Neuer Bericht des Österreichzentrums: Rückgang auf acht Wolfsrudel im Vorjahr, nur wenige Welpen, Rekordzahl an Abschüssen – WWF fordert mehr Herdenschutz
20 Jahre Tankerkatastrophe Exxon-Valdez in Alaska
Anchorage/Gland/Wien, 19. März 2009 – 20 Jahre nach dem Tankerunglück der Exxon Valdez, bei dem Millionen Liter Rohöl das ökologisch empfindliche arktische Meer vergifteten, sind die Regierungen und Konzerne noch immer unvorbereitet, falls eine weitere Katastrophe dieser Art passiert. Das zeigt eine neue Studie des WWF, die heute veröffentlicht wurde. Rechtliche Beschränkungen von Öl- und Gasbohrungen wurden wieder aufgehoben und verstärkte Aktivitäten in dieser Region machen ein neuerliches Unglück dieser Art wieder wahrscheinlicher. Noch immer werden im Prince William Sund ölverkrustete Felsbrocken aus der Zeit des Unglücks am 24. März 1989 gefunden.
Die Felsbrocken wurden zusammen mit einem Aufruf zur Einrichtung von Sperrgebieten für die Öl- und Gasexploration und die reichhaltigen Fischgründe an Minister, Behörden und die Medien an die arktischen Länder verschickt, die sich noch immer gegen Regelungen zum Schutz der Arktis wehren.
„Während in den letzten 20 Jahren nur wenig passiert ist um solche Katastrophen zu bekämpfen, hat sich die Arktis wesentlich verändert und ist heute noch viel verletzlicher als 1989“, sagte Neil Hamilton, Leiter des WWF-Arktis-Programms. „Das Packeis verschwindet immer mehr und die eisfreien Zeiten werden immer länger, was einen Run auf die arktischen Bodenschätze auslöst – speziell auf die Öl- und Gasvorkommen. Ölunfälle wirken sich verheerend auf die arktischen Meeresgebiete aus. Wenn man die fehlenden Möglichkeiten bedenkt, solche Unfälle entsprechend zu bekämpfen, müssen diese empfindlichen Zonen wirksam geschützt werden.“
In der neuen Studie “Lessons not Learned” empfiehlt der WWF ein Moratorium für die Ölgewinnung in der Arktis bis neue Reinigungsmethoden bei Ölunfällen entwickelt werden. Weiters soll in den besonders empfindlichen Gegenden der Arktis jede Ölgewinnung verboten werden. Dies soll für diejenigen Gebiete vorgeschrieben werden, wo irreparable Langzeitschäden drohen oder wo die Reinigung der betroffenen Gebiete nahezu unmöglich ist. Diese Regionen sind die Bristol Bay in Alaska, wo 40 Prozent des gesamten US-amerikanischen Fischfangs erwirtschaftet werden, sowie das Lofoten-Vesteralen-Gebiet in Norwegen und der Bereich des Schelfs um die West-Kamtschatka in Russland. In diesen Gebieten arbeitet der WWF mit der lokalen Bevölkerung gegen die Vorhaben der Ölkonzerne eng zusammen um die Fischgründe zu schützen.
Die Studie empfiehlt, dass alle arktischen Anrainerstaaten umfassende Risikoanalysen durchführen, die Schifffahrt, Industrie und Petrochemie inkludieren und auch die Folgen des Klimawandels einbeziehen. Der WWF fordert außerdem, dass die arktischen Staaten umfassende Vereinbarungen treffen, um die nötige Infrastruktur für Unfälle und Ölverschmutzungen bereitzustellen.
Die Katastrophe der Exxon Valdez ist die am Besten untersuchte Ölpest in der Geschichte und Wissenschaftler haben entdeckt, dass die Schäden sogar 20 Jahre nach dem Unfall nicht beseitigt sind und sich noch immer auswirken. „Die Lebensgrundlagen der Fischer wurden zerstört, viele wild lebende Arten und Fischgründe haben sich bis heute nicht erholt und die Wirtschaft in Alaska hat Milliarden von Dollar verloren. Wir müssen weitere Unfälle dieser Art unbedingt verhindert“, so Hamilton.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Leiter Medien WWF Österreich, Tel. 01-48817-231
Fotos: Auf Anfrage bei Christoph Schönbäck, WWF Presseabteilung, Tel. 01-48817-239.
Videomaterial: http://www.divshare.com/download/6794022-2d5.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Brutsaison am Inn: WWF und BirdLife appellieren für mehr Rücksicht auf seltene Kiesbrüter
Gefährdete Vogelarten brüten am Inn – Steigende Bestände bei Flussuferläufern geben Hoffnung – Naturschutzorganisationen warnen vor Störungen durch Menschen
Steiermark: WWF kritisiert Frontalangriff auf den Artenschutz
Naturschutzorganisation warnt vor ökologischen Folgen und rechtlichen Problemen – Umdenken der Landesregierung gefordert
Energieeffizienz: Österreich seit sechs Monaten säumig bei EU-Richtlinie, 2030-Ziel wackelt
Stillstand bei Umsetzung verschärft Energiekrise und erhöht Abhängigkeit von Importen – Anhaltende EU-Vertragsverletzung könnte Österreich Millionen kosten – WWF fordert rasches Gegensteuern
Tennis-Star Dominic Thiem engagiert sich für seltene Donau-Störe
Prominente Hilfe für den Artenschutz – Naturschutzorganisation WWF bekommt Unterstützung im Einsatz für die am stärksten bedrohte Tiergruppe der Welt
WWF warnt vor rechtswidriger Wolfsverordnung in Vorarlberg
Naturschutzorganisation kritisiert Begutachtungsentwurf und befürchtet pauschale Abschüsse durch die Hintertür – Forderung nach Überarbeitung und mehr Herdenschutz
Good News: Schon wieder Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark
Gleich zwei Zwillingsgeburten bei den Berggorillas im Virunga-Nationalpark sorgen für Aufsehen. Feldteams konnten bereits beobachten, dass die Tiere innerhalb ihrer Familie einen bemerkenswerten Zusammenhalt zeigen.
WWF: Neue Salzburger Wolfsverordnung widerspricht europäischem Artenschutzrecht
Naturschutzorganisation kritisiert die geplanten anlasslosen Tötungen von Wölfen – Vorgehen gegen geschützte Wildtiere ist in Salzburg völlig überschießend
WWF: Interne Akten zeigen schwere Mängel beim Kraftwerksausbau Kaunertal
23 Nachforderungen, jede zweite betrifft Sicherheitsfragen – Tiwag-Unterlagen unvollständig, zentrale Risiken trotz Nachreichungen immer noch ungeklärt – WWF fordert Stopptaste für UVP












