Naturschutzorganisation siedelt Wildrinder in ihrer Heimat Aserbaidschan an – Kuh „Ina” aus Innsbruck ist eines von 18 Tieren – WWF: „Paradebeispiel für internationalen Artenschutz”
Burgenland: WWF fordert Kurswechsel beim Sonnenstrom-Ausbau
WWF ortet in Plänen der Landesregierung deutlichen Freiflächen-Überhang und fordert naturschutzverträglichen Photovoltaik-Masterplan mit Fokus auf Dachflächen und mehr Förderungen für private Haushalte
Wien/Eisenstadt, am 4. Juni 2021. Die Umweltschutzorganisation WWF Österreich begrüßt grundsätzlich die burgenländische Photovoltaik-Ausbauinitiative, fordert aber nach der ersten Runde der Standort-Auswahl einen stärkeren Fokus auf die Nutzung von Dachflächen und bereits verbauten Gebieten, anstatt wie bisher vor allem den Freiflächenausbau zu forcieren. „Im Burgenland gibt es ausreichend vorbelastete Flächen, auf denen der Sonnenstrom-Ausbau schnell vorangetrieben werden kann, ohne dass Konflikte mit dem Naturschutz entstehen. Riesige Freiflächen-Anlagen erhöhen den Druck auf die sehr sensible Natur des Burgenlandes. Hier braucht es klare Ausschlusskriterien und Naturverträglichkeitsprüfungen, um schädliche Projekte rechtzeitig zu stoppen“, fordert Bernhard Kohler vom WWF Österreich. Den zuletzt präsentierten Plänen für Dachflächen-Anlagen auf Landes-Immobilien müssten viele weitere folgen, um den bisher deutlichen Freiflächen-Überhang auszugleichen.
Um den raschen naturverträglichen Ausbau der Photovoltaik auch im Burgenland zu schaffen, sei ein Masterplan für das ganze Bundesland nötig, sagt WWF-Experte Kohler: „Alle paar Monate eine weitere Runde an Freiflächen-Standorten auf der grünen Wiese auszuwählen, ist der falsche Zugang. Zuerst braucht es einen landesweiten Masterplan, auf dessen Grundlage der Ausbau vorangetrieben werden kann.“ Dieser solle anders als bisher einen Fokus auf bereits versiegelte Flächen beinhalten, wie ihn auch das aktuelle Regierungsprogramm vorsieht. Damit soll das Sonnenstrom-Potential auf Dächern, Lagerflächen, Deponien, Parkplätzen oder als Doppelnutzung zum Beispiel auf Lärmschutzwänden bestmöglich erschlossen werden. Bei Freiflächen braucht es hingegen klare Ausschlusszonen für ökologisch besonders wertvolle Flächen und generell strenge Prüfkriterien.
Um den Sonnenstrom-Ausbau auf bebauten Flächen zu beschleunigen, kann sich das Burgenland seinen hohen Anteil an Einfamilienhäusern zunutze machen. „Mit größeren Fördertöpfen für Photovoltaik-Anlagen auf den Hausdächern der Burgenländerinnen und Burgenländer können wir ein enormes Potential heben. Das brächte neue Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung, ohne die heimische Natur zu belasten“, sagt Bernhard Kohler. Zusätzlich müssten rechtliche und bürokratische Hürden abgebaut werden.
Der WWF hat kürzlich ein umfassendes Forderungspaket für den naturverträglichen Ausbau der Sonnenenergie präsentiert. Die Umweltschutzorganisation fordert unter anderem eine Photovoltaik-Pflicht für Neubauten und große Sanierungen in allen Bauordnungen sowie strenge Kriterien für große Freiflächen-Anlagen. Das gesamte Papier ist zum Download verfügbar.
Rückfragehinweis:
Mag. Nikolai Moser
Leiter Kommunikation WWF Österreich
Tel: +43 664 883 92 489
E-Mail: nikolai.moser@wwf.at
Web: www.wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Stromanbieter-Check: TIWAG fällt bei Stromanbieter-Check durch
129 heimische Stromanbieter von WWF und GLOBAL 2000 analysiert – TIWAG aufgrund von mangelnder Transparenz und fehlender naturverträglicher Strategie nur auf Platz 116
Stromanbieter-Check: Wenige Vorreiter, viel Intransparenz
WWF und GLOBAL 2000 analysieren 129 heimische Stromanbieter: Nur drei Vorreiter gekürt, schlechtes Zeugnis für viele Landesenergieversorger
Tiwag-Talschaftsverträge: WWF fordert Reformen statt heimlicher Absprachen
Geheime Vereinbarungen erst nach Gerichtsbeschluss offengelegt – WWF fordert volle Transparenz, unabhängige Kontrolle und neue Spielregeln für künftige Verträge
Good News: Neues Jahr bringt Fangverbot für Störe in Bulgarien
Bulgarien hat ein dauerhaftes Fangverbot für Störe in der Donau und im Schwarzen Meer eingeführt. Der WWF Bulgarien spielte dabei eine Schlüsselrolle.
Treibhausgas-Bilanz: WWF warnt vor drohendem Verfehlen der Klimaziele
Ausblick negativ, Österreich nicht auf Kurs für 2030 und 2040 – Verfehlen der Klimaziele wäre „politisches Debakel der Sonderklasse“
WWF zum Ableben von Andreas Pataki
Früherer Bürgermeister von Marchegg und langjähriger Partner im WWF-Auenreservat Marchegg verstorben – WWF würdigt Lebenswerk und Einsatz für Natur
Good News: Abkommen als Meilenstein für Meeresschutz
Das neue Jahr läutet eine neue Ära der Meerespolitik ein: Durch das internationale Abkommen zum Schutz der Hohen See gibt es nun endlich Regeln für zwei Drittel der globalen Meeresfläche.
WWF-Bericht: Klimaschäden bald nicht mehr versicherbar
Bericht zeigt großen Handlungsbedarf bei der Vorsorge gegen klimabedingte Schäden – WWF legt 4-Punkte-Plan gegen aufgehende Versicherungslücke vor










