Rahmenbedingungen für Klimaneutralität 2040 längst überfällig – Industriellenvereinigung verhindert zahlreiche Energiegesetze und schadet sich selbst
WWF zu EU-Taxonomie: Regierung muss auch Erdgas-Greenwashing klar ablehnen
Noch bis Freitag sammelt die EU-Kommission Stellungnahmen für ihren Plan, Atomkraft und Erdgas in die Klima-Taxonomie einzubauen. Anlässlich dessen fordert die Umweltschutzorganisation WWF die Bundesregierung zur klaren Ablehnung des geplanten Greenwashings für beide Energieträger auf. „Österreich muss sich neben der Atomkraft auch gegen das Greenwashing von Erdgas positionieren, um glaubwürdig zu bleiben. Beide Technologien sind umweltschädlich und gefährlich und dürfen daher keinesfalls als nachhaltige Investitionen eingestuft werden“, sagt Jakob Mayr, Experte für nachhaltige Finanzen beim WWF Österreich. Der WWF nimmt dafür neben der Bundesregierung auch die österreichischen EU-Abgeordneten in die Pflicht, in ihren Fraktionen für eine klare Ablehnung des Plans einzutreten. „Wer gegen Atomkraft in der Taxonomie ist, muss auch gegen das Greenwashing von fossilem Gas auftreten. Ansonsten könnten viele Milliarden Euro in die falsche Richtung fließen und den überfälligen Wandel verzögern“, sagt Mayr.
Gemeinsam mit Erdöl und Kohle gehört fossiles Gas weltweit zu den größten Klimakillern und ist allein in Österreich für 20 Prozent aller Treibhausgasemissionen verantwortlich. Besonders problematisch ist das bei der Erdgasgewinnung freigesetzte Methan, ein noch viel schädlicheres Treibhausgas als CO2. Etwa zwei Drittel unserer Energieversorgung bestehen derzeit aus importierter fossiler Energie. Das verursacht je nach Höhe der Preise ein jährliches Defizit von acht bis zehn Milliarden Euro für die heimische Volkswirtschaft. “Europa muss vor allem in Energiespar-Programme und naturverträgliche erneuerbare Energieträger investieren anstatt neue Abhängigkeiten zu schaffen”, fordert Jakob Mayr vom WWF.
Sollte die EU-Kommission an ihrem Greenwashing-Entwurf festhalten, hat das europäische Parlament nach der Veröffentlichung des finalen Rechtsakts vier Monate Zeit, ihn mit einer Mehrheit abzulehnen. Damit liegt es auch an den österreichischen EU-Abgeordneten, in ihren Fraktionen für eine klare Ablehnung zu werben und die Taxonomie wieder zu dem zu machen, was ursprünglich vorgesehen war: ein wissenschaftsbasierter, glaubwürdiger Kriterienkatalog für klima- und naturverträgliche wirtschaftliche Tätigkeiten. “Eine Ablehnung von Atomkraft und Erdgas in der Taxonomie wäre jedenfalls ein starkes Signal an die weltweiten Finanzmärkte und würde damit auch dem ramponierten Green Deal wieder etwas Leben einhauchen”, sagt WWF-Experte Jakob Mayr.
News
Aktuelle Beiträge
Trockenheit in Österreich: WWF fordert Schutz des Platzertal-Moors als wichtigen Wasserspeicher
Feuchtgebiete in der Klimakrise immer wichtiger – Kraftwerkspläne bedrohen einzigartiges, hochalpines Moor – WWF fordert Schutz intakter Moore für wertvollen Wasserrückhalt
WWF-Ranking: Kein Bundesland schützt Böden ausreichend
Naturschutzorganisation analysiert Bodenpolitik der Bundesländer – Salzburg an der Spitze, aber nur „lückenhaft“ – Kärnten und Oberösterreich Schlusslichter – Mehr als die Hälfte der 99 Teilbewertungen im neuen WWF-Bodenreport kritisch oder ungenügend
Countdown für Renaturierungspläne: WWF fordert rasche Fertigstellung und Veröffentlichung
Zwei Wochen vor EU-Deadline noch immer kein Gesamtentwurf vorliegend – Historische Dürre zeigt Notwendigkeit von Renaturierung – Umweltminister und Bundesländer in der Pflicht
Klimakrise trifft verbaute Flüsse besonders hart: WWF fordert Renaturierung zum Schutz seltener Huchen
Fehlender Wasserrückhalt verschärft Austrocknung – Kleinwasserkraftwerke behindern Fischwanderung – WWF fordert mehr Renaturierung zum Erhalt der gefährdeten Huchen in der Pielach
WWF-Erfolg: 20 Sambars in thailändischem Nationalpark freigelassen
20 Tiere, ein Nationalpark und ein großes Ziel: Die Natur wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Im Nationalpark Mae Wong wurden erfolgreich Sambars freigelassen.
WWF und ÖKOBÜRO gewinnen Artenschutzverfahren am Verwaltungsgerichtshof
Höchstgericht bestätigt fehlende Rechtskonformität von Abschuss-Verordnungen für geschützte Tierarten – Ende der pauschalen Tötungen gefordert
WWF: Klimakrise stellt Budget auf Belastungsprobe
Folgen der Klimakrise sorgen für Schäden in Millionenhöhe – Umweltschutzorganisation fordert konsequenten Klimaschutz und wirksame Klimawandelanpassung statt reiner Symptombekämpfung
Elefanten in der Klimakrise: WWF warnt vor “gefährlichem Cocktail” für Dickhäuter
Dürre, Hitze und extreme Niederschläge verändern den Lebensraum von Elefanten massiv – Suche nach Wasser und Futter zunehmend erschwert – WWF fordert verstärkte Schutzmaßnahmen









