßt UVP für 6,7-Hektar-Projekt in Leopoldsdorf – WWF fordert einheitliche Bundesregeln statt Fleckerlteppich
Neuer Seeadler-Rekord in Österreich: WWF-Zählung erfasst so viele Paare wie noch nie
Konsequenter Schutz zeigt Wirkung: 123 territoriale Seeadler-Paare in Österreich – Hotspot im Waldviertel – Illegale Verfolgung bleibt große Bedrohung
WWF zu Klimaneutralität 2040: Fossile Abhängigkeit ist die wahre Standort-Hypothek
Umweltschutzorganisation weist IV- und WKO-Kritik zurück – Verbindliches Klimaziel schafft Planungssicherheit, senkt Energieabhängigkeit und stärkt Innovation – WWF fordert wirksame Maßnahmen für die Umsetzung
WWF zu Wolfsabschuss im Pitztal: Verdacht auf Straftat rasch aufklären
Mutmaßlicher Fall von Wildtierkriminalität – Naturschutzorganisation fordert konsequente Ermittlungen
WWF warnt vor Artenverlust in der Unteren Lobau
Aktueller WWF-Artencheck: Langjähriger Wassermangel bedroht Bitterling, Donau-Kammmolch, Sumpfschildkröte und Flussmuscheln – Anhaltende Dürre verschärft die Lage und bedroht lokale Vorkommen
WWF-Ausblick: Österreichs Flüsse gehen stark geschwächt in den Herbst
Im August rund 90 Prozent der Pegelmessstellen mit sehr niedriger Wasserführung – Niederösterreich, Burgenland und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert Schutzprogramm und Renaturierung
Ende der Begutachtung – WWF fordert Rücknahme der Vorarlberger Biber-Verordnung
Naturschutzorganisation legt Stellungnahme vor – Entwurf sieht jährliche Tötungskontingente von bis zu 32 Tieren vor – WWF fordert Vorrang für Prävention
Biokunststoffe auf dem Prüfstand: Neue Studie untersucht tatsächliche Abbaubarkeit in der Natur
Neue Forschungsinitiative testet Zersetzbarkeit von Biokunststoffen in über 20 natürlichen Lebensräumen – Kooperation des WWF Österreich und der Technischen Universität Bratislava










