Brutbilanz 2026: 30 Jahre alter Rekord gebrochen – 147 Jungvögel bei 46 Brutpaaren nachgewiesen – WWF-Auenreservat bietet wertvollen Lebensraum
WWF zur Roten Liste: Artensterben reicht von der Tiefsee bis in die Wüste
Wien/Gland, am 9. Juli 2026 – Der WWF sieht in der heutigen Aktualisierung der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) ein deutliches Warnsignal für die globale Artenvielfalt. Von 175.909 erfassten Arten gelten bereits 49.505 als bedroht. Besonders alarmierend sei, dass über 60 Prozent der weltweit bekannten endemischen Weichtiere an hydrothermalen Quellen – 125 von 201 Arten – durch Tiefseebergbau an den Rand des Aussterbens gedrängt werden. Auch der Wüsten-Regenfrosch in Namibia und Südafrika rückt durch Diamantenabbau, Energie-Infrastruktur und weitere Industrieprojekte näher an das Aussterben. „Die neue Rote Liste zeigt, wie weit der menschliche Druck inzwischen reicht: von der Tiefsee bis in die Wüste. Wer Lebensräume rücksichtslos zerstört, verliert Arten, bevor wir ihre Rolle im Ökosystem überhaupt verstehen“, sagt WWF-Artenschutzexperte Georg Scattolin.
Zugleich zeigt die aktuelle Rote Liste, dass konsequenter Naturschutz wirkt. So konnte der Numbat, ein seltenes australisches Beuteltier, dank jahrzehntelanger Schutzmaßnahmen herabgestuft werden. Intensive Programme zur Bekämpfung invasiver Arten, Wiederansiedlungen und Schutzgebiete haben den Bestand deutlich erhöht. „Artensterben ist kein Naturgesetz. Schutzgebiete, Renaturierungsmaßnahmen und klare Grenzen für wirtschaftliche Eingriffe können Populationen stabilisieren. Die Politik muss diese Erfolge zur Regel machen, zum Beispiel durch einen Stopp für riskanten Tiefseebergbau und die wirksame Umsetzung der globalen Biodiversitätsziele“, sagt Scattolin vom WWF.
WWF-Report empfiehlt: Kommerzielle Ausbeutung der Tiefsee stoppen
Mit Blick auf die bevorstehenden internationalen Verhandlungen über den Tiefseebergbau appelliert indes der WWF an die Staatengemeinschaft, keine kommerzielle Ausbeutung der Tiefsee zuzulassen, solange die ökologischen Risiken nicht umfassend geklärt sind. Denn der Rohstoffabbau in der Tiefsee hätte weitreichende ökologische, politische und soziale Folgen, wie ein neuer WWF-Bericht zeigt.
Weitere Infos zum Tiefseebergbau hier.
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Totschnig muss Klima-Risikoanalyse für Gepatsch-Speicher anordnen
Anstehende Sicherheitsüberprüfung als Hebel – Klimafitte Untersuchungen zu Permafrost und Bergsturzrisiken fehlen – WWF fordert Aussetzung des UVP-Verfahrens für Kaunertal-Ausbau
Klimagesetz: WWF warnt vor Mogelpackung
Ohne wirksame Nachschärfungen bleibt Klimagesetz ein Etikettenschwindel – Umweltschutzorganisation fordert verbindliche Zwischenziele und rasche Maßnahmen
WWF: Amazonas-Fische helfen, den Regenwald zu erhalten – 144 Arten bedroht
Neuer Report: Flussverbauung und Überfischung gefährden Fischbestände und Lebensgrundlagen von Millionen Menschen – WWF fordert Schutz frei fließender Flüsse und wichtiger Fischlebensräume
WWF zu hohen Spritpreisen: Öffis ausbauen, Öl-Abhängigkeit im Verkehr senken
Umweltschutzorganisation fordert bessere Bus- und Bahnverbindungen, sichere Radwege und günstigeres Klimaticket – Übergewinne der Mineralölkonzerne EU-weit besteuern
Google-Rechenzentrum: WWF begrüßt erneute Prüfung der UVP-Pflicht
Umweltschutzorganisation fordert umfassende Umweltprüfung in Kronstorf nach Fall in Niederösterreich – Bundesregierung muss eindeutige Regeln für große Rechenzentren im UVP-Gesetz verankern
WWF-Erfolg: Flussdelfin-Nachwuchs im Mekong
6 Kälber der vom Aussterben bedrohten Irawadi-Flussdelfine wurden heuer in Kambodscha geboren – ein großer Erfolg im Artenschutz! Ein herzerwärmendes Video zeigt den Nachwuchs.
WWF: Nachwuchs-Rekord bei stark bedrohten Flussdelfinen im Mekong gibt Hoffnung
Zahl der vom Aussterben bedrohten Irawadi-Flussdelfine in Kambodscha steigt auf 118 Tiere – Heuer sechs Kälber geboren – WWF erfreut über positives Ergebnis intensiver Artenschutzmaßnahmen
EU-Klimaresilienz: 34 Organisationen fordern Vorrang für naturbasierte Lösungen
Offener Brief an EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen – Städte- und Gemeindeverbände, Wasserversorger und Fischerei fordern Natur als Europas „erste Verteidigungslinie“










