Hoffnung für eine stark bedrohte Art: Durch Schutzmaßnahmen leben wieder 6.487 Spitzmaulnashörner in Südafrika. Vor allem Lebensraumverlust und Wilderei sind eine große Gefahr.
Weihnachts-Warnung: Augen auf beim Fischeinkauf!
Wien, 18.12.09 – Fast 8 Kilogramm Fisch genießt durchschnittlich jede/r ÖsterreicherIn pro Jahr. Doch längst nicht jeder Fisch wird umweltverträglich gefangen. Weltweit gelten mehr als 80 Prozent der Bestände als bis an ihre Grenzen ausgebeutet oder überfischt. Gerade zur Weihnachtszeit gibt es in vielen Österreichischen Haushalten ein leckeres Fischgericht als Festtagsmenü. Der WWF bittet die Verbraucher, beim Weihnachtseinkauf bevorzugt zu heimischem Fisch, Fisch aus Biozucht oder Fisch mit dem blauen Öko-Gütesiegel des „Marine Stewardship Council“ (MSC) zu greifen. Viele Produkte mit dem MSC-Gütesiegel sind in den Supermärkten bereits erhältlich. Für ein ökologisch unbedenkliches Weihnachtsmenü empfiehlt der WWF beispielsweise MSC-Hering, MSC-Wildlachs oder -Seelachs oder Forelle aus heimischer Zucht. Genuss ohne Reue ist damit garantiert.
„Viele Fischereien plündern und zerstören die Meere. WWF-Berichte zeigen, was auf dem Teller nicht sichtbar ist“, so WWF-Fischereiexperte Axel Hein. Verbraucher sollten laut WWF zum Beispiel auf Rotbarsch verzichten, dessen Bestand stark bedroht ist. Beim Fang dieses Tiefseefisches zermalmen tonnenschwere Grundschleppnetze den wertvollen Lebensraum der Korallen.
Eine schlechte Öko-Bilanz haben auch tropische Shrimps. Für die Zuchtanlagen von Shrimps wurden an der südamerikanischen Pazifikküste und in Südostasien hunderte Kilometer Mangrovenwälder abgeholzt. Beim Fang auf Jungtiere gehen pro Krabbe etwa einhundert weitere Fische in die engmaschigen Netze. Keine andere Fischerei produziert mehr dieses sogenannten „Beifangs“.
Auch in der Nordsee sind die Nebenwirkungen der Fischerei enorm. „Wer Scholle, Seezunge oder Krabben isst, muss sich klar sein, dass in den Netzen ein Vielfaches an anderen Meerestieren verendet“, erläutert WWF-Experte Axel Hein. So gehen zum Beispiel pro Kilo Seezunge auf dem Teller bis zu sechs Kilo Babyschollen wie Müll wieder über Bord. Der arg dezimierte Kabeljaubestand leidet nicht nur unter den seit Jahren zu hohen Fangquoten der EU. Zusätzlich wird fast die Hälfte der Kabeljaumenge, die den Trawlern ins Netz geht, wieder weggeschmissen.
Der Dornhai steht am Rand des Aussterbens. Ein Grund ist der Konsum von Schillerlocken, die aus den Bauchlappen des Dornhais gewonnen werden. Die EU-Staaten einigten sich soeben aufgrund seiner massiven Bedrohung endlich auf absolutes Fangverbot für den Dornhai. „Wer heute Dornhai kauft, vergreift sich an den letzten seiner Art“, so Hein.
Fische und Fischprodukte im Wert von 320 Millionen Euro wurden pro Jahr nach Österreich importiert. Typische Importfische sind Lachs, Thunfisch, Tintenfisch, Sardine und Makrele aber auch Krabben, Muscheln und Tintenfisch. Sie stammen beispielsweise aus westafrikanischen Gewässern, wo die Fangflotten der Industriestaaten die Meere auf Kosten der einheimischen Bevölkerung ausbeuten. „Unser Hunger nach Fisch nimmt den Armen die wichtigste Nahrungsquelle“, kritisiert der WWF-Experte.
„Wir sind noch weit von einer Lösung der Fischerei- und Umweltkrise in unseren Meeren entfernt“, bilanziert Hein. Als wichtigste Gründe für die Missstände nennt er fehlende Kontrollen, zu hohe Fangquoten, zerstörerische Fangmethoden und fehlende Schutzgebiete.
Übrigens – Achtung auch beim Kauf von Kaviar: Die als Luxusgut bekannten Fisch-Eier der Störe sind der Hauptgrund für die beinahe Auslöschung der Störe – ihr Bestand ist im Kaspischen Meer bereits um alarmierende 95 Prozent zurückgegangen. Als Alternative empfiehlt der WWF Kaviar-Ersatz von Forelle oder Lachs.
Rückfragehinweis und weitere Informationen:
WWF Österreich, Mag. Axel Hein, tel. 01- 48817- 230, email: axel.hein@wwf.at
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