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SPAR verkauft als erster Händler in Europa MSC-zertifizierten Thunfisch aus dem Pazifik
Wien, 28.Oktober 2013 – Ab dem 15. November bietet SPAR als erster Händler in Europa einen besonders meeresschonenden Dosenthunfisch an. Die Thunfischart Skipjack in den SPAR-Produkten stammt erstmals aus einer Fischerei im Westlichen und Mittleren Pazifik, welche in einem strengen 20-monatigen Bewertungsprozess MSC-zertifiziert wurde. Diese Zertifizierung bescheinigt, dass der Thunfischbestand in gutem Zustand ist, dass die Beifänge und die Auswirkungen der Fischerei auf die marinen Lebensräume gering sind und dass die Fischerei einem robusten Management unterliegt. Konsumenten erkennen den meeresschonenden Thunfisch am international anerkannten blauen MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei auf der Verpackung. Den MSC-zertifizierten Thunfisch ‚Natur‘ und ‚in Sonnenblumen-Öl‘ gibt es exklusiv bei SPAR, EUROSPAR und INTERSPAR.
Der Thunfisch für die SPAR Dosenprodukte mit MSC-Siegel stammt aus einer Fischerei, die gemeinsam von acht Inselstaaten im Westlichen und Mittleren Pazifik betrieben wird: Papua-Neuguinea, Kiribati, Nauru, Palau, die Föderierten Staaten von Mikronesien, die Marshall-Inseln, die Salomonen und Tuvalu. Die Fischerei ist wirtschaftlich von großer Bedeutung, da sie etwa 50 Prozent des Skipjack-Fangs des Westlichen und Mittleren Pazifiks erbringt. Im Rahmen der MSC-Bewertung der Fischerei wurden neben der Höhe und der Zusammensetzung des Beifangs auch der Zustand des Bestandes beurteilt. Während manche Thunfischarten in ihrer Zahl stark abgenommen haben, befindet sich der Skipjack-Bestand im Westlichen und Mittleren Pazifik in einem guten Zustand und wird nicht überfischt. Auch das Management der Fischerei ist vorbildlich. Dazu Marnie Bammert, stellvertretende Europadirektorin des MSC: „Alle Schiffe der Fischerei werden auf allen Fangfahrten von einem unabhängigen Beobachter begleitet, der alles registriert, was gefangen wird. Der gesamte Fangvorgang unterliegt damit einer ständigen neutralen Prüfung und Dokumentation. Dies ist absolut vorbildlich.“
Die von den Beobachtern gesammelten Daten helfen dem Management der Fischerei dabei, wirkungsvolle und vorausschauende Regeln für die Nutzung der Meeresressourcen zu definieren. Zudem hat die Fischerei verbindliche Mindestanforderungen für die Vergabe von Fanglizenzen eingeführt, ein Fangverbot für die Hohe See sowie eine ‚Tage-auf-See‘-Regelung, welche die Anzahl der erlaubten Fangtage festgelegt. „Verbraucher, die zukünftig bei SPAR Skipjack-Dosen mit MSC-Siegel kaufen, unterstützen diese nachhaltig arbeitende Fischerei und helfen dabei, die Vielfalt in unseren Meeren zu erhalten“, unterstreicht Marnie Bammert die Bedeutung eines umweltbewussten Fischeinkaufs.
Schonende Fangmethode reduziert Beifang
Für den Fang des Skipjack-Thunfischs verwenden die Fischer sogenannte Ringwaden. Dies sind Netze, die mit Hilfe von Fangbooten kreisförmig um die Thunfischschwärme ausgelegt und nach dem Einkreisen am unteren Ende zugezogen werden. Bei ihrer Arbeit nehmen die Fischer keine Lockbojen zu Hilfe. Diese auch als ‚Fish Aggregation Devices‘ (FADs) bekannten Hilfsmittel sind Gegenstände, die an der Wasseroberfläche schwimmen.
Sie bieten kleinen Fischarten Schutz und locken damit Thunfische, aber auch viele andere Meerestiere wie Haie, Rochen oder Schildkröten an. Beim Zuziehen und anschließenden Einholen der Netze werden diese Tiere oft mitgefangen und als ungewollter Beifang sterbend wieder über Bord geworfen. Die schonende Arbeitsweise ohne Lockbojen hat den MSC-zertifizierten Fischern die Unterstützung einiger Umweltorganisationen eingebracht, unter anderem des WWF. Axel Hein, Meeresexperte beim WWF Österreich, hierzu: „Über 85 Prozent unserer Meere sind bereits überfischt oder bis an ihre Grenzen befischt. Nur durch gemeinsame Anstrengungen von der Fischerei bis zum Handel können wir diese Ausbeute der Meere stoppen. Die Inselstaaten im Westlichen und Mittleren Pazifik zeigen mit ihrer MSC-Zertifizierung wie dies möglich ist.“
Delfinfreundliches Fanggebiet
Delfine und Thunfische machen häufig gemeinsam Jagd auf kleine Fischarten wie Makrelen oder Sardinen. Thunfisch-Fischereien werden deshalb oft mit erhöhtem Beifang von Delfinen in Verbindung gebracht. In der Skipjack-Fischerei des Mittleren und Westlichen Pazifiks ist Delfinbeifang jedoch kein Thema, da Delfine nur im Östlichen Pazifik gemeinsam mit Gelbflossen-Thunfisch auftreten. Durch den Verzicht auf Lockbojen liegt der Beifang der MSC-zertifizierten Skipjack-Fischerei bei nur 0,0009 Prozent des Gesamtfangs für sechs verschiedene Deilfinarten.
Ein Video der MSC-zertifizierten Fischerei im Westlichen und Mittleren Pazifik finden Sie unter http://www.youtube.com/watch?v=tkUSkaeFu48.
Weitere Informationen:
- Gerlinde Geltinger, MSC, Tel.: +49 (0)30 609 8552 0 oder E-Mail gerlinde.geltinger@msc.org. Bilder der MSC-zertifizierten Skipjack-Fischerei sind auf Anfrage erhältlich.
- Lisa Simon, Pressesprecherin WWF Österreich, Tel.: +43-1-48817-215, E-Mail: lisa.simon@wwf.at
MSC: Einziges weltweit anerkanntes Siegel für nachhaltige Fischerei
Der MSC (Marine Stewardship Council) ist eine internationale gemeinnützige Einrichtung, die hilft, den Markt für Fisch und Meeresfrüchte nachhaltig zu gestalten. Der MSC verwaltet das einzige ökologische Zertifizierungs- und Kennzeichnungsprogramm für Fischereibetriebe des Wildfangs, das sowohl den „Code für vorbildliches Setzen sozialer und ökologischer Standards” von ISEAL als auch die FAO-Kriterien für Fischereizertifizierungen erfüllt. Insgesamt nehmen knapp 300 Fischereibetriebe am MSC-Programm teil. 214 sind derzeit zertifiziert und 102 befinden sich in Bewertung nach MSC-Standard. Weitere 40 bis 50 durchlaufen eine vertrauliche Vorbewertung. Zertifizierte Fischereien fangen etwa sieben Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte, was etwa acht Prozent des weltweiten Fischfangs entspricht. Der MSC hat Büros in London, Berlin, Den Haag, Glasgow, Halifax, Hong Kong, Kapstadt, Kopenhagen, Madrid, Moskau, Paris, Peking, Santiago, São Paulo, Seattle, Singapur, Stockholm, Sydney, Tokio, Reykjavik und Warschau.Weitere Informationen unter www.msc.org.
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