Drastische Verschärfung bei Biber-Management vorgesehen – Direkte Eingriffe in Lebensraum und Bestand möglich – WWF ortet Freibrief für pauschale Abschüsse
WWF: Geplante Wolfs-Verordnung in der Steiermark ist rechtswidrig
In ihrer aktuellen Stellungnahme kritisiert die Naturschutzorganisation WWF Österreich den Entwurf der steirischen Wolfsverordnung, die weitere Eingriffe in den Schutzstatus des Wolfs ermöglichen soll. „Das Vorgehen der Landesregierung ist höchst fragwürdig. Die geplante Verordnung widerspricht den europäischen Rechtsvorgaben und dem Steiermärkischen Naturschutzgesetz, das Einzelfallprüfungen vorsieht“, sagt WWF-Experte Christian Pichler. Laut dem Entwurf können Wölfe auch ohne individuelle Identifizierung getötet werden, sobald etwa ein Zusammenhang mit einem Nutztierriss auch nur vermutet wird. “Die geplante Verordnung ignoriert grundlegende Schutzvorgaben für den Wolf und erlaubt Tötungen, die weder fachlich noch rechtlich gerechtfertigt sind”, so Christian Pichler.
Der Wolf befindet sich in Österreich weiterhin nicht in einem günstigen Erhaltungszustand. Daher sind Entnahmen laut EU-Recht nur in Ausnahmefällen erlaubt und müssen nachweislich den Bestand schonen. „Die steirische Verordnung erfüllt diese Anforderungen nicht. Gleichzeitig ist das Monitoring anhaltend mangelhaft“, kritisiert Christian Pichler. Denn die geschützten Tiere werden oft nur dann registriert oder dokumentiert, wenn sie zufällig gesichtet oder gefunden werden. Zudem müssen Abschüsse erst nach bis zu 48 Stunden gemeldet werden. „Das sind Defizite, die das Risiko von Abschüssen der falschen Tiere deutlich erhöhen und somit nichts zur Konfliktlösung beitragen“, sagt Pichler.
Der WWF-Experte fordert einen Fokus auf präventive Schutzmaßnahmen, wie Herdenschutzhunde, Hirten und Elektrozäune. „Fachgerechter Herdenschutz ist ein Gebot der Stunde. Umso fragwürdiger ist die Streichung von Förderungen für Herdenschutz-Maßnahmen 2024 durch die zuständige Politik. Das hat die Situation unnötig verschärft und geht letztlich auf Kosten der betroffenen Landwirtschaft“, sagt Christian Pichler.
Bilder hier.
News
Aktuelle Beiträge
WWF kritisiert Blockade der Industriellenvereinigung bei wirksamer Klimapolitik
Rahmenbedingungen für Klimaneutralität 2040 längst überfällig – Industriellenvereinigung verhindert zahlreiche Energiegesetze und schadet sich selbst
Trockenheit in Österreich: WWF fordert Schutz des Platzertal-Moors als wichtigen Wasserspeicher
Feuchtgebiete in der Klimakrise immer wichtiger – Kraftwerkspläne bedrohen einzigartiges, hochalpines Moor – WWF fordert Schutz intakter Moore für wertvollen Wasserrückhalt
WWF-Ranking: Kein Bundesland schützt Böden ausreichend
Naturschutzorganisation analysiert Bodenpolitik der Bundesländer – Salzburg an der Spitze, aber nur „lückenhaft“ – Kärnten und Oberösterreich Schlusslichter – Mehr als die Hälfte der 99 Teilbewertungen im neuen WWF-Bodenreport kritisch oder ungenügend
Countdown für Renaturierungspläne: WWF fordert rasche Fertigstellung und Veröffentlichung
Zwei Wochen vor EU-Deadline noch immer kein Gesamtentwurf vorliegend – Historische Dürre zeigt Notwendigkeit von Renaturierung – Umweltminister und Bundesländer in der Pflicht
Klimakrise trifft verbaute Flüsse besonders hart: WWF fordert Renaturierung zum Schutz seltener Huchen
Fehlender Wasserrückhalt verschärft Austrocknung – Kleinwasserkraftwerke behindern Fischwanderung – WWF fordert mehr Renaturierung zum Erhalt der gefährdeten Huchen in der Pielach
WWF-Erfolg: 20 Sambars in thailändischem Nationalpark freigelassen
20 Tiere, ein Nationalpark und ein großes Ziel: Die Natur wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Im Nationalpark Mae Wong wurden erfolgreich Sambars freigelassen.
WWF und ÖKOBÜRO gewinnen Artenschutzverfahren am Verwaltungsgerichtshof
Höchstgericht bestätigt fehlende Rechtskonformität von Abschuss-Verordnungen für geschützte Tierarten – Ende der pauschalen Tötungen gefordert
WWF: Klimakrise stellt Budget auf Belastungsprobe
Folgen der Klimakrise sorgen für Schäden in Millionenhöhe – Umweltschutzorganisation fordert konsequenten Klimaschutz und wirksame Klimawandelanpassung statt reiner Symptombekämpfung









