22 besenderte Greifvögel liefern wertvolle Daten für den Artenschutz – Erste markierte Seeadler brüten mittlerweile in drei Nachbarländern – Rund 90 Paare leben wieder in Österreich
WWF warnt: Tiwag-Energiestrategie nicht zukunftstauglich
Auch 15 Monate nach Beginn des Ukraine-Kriegs bietet die Tiwag in Tirol immer noch neue Gasanschlüsse an und beharrt auf ihrem teuren Ausbauprojekt für das Kraftwerk Kaunertal. “Das Projekt hätte massive Naturzerstörungen zur Folge und würde das Ötztal stark entwässern. Zudem wäre die tatsächlich produzierte Energie viel geringer als vom Konzern behauptet, weil die Gletscherflüsse in Zukunft deutlich weniger Wasser führen werden. All das zeigt, dass die Energiestrategie der Tiwag nicht zukunftstauglich ist”, warnt Bettina Urbanek vom WWF Österreich. Genau diesen Defiziten widmet sich auch der siebte und finale Artikel der WWF-Onlineserie “Tatort Kaunertal”.
Der WWF fordert eine Energiespar- und Photovoltaik-Offensive von der Landesregierung wie auch von der Tiwag. “Der Ausbau des Kraftwerks Kaunertal ist genauso wenig tragbar wie das Heizen mit Erdgas in der Klimakrise – für beides ist ein rascher Ausstiegsplan notwendig”, fordert Bettina Urbanek vom WWF. “Tirol braucht einen zukunftsfitten Energieversorger, der keine Naturzerstörung und keinen Wassermangel für die Menschen verursacht. Saubere Energie statt maximaler Profit muss das Motto sein.” Derzeit passiere das genaue Gegenteil: “Der Konzern setzt die Menschen im Ötztal der realen Gefahr eines Wassermangels aus. Denn Jahr für Jahr sollen für das geplante Kraftwerksprojekt bis zu 80 Prozent des Wassers aus der Venter und Gurgler Ache abgeleitet werden. Konkret wären das rund 290 Millionen Kubikmeter – das entspricht dem siebenfachen Jahresverbrauch von Innsbruck.”
Die Tiroler Flussheiligtümer Venter und Gurgler Ache werden derzeit großteils von Gletschern gespeist. “Sind diese aufgrund der Klimakrise ganz abgeschmolzen, führen sie im Sommer um rund zwei Drittel weniger Wasser – mit fatalen Folgen für die Wasserversorgung, von der auch Landwirtschaft und Tourismus abhängen”, warnt WWF-Expertin Bettina Urbanek. “Der massive Rückgang des Wassers würde auch die Energieerzeugung stark reduzieren und damit die großen Naturschäden durch den geplanten Mega-Ausbau endgültig indiskutabel machen.” Für das Projekt soll unter anderem der mit mehr als 20 Hektar größte Moor-Feuchtgebietskomplex der österreichischen Hochalpen für immer zerstört werden, denn im Platzertal wäre für einen neuen Speichersee ein 120 Meter hoher Staudamm geplant.
Folge 7 der Serie „Tatort Kaunertal“ finden Sie hier.
News
Aktuelle Beiträge
Wasserkrise in der Lobau: Eines der größten Gewässer erstmals im Frühjahr geteilt
Bekanntes Eberschüttwasser im Nationalpark durch Wassermangel in zwei Teile getrennt – WWF fordert rasche Maßnahmen gegen Austrocknung der Unteren Lobau
Wildtierkriminalität in Österreich: 310 Fälle und eine sehr hohe Dunkelziffer
Neuer Bericht zeigt dramatisches Ausmaß illegaler Verfolgung geschützter Arten – BirdLife Österreich und WWF Österreich fordern nationalen Aktionsplan
Neuer Entwurf für Isel-Schutzgebiet verfehlt EU-Vorgaben
Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz










