Seit 2020 unterstützt der WWF ein Umsiedlungsprojekt im Rajaji-Nationalpark in Nordindien. Nun streifen wieder Tiger durch das Schutzgebiet – und sogar Tigernachwuchs wurde gesichtet!
Panda der Meere: Mexikanischer Vaquita unmittelbar vom Aussterben bedroht

Wien, am 16. Mai 2017 – Der Nördliche Teil des Golfs von Kalifornien ist der einzige Ort der Erde in dem der Vaquita – der kalifornische Schweinswal – zu finden ist. Aufgrund seiner Färbung wird er auch der Panda der Meere genannt. Erst vor 60 Jahren entdeckt, steht die Art aber bereits vor dem Aus. „Der Vaquita ist ein typisches Beifang-Opfer. Der Wal hat das Pech, genau dasselbe Verbreitungsgebiet zu haben wie der Totoaba, eine Fischart die aufgrund ihrer Schwimmblase massiv befischt wird und zu Höchstpreisen am asiatischen Markt gehandelt wird. Obwohl der Vaquita für die Wilderer keinen Wert hat, landen diese Tiere immer wieder in den illegal ausgelegten Netzen“, erklärt Axel Hein vom WWF Österreich.
Trotz des im Golf seit zwei Jahren in Kraft befindlichen Verbotes von so genannten Kiemennetzen, in denen sich die Schweinswale verfangen und dann qualvoll ertrinken, sind seit 2011 bereits 90 Prozent der Population dem Beifang zum Opfer gefallen. Aber auch die legale Fischerei wird dem delfinähnlichen Vaquita zum Verhängnis. Nur ein globaler Kraftakt kann die letzten Vaquitas jetzt noch retten.
WWF-Fischereiexperte Axel Hein ruft zur Unterstützung der internationalen WWF-Petition an den mexikanischen Präsidenten auf: „Der Vaquita-Schweinswal ist der am stärksten gefährdete Meeressäuger der Welt! Wenn er nicht in wenigen Jahren von der Erde verschwinden soll, braucht es dringend eine koordinierte, globale Anstrengung um ihn und andere Arten des UNESCO Weltkulturerbes im Golf von Kalifornien zu retten.“
In der Petition auf https://makeyourmark.panda.org/vaquita wird die mexikanische Regierung aufgefordert, die einzigartige Biodiversität dieser Meeresregion endlich wirksamer zu schützen. Der Schlüssel dazu ist einerseits die Anwendung schonenderer und selektiver Fangmethoden, und andererseits die Ausweisung weiterer Schutzgebiete für die Vaquitas. Außerdem muss die internationale Artenhandelsmafia in die Schranken gewiesen werden. Sie stellt in dieser Meeresregion vor allem dem Totoaba nach.
Wie der Schweinswal ist dieser Fisch im Golf endemisch, existiert also weltweit nur an diesem Ort. In Indianersprache Totoaba genannt, gilt der geschützte Fisch mittlerweile als „Kokain der Meere“. Für seine Schwimmblase werden am Schwarzmarkt tausende Dollar erzielt. Über Nordamerika nach China geschmuggelt, werden die getrockneten Organe des Totoaba in Shanghai und Hongkong als hochpreisiges, vermeintliches Anti-Aging-Mittel in der Suppe verspeist. Der WWF fordert die US- und die chinesische Regierung auf mit Mexiko zusammen zu arbeiten um den Schleichhandel zu bekämpfen.
Der verstärkte Kampf gegen Überfischung und illegale Fischerei ist nicht nur für die Rettung von Vaquita und Totoaba von zentraler Bedeutung. Auch die mexikanische Fischerei und die lokalen Fischergemeinschaften sind von intakten Fischbeständen abhängig. „Wenn die Gesetze zum Schutz bedrohter Arten missachtet und in der legalen Fischerei keine schonenden Fanggeräte verwendet werden, ist der Golf von Kalifornien bald leergefischt. Dann verlieren die Menschen vor Ort einen wichtigen Lebensunterhalt“, unterstreicht Hein abschließend.
Der Golf von Kalifornien ist ein 160.000 Quadratkilometer großes Nebenmeer des Pazifiks zwischen Mexiko und der Halbinsel Niederkalifornien, der politisch gesehen zu Mexiko gehört. Die Region beheimatet ein reiches Ökosystem und wurde 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Außer einer großen Vielfalt endemischer Tier- und Pflanzenarten leben dort auch viele wandernde Fisch- und Walarten.
Auch hierzulande können Konsumentinnen und Konsumenten dazu beitragen, dass Beifang von bedrohten Arten nicht passiert, indem sie MSC-zertifizierte Ware bevorzugen.
Link zum WWF-Fischratgeber: http://fischratgeber.wwf.at/
Link zur Petition (engl.): https://makeyourmark.panda.org/vaquita
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/48817-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Erfolg: 15 Sambars in Thailand freigelassen
Im Salakpra Wildlife Sanctuary wurden 15 Sambarhirsche in die Freiheit entlassen. Die Rückkehr der gefährdeten Pflanzenfresser ist ein wichtiger Schritt, um das Ökosystem zu stärken.
WWF: Pottwale, Finnwale und Delfine im Mittelmeer zunehmend bedroht
Schiffsverkehr gefährdet seltene Meeressäuger im Mittelmeer – WWF fordert Tempolimits und Ausweichrouten, um Kollisionen zu verhindern und ist im Einsatz gegen Geisternetze
WWF kritisiert Ausverkauf von Tiroler Naturschätzen
Geplantes Gesetzespaket der Landesregierung weicht Naturschutz auf und begünstigt Konzerne – WWF fordert Aus für “Ablasshandel” und grundlegende Überarbeitung des Entwurfs
Entsiegeln statt versiegeln: WWF fordert Hitzeschutz-Programm
Anhaltende Verbauung und Versiegelung verschärfen Hitze – WWF fordert Entsiegelungs-Offensive, Begrünung in den Städten und Limit für den Bodenverbrauch
Hohe Lebensmittelpreise: WWF fordert Maßnahmen gegen Verschwendung
Reduktion der Verschwendung sollte in jedes Maßnahmenpaket gegen die hohe Teuerung integriert werden – Bundesregierung sollte Lebensmittelspenden erleichtern
UN-Plastik-Verhandlungen: WWF fordert Abkommen gegen tödliche Plastikflut
UN-Plastik-Verhandlungen starten – Plastikmüll als Gefahr für Mensch und Tier – WWF-Weckruf: Tödliche Plastikflut stoppen, bevor es zu spät ist.
WWF-Erfolg: Neuer Meilenstein für Kroatiens Auen
Der erste Kilometer des Bjelobrdska Altarms bei Osijek wurde erfolgreich ausgebaggert – der Auftakt für eine Flusslandschaft, die wieder lebendiger wird. Denn die Renaturierung im 5-Länder-Biosphärenpark Mur-Drau-Donau kommt sowohl dem Auwald als auch vielen Arten zugute.
WWF-Erfolg: Rekord bei Störchen, Jubiläum bei Konik-Pferden
Gleich zwei besondere Erfolge aus unserem WWF-Auenreservat Marchegg können wir derzeit feiern: Bei den Weißstörchen wurden die meisten Brutpaare seit 25 Jahren gezählt. Bereits seit 10 Jahren beweiden Konik-Pferde das Gebiet – und sorgen für einen wahren Arten-Boom.