Studie der Uni Graz zeigt steigende Kosten des Nicht-Handelns – WWF fordert verbindliche Klimaziele, Abbau klimaschädlicher Förderungen und mehr natürlichen Schutz vor Extremwetter
WWF und NÖ Landesjagdverband: Erneuter Giftfall in Niederösterreich
Presseaussendung
Wien, 13.7.2017 – Im Bezirk Gänserndorf wurden dieser Tage erneut Giftköder entdeckt. Zwei Eier wurden präpariert, mit Carbofuran gefüllt und mit einer Heißklebepistole wieder verschlossen. Dieses starke Nervengift verursacht einen grausamen und qualvollen Tod. Greifvögel reagieren besonders empfindlich auf das Gift, das sogar indirekt noch zum Tod führen kann, wenn z.B. ein bereits vergiftetes Tier von einem Aasfresser gefressen wird. Aber auch Hunde werden immer wieder durch solche illegale Giftköder getötet.
„Gift auszulegen ist eine illegale Handlung, die für Wildtiere aller Art eine große Gefahr darstellt. Sie können in den Bestand von streng geschützten Arten wie Kaiseradler und Seeadler eingreifen und großen Schaden anrichten. Das ist kein Bagatelldelikt! Auf der Homepage www.kaiseradler.at und unter der WWF-Gifthotline 0676 444 66 12 können Funde gemeldet werden. Oder direkt an die örtliche Polizei“ sagt Flora Hoser, Projektleiterin beim WWF.
„Gift auslegen ist ein Fall für den Staatsanwalt – Gift hat in der freien Natur keinen Platz – ohne WENN und ABER!“ – so Dr. Peter Lebersorger, Generalsekretär des NÖ Landesjagdverbandes.
Im Bezirk Gänserndorf haben sich in den letzten Jahrzehnten seltene Greifvögel eingestellt. Im Jahr 2016 wurde genau in dieser Region der bisher größte Giftfall in Österreich entdeckt. Um die 40 vergiftete Tiere wurden damals gefunden. Gegen zwei Jagdaufseher wurde Anklage erhoben, die Verfahren wurden noch nicht abgeschlossen. Die Urteile werden mit Spannung erwartet. Im Jahr 2012 wurde in der Nähe ebenfalls ein vergifteter Seeadler aufgefunden. Bei dem stark bedrohten Wappentier, von denen es in ganz Österreich nur an die 30 Brutpaare gibt, ist jeder einzelne illegal herbeigeführte Todesfall auch eine Bedrohung für die Stabilität der gesamten Population.
Im Rahmen des internationalen PannonEagle LIFE Projekts (LIFE15/NAT/HU/000902) setzt der WWF in den kommenden fünf Jahren einen Schwerpunkt zur Bekämpfung der illegalen Greifvogelverfolgung. Finanziell unterstützt wird das EU-geförderte Projekt dabei vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.
Rückfragehinweis:
Theresa Gral, WWF-Pressesprecherin, Tel.: +43 1 488 17/ 216, E-Mail: theresa.gral@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Niederösterreich: WWF plant Rückbau von sechs Flussbarrieren
Rund 24 Kilometer von Fugnitz und Fellingbach sollen für Fische wieder durchgängig werden: WWF-Projekt stärkt wertvolle Lebensräume im Thayatal
Waldbrände auf Borneo: WWF fordert Soforthilfe für Orang-Utans
Feuer und Rauch bedrohen Menschenaffen – Zerstörte Wälder verschärfen Nahrungsmangel – Regierungen sollen bei Weltnaturkonferenz Mittel für Rettung und Waldschutz zusagen
Bagger am Pitztaler Gletscher: WWF fordert strengeren Gletscherschutz
Naturschutzorganisation warnt vor immer neuen Eingriffen durch Gletscherschwund – Land Tirol soll Ausnahmen einschränken und verbindliche Ausbaugrenzen festlegen
Good News: Finn ist neuer WWF-Naturschutzhund
Der 5-jährige Rüde hilft mit seiner Spürnase dabei, Fälle von Wildtierkriminalität aufzudecken. Er gilt als besonders ausgeglichen und arbeitsfreudig.
Neuer WWF-Spürhund Finn soll illegale Wildtiertötungen aufdecken
Schäferhund-Mischling unterstützt Polizei-Ermittlungen durch Suche nach Tierkadavern und Giftködern – Einsätze vor allem in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark
WWF-Analyse: Zu wenig Bodenschutz bei neuen Betriebsgebieten
Bodenschutz bei Betriebsgebieten: Alle neun Bundesländer fallen im WWF-Check durch – Täglich fast zwei Fußballfelder zusätzlich beansprucht – WWF fordert Ende des Wildwuchses – LÄNDER-ZEUGNIS im Detail
Weltnaturkonferenz: WWF warnt vor Verfehlen der 2030-Ziele
Globale Halbzeitbilanz zeigt unzureichende Umsetzung – WWF fordert wirksame Maßnahmen und gesicherte Finanzierung, auch in Österreich – COP17-Konferenz startet am Montag
Klimastreik: WWF fordert Notfall-Programm für Klima und Natur
Umweltschutzorganisation verlangt verbindliches Klimagesetz und wirksamen Renaturierungsplan – Natürliche Schutzmaßnahmen stärken, fossile Großprojekte stoppen












