Vor 8 Monaten wurden die Tiroler Bison-Kuh Ina und ihre Herde nach Aserbaidschan umgesiedelt. Und das Projekt zeigt Erfolge: Die Herde hat sich gut eingelebt und es wurde sogar bereits das erste Kalb geboren.
250.000 Meeresschildkröten sterben jährlich grausamen Tod
Wien, Freitag, 20. Mai 2011 Meeresschildkröten stammen aus einer Zeit von vor 225 Millionen Jahren und haben sogar die Dinosaurier überlebt. Heute sind sie massiv bedroht Jedes Jahr sterben eine Viertelmillion Schildkröten qualvoll als unnützer Beifang in den Netzen der Fangflotten und an den Haken der Langleinen-Fischerei. Mit speziellen G-förmigen Rundhaken, die der WWF entwickeln ließ und mit Naturschutzprogrammen sollen die Tiere zukünftig gerettet werden. “Wenn die neue Technik weltweit umgesetzt wird, kann der Schildkrötenbeifang zu fast Hundert Prozent vermieden werden”, so WWF-Meeresexperte Georg Scattolin. Auch durch die Verbauung der Strände, die Jagd auf die Tiere und die Meeresverschmutzung – vor allem durch Plastikmüll – sind die Meeresschildkröten ebenfalls bedroht.
Alle Meeresschildkröten sind in ihren Beständen gefährdet und durch nationale Gesetze und internationale Verträge geschützt. Durch die moderne Zivilisation sind die früher umfangreichen Bestände an Meeresschildkröten stark dezimiert worden. Bei der Eiablage an den Stränden sind sie und ihre Gelege besonders gefährdet. Die Bejagung der weiblichen Tiere, das Einsammeln der Eier, die kommerzielle Nutzung der Schildkrötenpanzer sowie die rücksichtslose Erschließung von Stränden sind dafür verantwortlich, dass die Meeresschildkröten heute vom Aussterben bedroht sind. Auch die Verschmutzung der Meere und der Plastikmüll bedrohen die Schildkröten. Von Tausend kleinen Schildkrötenbabys wird nur eines erwachsen und kann sich fortpflanzen.

Der WWF konzentriert sich in seiner Naturschutzarbeit auf die Reduktion des Meeresschildkrötenbeifangs durch die Einführung von schildkrötenfreundlichen Rundhaken. Dabei müssen nur die klassischen, J-förmigen Haken durch die G-förmigen Rundhaken ersetzt werden. So kann der Beifang von Meeresschildkröten um bis zu 90 Prozent gesenkt werden. Und wenn doch eine Schildkröte am Haken hängt, können die Fischer 95 Prozent der Tiere retten. Und die Fischer fangen so auch noch mehr Fisch. Damit profitieren alle von der neuen Technik.

Vergleich von J- und Rund- oder G-Haken
Auch können die Fangnetze mit artspezifischen Fluchtfenstern ausgerüstet werden, durch die die Tiere entkommen können. Ein Großteil des Beifangs kann durch solche selektiven Fanggeräte vermieden werden. Der WWF schreibt seit einigen Jahren regelmäßig den weltweiten Wettbewerb „Smart Gear“ („Schlaue Netze“) aus, bei dem Innovationen prämiert werden, die den Beifang verringern. Inzwischen gibt es bereits eine Vielzahl praktischer Lösungen zur Beifangverminderung: Von akustischen Signalgebern in Stellnetzen, die Wale und Delfine auf Abstand halten bis hin zu Scheuchvorrichtungen für Seevögel an Langleinen.

Neben der Entwicklung dieser technischen Innovationen hat der WWF im Südpazifik ein Monitoring-Netzwerk für Meeresschildkröten aufgebaut um die Populationen zu überwachen und die Niststrände zu schützen. Die lokale Bevölkerung wird dabei in die Meeresschildkrötenschutzprojekte eingebunden. Auch werden im Rahmen eines länderübergreifenden Schutzprogrammes des WWF die Wanderrouten von Lederschildkröten im Atlantik mittels Satelliten-Telemetrie (Fernerkundung) erfasst. Ziel ist es, sie auf ihren Wanderungen besser vor den Gefahren durch die Hochseefischerei zu schützen. Dabei werden die Schildkröten mit Sendern markiert und die Position und Wanderrouten weiter erforscht.
Meeresschildkröten schwimmen weltweit in tropischen und subtropischen Meeren auf hoher See und auch in Küstennähe. Weltweit gibt es sieben Arten von Meeresschildkröten. Neben den zwei Arten von Suppenschildkröten gibt es auch die Lederschildkröte, die Echte und die Unechte Karettschildkröte, die Kemp’s Bastardschildkröte und die Pazifische Bastardschildkröte. An den Stränden legen sie ihre Eier ab, wo sie durch die Wärme der Sonne ausgebrütet werden. Ein Gelege umfasst in der Regel über 100 Eier. Die frisch geschlüpften Schildkrötenjungen wiegen etwa 20 Gramm. Auf ihren Wanderwegen zwischen den Erdteilen legen die Meeresschildkröten riesige Entfernungen zurück, kommen aber zur Eiablage immer wieder zu dem Strand zurück, an dem sie selbst geschlüpft sind. Von welchen Einflüssen sie dabei geleitet werden, ist bislang nicht geklärt.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231
Email: franko.petri@wwf.at.
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