Neuer Höchstwert von 30,3 Grad bei Hohenau – Bisheriger Rekord aus 2018 deutlich überschritten – WWF fordert Ausweitung von Renaturierungsprojekten
WWF: Wolfsabschüsse erreichen bereits zur Jahresmitte neuen Höchststand
Die behördlich veranlassten Wolfsabschüsse haben in Österreich bereits zur Jahresmitte einen neuen Höchststand erreicht. Laut einer aktuellen WWF-Zählung wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres mindestens 23 Tiere auf Basis von Verordnungen der Bundesländer getötet. Damit liegt die Zahl schon jetzt über dem gesamten Vorjahr mit 22 behördlichen Tötungen. „Im Schnitt wurde heuer alle acht Tage ein Wolf abgeschossen. Das ist ein völlig überzogenes Vorgehen gegen eine geschützte Art, deren Population in Österreich weiterhin klein und fragil ist“, sagt WWF-Experte Christian Pichler. Zudem widerspricht die geltende Abschusspraxis laut WWF den strengen Vorgaben des EU-Artenschutzrechts, weil Ausnahmen vom Schutzstatus nur nach einer sorgfältigen Einzelfallprüfung zulässig sind.
Mehr als 90 Prozent der behördlichen Wolfsabschüsse im ersten Halbjahr 2026 entfallen auf Kärnten und Tirol: Kärnten meldete bis zum 9. Juni* bereits zwölf Fälle, Tirol bis Ende Juni neun. Darunter war auch die heftig kritisierte Tötung des italienischen Forschungswolfs Mirco. Je ein weiterer Abschuss entfiel auf Salzburg und Niederösterreich. „Kärnten und Tirol stehen für eine besonders fragwürdige Abschusspolitik, die normales Wolfsverhalten vorschnell zum Risiko erklärt. Viel zu oft wird eine rasche Tötung freigegeben, bevor gelindere Mittel ernsthaft geprüft und ausgeschöpft werden“, sagt Pichler. Zentral sei daher der Ausbau von fachgerechtem Herdenschutz. „Gut geplante Maßnahmen verringern Konflikte mit Beutegreifern und können auch Abstürze oder Krankheiten bei Weidetieren reduzieren“, so Pichler.
Besonders problematisch ist aus Sicht des WWF, dass die Abschüsse eine Population treffen, die sich erst langsam wieder etabliert. Im Jahr 2025 wurden in Österreich insgesamt 121 Wölfe genetisch bestätigt. Gemessen daran entsprechen die mindestens 23 im ersten Halbjahr getöteten Tiere fast einem Fünftel der bisherigen Größenordnung. „Ständiger Abschussdruck erschwert den Aufbau von Wolfsfamilien. Dabei können stabile Rudel zur Beruhigung der Situation beitragen, weil sie Reviere besetzen und die Zuwanderung durchziehender Jungwölfe aus den Nachbarländern begrenzen“, sagt Wolfsexperte Christian Pichler vom WWF.
Laut dem Statusbericht des Österreich-Zentrums ist die Zahl der nachgewiesenen Rudel im Vorjahr von neun auf acht gesunken. Zudem haben nur drei der Familien sicher Nachwuchs gehabt.
* Das Land Kärnten veröffentlicht seine Abschusszahlen seit heuer nur mehr quartalsweise, hat aber das Österreichzentrum Wolf, Bär, Luchs mit Stand 9. Juni über die bisherigen Wolfsentnahmen 2026 informiert. Diese Werte sind daher auch in die aktuelle WWF-Statistik eingeflossen.
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Kritik an Linzer “Österreich-Deklaration”: Stillstand beim Bodenschutz wird zementiert
Zitierte ÖROK-Zahlen zeigen massive Zielverfehlung von Bund und Ländern
Hitze – WWF fordert Sonderbudget für Entsiegelung und Renaturierung
Bund und Länder sollen Gemeinden beim Umbau stark versiegelter Orte unterstützen – Zusätzliche Mittel für Begrünung, naturnahe Gewässer und mehr Wasserrückhalt – EU-Renaturierungsgesetz ambitioniert umsetzen
WWF und BirdLife fordern „Aktion scharf gegen Giftköder“
Grausame Geier-Vergiftung im Lesachtal muss Konsequenzen haben – Verbotenes Nervengift für 90 Prozent aller nachgewiesenen Wildtier-Vergiftungen verantwortlich – Seit Jahrzehnten verboten, aber bis heute eingesetzt
WWF: Anhaltende Hitzewelle belastet Wildtiere
Hitze und Trockenheit setzen Amphibien, Jungvögeln und Schmetterlingen besonders zu – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und gibt Tipps, um Wildtieren zu helfen
llegaler Tigerhandel: Neuer Report zeigt Schwächen in Südostasiens Justizsystemen
WWF, GuArdean und TRAFFIC analysieren Strafverfolgung in sieben Tiger-Verbreitungsstaaten – Drahtzieher und Geldgeber werden bisher zu selten belangt – WWF fordert verstärkte Kontrollen und internationale Zusammenarbeit
Italienischer Top-Experte kritisiert Tiroler Wolfsabschuss: WWF fordert lückenlose Aufklärung
Zoologe Marco Apollonio bezeichnet Abschuss von Forschungswolf Mirco als „dumm und unnötig“ – WWF verlangt vollständige und transparente Aufklärung durch die Tiroler Landesregierung.
WWF-Erfolg: Mehr Wasser für den Mühlbach
Mehr Wasser, mehr Artenvielfalt: Dank der erfolgreich umgesetzten Maßnahme an der Grenzmur führt der Mühlbach heute mehr als doppelt so viel Wasser wie früher.
Forschungswolf getötet – WWF kritisiert überzogene Abschusspolitik in Tirol
Artenschutzorganisation fordert Kurskorrektur im Wolfsmanagement – Besenderte Wölfe liefern wertvolle Daten für Herdenschutz und Prävention – Italien forscht, Österreich schießt ab










