Analyse zeigt hohe finanzielle Risiken durch Extremwetter, fossile Preisschocks und fehlende Vorsorge – WWF fordert stärkere Berücksichtigung von Klimarisiken im Doppelbudget
WWF-Check: Rund ein Drittel der Grillfleisch-Angebote ohne österreichische Herkunft
Wien, am 5. Juni 2026 – Österreichs Supermärkte bewerben in der Grillsaison fast ausschließlich Fleisch aus konventioneller Tierhaltung. Das zeigt der neue WWF-Grillfleisch-Check, für den die Umweltschutzorganisation die Flugblätter der großen Supermarktketten ausgewertet hat. Von insgesamt 325 beworbenen Grillfleischprodukten kommen rund ein Drittel aus dem Ausland oder tragen keine österreichische Herkunftskennzeichnung. Zugleich stammen 95 Prozent der Angebote aus konventioneller Produktion, nur fünf Prozent sind Bio-Produkte. „Die Grillsaison wird im Handel weiterhin mit Billigfleisch beworben. Regionale Bio-Produkte und pflanzliche Alternativen spielen dagegen kaum eine Rolle. Das sendet die falschen Signale in Zeiten der Klima- und Biodiversitätskrise“, sagt WWF-Ernährungsexperte Dominik Heizmann.
Exemplarisch dafür steht ein Aktionsangebot aus dem Untersuchungszeitraum: Ein importiertes grillfertiges Huhn wurde um 2,99 Euro pro Kilogramm beworben. „Solche Lockangebote lenken die Aufmerksamkeit ausschließlich auf den Preis. Die österreichische Landwirtschaft, das Tierwohl und die Umweltfolgen bleiben dabei unweigerlich auf der Strecke“, kritisiert Heizmann.
Nur sehr gering fällt im WWF-Check der Anteil pflanzlicher Fleisch-Alternativen aus. Von insgesamt 334 analysierten Grillprodukten in den Flugblättern waren lediglich neun pflanzliche Angebote, das entspricht rund drei Prozent. „Der Handel prägt maßgeblich, was gekauft wird. Deshalb müssen gerade in der Grillsaison pflanzliche Alternativen sichtbarer werden und regionale Bio-Produkte vermehrt beworben werden“, fordert Heizmann.
Besonders kritisch bewertet der WWF die lückenhafte Herkunfts- und Haltungskennzeichnung bei vielen Grillprodukten. Vor allem bei verarbeiteten Produkten wie Würstchen fehlt häufig eine nachvollziehbare Herkunftsangabe. Dadurch ist oft nicht erkennbar, woher das Fleisch stammt und unter welchen Bedingungen die Tiere gehalten wurden. „Wer Fleisch kauft, muss auf einen Blick erkennen können, woher es kommt und wie es produziert wurde. Die derzeitigen Lücken bei der Kennzeichnung sind nicht mehr zeitgemäß“, sagt WWF-Experte Heizmann.
Der WWF fordert daher Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig auf, eine verpflichtende und lückenlose Kennzeichnung von Herkunft und Haltung für alle Fleischprodukte durchzusetzen. Darüber hinaus müsse der Handel Importfleisch mit niedrigen Umweltstandards schrittweise aus dem Sortiment nehmen und sein Angebot an regionalen Bio-Produkten sowie pflanzlichen Alternativen ausbauen.
Über den WWF-Grillfleisch-Check
Für die Analyse hat der WWF die Flugblätter von Billa, Billa Plus, Spar, Lidl, Penny und Hofer im Zeitraum 18. bis 31. Mai 2026 ausgewertet. Insgesamt wurden 334 beworbene Grillprodukte erfasst, darunter 325 Fleischprodukte und neun pflanzliche Alternativen wie vegane Würstel. Von den 325 Grillfleischprodukten waren 308 konventionell und lediglich 17 biologisch produziert. Rund ein Drittel stammten laut dem Check aus dem Ausland oder trugen keine österreichische Herkunftskennzeichnung, darunter vor allem importiertes Hühnerfleisch und Grillwürste ohne Herkunftskennzeichnung.
Pressebilder von WWF-Experte Dominik Heizmann sowie zur Illustration des WWF-Grillfleisch-Checks sind unter diesem Link verfügbar.
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