Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
100.000 Unterschriften: Breite Allianz fordert Stopp von Ausbau Kraftwerk Kaunertal
“Stoppt den Ausbau des Kraftwerks Kaunertal” – Mehr als 100.000 Menschen haben diese Petition nach aktuellem Stand bereits unterschrieben. Anlässlich dieses Meilensteins fordert eine breite Allianz aus über 35 Bürgerinitiativen, Vereinen und Naturschutzorganisationen jetzt die sofortige Absage des Projekts. “Umweltzerstörung, Naturgefahren, bessere Alternativen – es gibt genug Gründe für den massiven Widerstand gegen das Ausbauprojekt Kaunertal. Wir fordern Landeshauptmann Mattle auf, dieses Planungsfossil endgültig abzusagen und eine Energiewende im Einklang mit Natur und Bevölkerung einzuleiten, statt sich gegen sie zu stellen”, sagt WWF-Experte Maximilian Frey anlässlich einer gemeinsamen Aktion am Innsbrucker Landhausplatz.
Unterstützt wird die aktuelle Initiative vor Ort von der Naturschutzorganisation WWF, Global 2000 sowie Vereinen wie WET, Naturfreunde, Naturschutzbund, Forum Wissenschaft & Umwelt, Birdlife, Riverwatch, dem Netzwerk Generation Earth, Parents for Future, Ötztaler Heimatverein, PAN, POW, Lebensraum Ötztal, Pro Vita Alpina, River Collective, Alpenvereins-Sektionen Innerötztal, Umhausen, Imst-Oberland und Vorder-Ötztal sowie den Bürgerinitiativen Unser Wasser, Einzigartiges Platzertal und Lebenswertes Kaunertal. “Das Ausbauprojekt zieht sich über mehrere Täler: Eines wird entwässert, eines wird gestaut und eines würde zur größten Baustelle Mitteleuropas. Das gefährdet nicht nur wertvolle Natur und unsere Gewässer, sondern auch die Bevölkerung vor Ort. Wenn über 100.000 von uns ihre Stimme nutzen, dann kann man uns nicht länger ignorieren und muss unseren Sorgen Gehör schenken”, sagt Anita Hofmann von der Bürgerinitiative Lebenswertes Kaunertal.
Erfolgt der Ausbau im Kaunertal, wird das Moor im Platzertal geflutet und zahlreiche Tier- und Pflanzenarten verlieren ihr Zuhause. “Das Platzertal ist ein einzigartiger Lebensraum und eine wichtige CO2-Senke. Anstatt dieses wertvolle Moorgebiet zu zerstören, muss die Tiwag sich auf eine naturverträgliche Energiewende fokussieren. Jetzt noch weiter an den veralteten Bauplänen festzuhalten, ist vollkommen unverantwortlich”, sagt Hannah Keller von Global2000.
Eine passende Alternative gibt es im Kühtai, wo der bestehende Speicher erweitert werden kann. “Die TIWAG hat sich mit dem Kaunertal-Projekt in eine planerische Sackgasse manövriert. Durch eine Nachrüstung des Kraftwerks im Kühtai könnten dieselben Speicherkapazitäten geschaffen werden – und das ohne massive Naturzerstörung”, sagt Maximilian Frey vom WWF.
Die Petition zum Stopp des Ausbauprojekts kann weiterhin unterschrieben werden unter wwf.at/petition-kaunertal
Bilder von der Aktion sind hier zu finden.
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz
WWF zum Natura 2000-Tag: Neue EU-Daten zeigen schlechte Lage der Biodiversität in Österreich
Aktuelle FFH-Datensätze: 81 Prozent der geschützten Arten und 77 Prozent der Lebensräume in keinem günstigen Zustand – WWF fordert größere und bessere Schutzgebiete
WWF zur Inflation: Fossile Energien sind zentraler Preistreiber
Ein Drittel der Teuerung geht auf höhere Treibstoff- und Heizölpreise zurück – WWF fordert mehr Energieeffizienz, Abbau umweltschädlicher Subventionen und naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien – Spritpreisbremse nahezu wirkungslos
WWF zu EABG-Verhandlungen: Regierung muss ihren Entwurf grundlegend verbessern
Naturschutzorganisation kritisiert mangelnde Kompromissbereitschaft der Koalition und fordert klare Verbesserungen bei Naturverträglichkeit










