Umweltschutzorganisation warnt vor fehlenden Mitteln für Renaturierung und Gewässerschutz – Weniger Klimaschutz, mehr fossile Anreize
Naturschutzorganisation gegen Schnellschuss-Aktion
Wien/St. Pölten, 4. Dezember 2018 – Der WWF Österreich kritisiert die heute präsentierte Schein-Wolfs-Verordnung von Agrar-Landesrat Stephan Pernkopf als rechtlich und inhaltlich fragwürdige Schnellschuss-Aktion. „Ein Freibrief für Abschüsse auf Basis willkürlich festgelegter Zahlen und Kriterien widerspricht dem EU-Naturschutzrecht. Diese Wolfs-Verordnung vernachlässigt die zentralen Punkte eines naturschutzfachlich korrekten Managements, davon hat niemand etwas, auch nicht jene, die sich eine Abschuss-Verordnung wünschen“, sagt WWF-Experte Christoph Walder. „Mit ihrem hektischen Alleingang ohne öffentliche Begutachtung will die Landesregierung wohl offenbar erneut von den jahrelangen Versäumnissen ablenken. Zu lange wurde nämlich wenig bis nichts getan, um Weidetierhalter zu unterstützen und fachgerechten Herdenschutz zu ermöglichen. Anders als in der Schweiz und anderen Bundesländern gibt es in Niederösterreich keine Förderungen für Herdenschutz. Damit lässt die Politik bisher auch die betroffenen Kleinbauern im Stich“, nennt Walder konkrete Defizite. Dabei stünden EU-Fördermittel in Millionenhöhe für Natur- und Artenschutz und somit auch für Herdenschutzmaßnahmen zur Verfügung. Das zeigen aktuelle Angaben der Europäischen Kommission zu den künftigen Finanzierungschancen im nächsten EU-Finanzrahmen.
„Die Sorgen der Bevölkerung müssen absolut ernst genommen werden. Daher muss Niederösterreich aber auch endlich den geltenden Managementplan vollständig umsetzen, der zunächst auf sachliche Beratung und professionellen Herdenschutz setzt, bevor weitere Maßnahmen überhaupt in Frage kommen. Auch das EU-Recht sieht immer das Prinzip des ‚gelindesten Mittels‘ vor“, bekräftigt Walder.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 0676/83 488 203, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Vergiftete Gänsegeier: Neue Spuren im Kärntner Giftfall
WWF und BirdLife: Aktuelle Genanalyse des Mageninhalts liefert neue Erkenntnisse zur Vergiftung – Wölfe könnten das eigentliche Ziel der Täter gewesen sein
Artenschutz: WWF-Studie stellt Bundesländern schlechtes Zeugnis aus
WWF-Bundesländerbarometer: Nur vier von 35 Bewertungen erreichen gute Umsetzung – Große Defizite beim Management von Biber, Fischotter, Luchs und Wolf – Lichtblick beim Seeadler
WWF: Hunderte Menschen setzen Zeichen für den Schutz des Platzertals
660 Meter Menschenkette in Innsbruck machte Ausmaß des geplanten Tiwag-Staudamms sichtbar – Initiative „Rettet das Platzertal“ fordert Stopp des Projekts und naturverträgliche Alternativen
WWF zu EABG-Einigung: Schutz der letzten Flussjuwele vor Aushebelung bewahrt
Untauglicher Entwurf der Koalition in parlamentarischen Verhandlungen entschärft, aber Druck auf Flüsse bleibt hoch – WWF fordert Energiewende mit naturverträglichen Standorten und mehr Effizienz
Budget: WWF kritisiert Kürzungen bei Umwelt und Klima
Umweltschutzorganisation ortet falsche Prioritäten: Umweltschädliche Subventionen bleiben großteils unangetastet, Biodiversität bleibt unterfinanziert, beim Klimaschutz wird gekürzt
WWF: Österreichs Luchsbestand auf nur mehr rund 30 Tiere geschrumpft
Tag des Luchses: Aktueller FFH-Bericht an die EU-Kommission zeigt weitere Verschlechterung der bislang größten Teilpopulation im Mühl- und Waldviertel – WWF fordert rasche Bestandsstützung
WWF: Neun von zehn Flusspegeln mit Niedrigwasser
90 Prozent der Pegelmessstellen mit niedrigen bis sehr niedrigen Abflüssen – Flüsse in Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert mehr Renaturierung und Schutz für Gewässer
Welttag der Ozeane: WWF fordert Verdreifachung der Schutzgebiete im Mittelmeer
Rund 90 Prozent der Meeresfläche im Mittelmeer derzeit nicht geschützt – Überfischung, Verschmutzung und Klimakrise bedrohen einzigartige Artenvielfalt












