Konsequenter Schutz zeigt Wirkung: 123 territoriale Seeadler-Paare in Österreich – Hotspot im Waldviertel – Illegale Verfolgung bleibt große Bedrohung
WWF: EU sagt illegalem Wildtierhandel verstärkt den Kampf an
Im Vorfeld der weltweiten Konferenz zum Handel mit geschützten Tieren und Pflanzen (CITES CoP19) veröffentlicht die Europäische Kommission einen ambitionierten Aktionsplan zur Bekämpfung des illegalen Wildtierhandels in Europa. “Die Pläne sind ein wichtiger Schritt in der Bekämpfung von Wildtierkriminalität. Sie machen auch Hoffnung für die Rettung der letzten Donau-Störe, die wegen ihres Kaviars illegal gejagt und gehandelt werden. Deshalb fordern wir die EU-Mitgliedsstaaten und das Europäische Parlament dazu auf, die vorgelegten Pläne zu unterstützen”, sagt Jutta Jahrl, Artenschutz-Expertin der Naturschutzorganisation WWF Österreich. Zu den wichtigsten Maßnahmen des neuen und verschärften Aktionsplans zählt die Stärkung europäischer Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden. Deren Durchgriffsrechte sollen bis zur Beschlagnahmung von Vermögenswerten reichen, um der organisierten Wildtierkriminalität das Handwerk zu legen. Denn obwohl seit der Veröffentlichung des ersten Aktionsplans im Jahr 2016 ein Anstieg von Beschlagnahmen festgestellt wurde, fehlt bisher eine entsprechende Steigerung von strafrechtlichen Ermittlungen und Verurteilungen.
Der WWF erwartet sich durch den EU-Aktionsplan unter anderem einen konsequenteren Schutz europäischer Störe, die als höchstbedrohte Artengruppe der Welt gelten. Laut einer Marktanalyse der Naturschutzorganisation werden ein Drittel der Störfleisch- und Kaviarprodukte in den vier wichtigsten Störländern Europas illegal vermarktet. 19 Prozent der Proben in Bulgarien, Rumänien, Serbien und der Ukraine stammten von wildlebenden Stören, die weder legal gefangen noch gehandelt werden dürfen. Weitere 12 Prozent entsprachen nicht den internationalen Handelsbestimmungen. „Astronomische Kaviarpreise befeuern die illegale Jagd auf die stark bedrohten Dinosaurierfische. Der verstärkte EU-Aktionsplan gegen illegalen Wildtierhandel kann zum Meilenstein werden, um der menschlichen Profitgier auch in diesem Bereich effizient den Riegel vorzuschieben“, sagt WWF-Expertin Jahrl.
Einzelne Individuen der massiv bedrohten Störe können über 100 Jahre alt, mehr als sieben Meter lang und über eine Tonne schwer werden. Die größten Störvorkommen der EU gibt es noch an der unteren Donau bis zur Mündung ins Schwarze Meer. Früher waren sie in vielen europäischen Flüssen heimisch – auch in der österreichischen Donau und ihren Zuflüssen, wo es heute nur noch kleine Restvorkommen einer Stör-Art gibt. Der Fang wildlebender Störe ist in den meisten Ländern strikt verboten und wird mit hohen Strafen geahndet. Wilderei bleibt dennoch ein massives Problem und wird durch die anhaltende Nachfrage nach Kaviar und Fleisch von Wildstören sowie die enormen Gewinne aus illegalen Aktivitäten angeheizt.
News
Aktuelle Beiträge
WWF zu Klimaneutralität 2040: Fossile Abhängigkeit ist die wahre Standort-Hypothek
Umweltschutzorganisation weist IV- und WKO-Kritik zurück – Verbindliches Klimaziel schafft Planungssicherheit, senkt Energieabhängigkeit und stärkt Innovation – WWF fordert wirksame Maßnahmen für die Umsetzung
WWF zu Wolfsabschuss im Pitztal: Verdacht auf Straftat rasch aufklären
Mutmaßlicher Fall von Wildtierkriminalität – Naturschutzorganisation fordert konsequente Ermittlungen
WWF warnt vor Artenverlust in der Unteren Lobau
Aktueller WWF-Artencheck: Langjähriger Wassermangel bedroht Bitterling, Donau-Kammmolch, Sumpfschildkröte und Flussmuscheln – Anhaltende Dürre verschärft die Lage und bedroht lokale Vorkommen
WWF-Ausblick: Österreichs Flüsse gehen stark geschwächt in den Herbst
Im August rund 90 Prozent der Pegelmessstellen mit sehr niedriger Wasserführung – Niederösterreich, Burgenland und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert Schutzprogramm und Renaturierung
Ende der Begutachtung – WWF fordert Rücknahme der Vorarlberger Biber-Verordnung
Naturschutzorganisation legt Stellungnahme vor – Entwurf sieht jährliche Tötungskontingente von bis zu 32 Tieren vor – WWF fordert Vorrang für Prävention
Biokunststoffe auf dem Prüfstand: Neue Studie untersucht tatsächliche Abbaubarkeit in der Natur
Neue Forschungsinitiative testet Zersetzbarkeit von Biokunststoffen in über 20 natürlichen Lebensräumen – Kooperation des WWF Österreich und der Technischen Universität Bratislava
Tiroler Lech ist Fluss des Jahres!
Sie haben mit Ihrer Stimme entschieden: Der Lech wurde zu Österreichs Fluss des Jahres 2026 gewählt. Auf Platz zwei folgt die Schwarze Sulm, auf Platz drei der Kamp.
WWF-Flusswahl: Lech ist Österreichs „Fluss des Jahres“ 2026
Tiroler Wildfluss gewinnt Online-Voting über neun Flüsse – Schwarze Sulm in der Steiermark auf Platz zwei, Kamp in Niederösterreich auf Platz drei – Naturschutzorganisation fordert dauerhaften Schutz und mehr Renaturierung










