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WWF zum Tag der Haie: 80 Arten leben im Mittelmeer – und brauchen besseren Schutz
Wien/Rom, am 13. Juli 2026 – Anlässlich des “Shark Awareness Day” am 14. Juli macht der WWF Österreich auf die Vielfalt der Hai- und Rochenarten im Mittelmeer aufmerksam – gleichzeitig aber auf die dramatische Situation, in der sich die Tiere befinden. Denn das Mittelmeer gehört zu den gefährlichsten Lebensräumen für Haie und Rochen weltweit: „Rund 80 Hai- und Rochenarten sind im Mittelmeer heimisch – doch über 60 Prozent von ihnen gelten bereits als gefährdet. 20 Arten sind sogar akut vom Aussterben gefährdet, darunter der weiße Hai, der Blauhai und der Engelhai”, sagt WWF-Mittelmeerexpertin Simone Niedermüller. Die Gründe für den Rückgang der Hai- und Rochenpopulationen im Mittelmeer sind vor allem menschengemacht: Überfischung und Beifang sowie illegale Fischerei, aber auch der Verlust von Lebensraum und die Plastikverschmutzung setzen die Tiere zunehmend unter Druck. Der WWF fordert daher dringend bessere Schutzmaßnahmen, wie etwa die Ausweitung von Meeresschutzgebieten. Darüber hinaus braucht es dringend besseres Management und strengere Kontrollen der Fischerei.
Außerdem ruft der WWF zur Vorsicht beim Fischkonsum auf – denn allzu oft landen Haie unter irreführenden Bezeichnungen auf Märkten und Touristenmenüs. Häufig wird Haifleisch fälschlicherweise als Schwertfisch angeboten oder unter Namen wie “Palombo”, “Verdesca” “Gattuccio”, “Cagneto” in Italien, “Galeos” in Griechenland, “Cazon” in Spanien oder auch als “Schillerlocke” in Deutschland verkauft. Zum Teil wird in Urlaubsländern auch ganz unverschämt mit “Hai-Burger” oder “Hai-Steak” geworben. „Viele Hai- und Rochenarten werden leider ohne Beschränkungen und teilweise illegal gefischt und vermarktet. Wer zu deren Schutz beitragen will, sollte auf den Konsum verzichten und – gerade in Urlaubsländern – genau nachfragen”, sagt Simone Niedermüller vom WWF Österreich. Denn Haie und Rochen erfüllen wichtige Funktionen, die für das gesunde Gleichgewicht des Mittelmeers unerlässlich sind. „Sowohl als Räuber als auch als Nährstoffverteiler spielen sie eine Schlüsselrolle für gesunde Meereslebensräume und sind damit für das ökologische Gleichgewicht des Mittelmeers unverzichtbar”, sagt Niedermüller vom WWF. Außerdem tragen sie zum Kreislauf von sogenanntem ‘blauen Kohlenstoff’ bei, der wiederum im Kampf gegen die Klimakrise enorm wichtig ist.
Spitzenräuber, sanfte Riesen und gut getarnte Engel
Der wohl bekannteste Räuber der Meere, der Weiße Hai, kommt – wenn auch sehr selten – im Mittelmeer vor. Eine kürzlich veröffentlichte wissenschaftliche Studie unter Mitwirkung des WWF bestätigt die Identität eines jungen Weißen Hais in der Adria und unterstreicht die Bedeutung von solchen Beobachtungen. „Die Bestände des Weißen Hais im Mittelmeer sind eine der am stärksten gefährdeten Hai-Populationen weltweit. Jedes Individuum kann neue Erkenntnisse für die Wissenschaft liefern und ist damit für den Arterhalt und die Gesundheit der Meere entscheidend”, sagt Simone Niedermüller vom WWF.
Als weiteren, wichtigen Vertreter der Haiarten im Mittelmeer hebt der WWF den bis über zehn Meter großen Riesenmaulhai hervor. Er erfüllt als Planktonfresser eine wichtige Filter-funktion, indem er pro Stunde bis zu 2.000 Tonnen Meerwasser durch sein riesiges, zahnloses Maul gleiten lässt und kleinste Lebewesen aus dem Wasser aufnimmt. Ein weiterer, im Mittelmeer beheimateter sanfter Riese ist der bis zu drei Meter breite Teufelsrochen, ein enger Verwandter des Mantarochen. Auch er ist vom Aussterben bedroht – dennoch werden die Tiere regelmäßig gesichtet. Der WWF ist an einem Projekt beteiligt, bei dem einige Tiere in Spanien besendert werden konnten, um wissenschaftliche Daten zu sammeln.
Auch seltene Engelhaie sind für den Menschen harmlos. Sie leben in küstennahen Gebieten und verstecken sich in sandigen Böden, um ihrer Beute aufzulauern. Vor Kurzem konnte der WWF die seltenen Tiere in der oberen Adria aufspüren – ein Hoffnungsschimmer für den Fortbestand der Art.
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