Antarktis-Lebensraum zunehmend bedroht – Kaiserpinguine auf der Roten Liste der IUCN hochgestuft – WWF fordert dringend bessere Arten- und Klimaschutzmaßnahmen
WWF: Intakte Feuchtgebiete sind Versicherung gegen die Folgen des Klimawandels
Wien, Marchegg, am 31. Jänner 2019 – Zum „Welttag der Feuchtgebiete“ am 2. Februar erinnert der WWF Österreich an die internationale Ramsar-Konvention zum Schutz dieser bedrohten Lebensräume, die Österreich 1983 ratifiziert hat. Unter den Feuchtgebieten haben neben Mooren insbesondere Flussauen als Kohlenstoffspeicher große Bedeutung für den Klimaschutz. Außerdem bieten sie verschiedensten Tieren und Pflanzen wichtigen Lebensraum. „Um die extremen Wetterereignisse, wie häufigere und heftigere Hochwasser abzufedern, die durch den Klimawandel auf uns zukommen, brauchen wir so viele intakte Flusslebensräume wie möglich“, erklärt WWF-Flussökologin Bettina Urbanek.
Die WWF-Expertin weist darauf hin, dass der Kampf gegen die Klimakrise meist nur mit der Reduktion von Emissionen, wie jenen aus dem Industrie- und Verkehrssektor in Zusammenhang gebracht wird. Weniger bekannt ist, dass das erklärte Ziel der Weltgemeinschaft, die Erderhitzung zu begrenzen, ohne den Erhalt, eine ökologisch ausgewogene Nutzung und wo nötig eine Revitalisierung von Feuchtgebieten nicht zu erreichen sein wird. „Der Schutz von Feuchtgebieten ist für das Weltklima unverzichtbar", so Urbanek. „Doch sie verschwinden dreimal schneller als Wälder.“ Auch hierzulande sind nur noch 15 Prozent der Flüsse intakt. In den letzten 150 Jahren gingen in Österreich 720 Quadratkilometer – das entspricht fast der doppelten Fläche Wiens – an Flussräumen durch Verbauung verloren.
Zusätzlich zum Schutz konkreter Gebiete braucht es ein starkes gesetzliches Schutzschild für alle Wasserlebensräume, die Flüsse und das Grundwasser. Dieses steht mit der EU- Wasserrahmenrichtlinie zur Verfügung. Sie schreibt vor, dass alle Gewässer und das Grundwasser bis spätestens 2027 wieder in einem guten Zustand sein müssen. Gemeinsam mit über 120 Umweltorganisationen und Vereinen europaweit setzt sich der WWF aktuell gegen eine Aufweichung dieser wichtigen Richtlinie ein, die von einigen Mitgliedsstaaten sowie Industrie- und Wirtschaftsvertretern angestrebt wird.
Die Auen an Donau, March und Thaya in Niederösterreich sind mit ihren 150 Kilometern an unverbauten Flussläufen und einer herausragenden Vogelwelt, das wichtigste Feuchtgebiet Mitteleuropas. In den March-Thaya-Auen, seit 2007 als Ramsar-Gebiet ausgezeichnet und in weiten Bereichen Teil des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000, setzt der WWF seit drei Jahrzehnten Projekte zum Schutz der biologischen Vielfalt um.
So sorgen im Rahmen eines von der EU geförderten LIFE-Projekts und in Zusammenarbeit mit viadonau und Landesfischereiverband NÖ, umfangreiche Flussrenaturierungen an der March für ein Wiederbeleben der Au und die damit verbundene Rückkehr einer intakten Fauna und Flora. Insgesamt über sieben Kilometer an Zubringern und Nebenarmen, die einst durch die Flussregulierung abgetrennt waren, werden nun wieder vom Wasser durchströmt. Zugleich tragen die Maßnahmen zum ökologischen Hochwasserschutz bei. Die Arbeiten sollen heuer im Juni mit einem dreitägigen Fest in Marchegg ihren feierlichen Abschluss finden.
Hintergrund zum Internationalen Tag der Feuchtgebiete
Feuchtgebiete fungieren als Grundwasserfilter und natürlicher Überschwemmungsschutz, und sie speichern große Mengen an Kohlendioxid. Ihr Schutz spielt daher eine wichtige Rolle bei den Bestrebungen zur Reduzierung des Treibhausgaseffektes. Am 2. Februar 1971 wurde in der iranischen Stadt Ramsar ein internationales Abkommen zum Schutz dieser bedrohten Lebensräume beschlossen. Zur Erinnerung an dieses Abkommen wird der von der UNESCO ausgerufene "Welttag der Feuchtgebiete" seit 1997 jährlich am 2. Februar begangen.
Hintergrund zur Wasserrahmenrichtlinie
Aktuell wird die EU-Wasserrahmenrichtlinie durch die EU-Kommission einem Fitness-Check unterzogen. Bereits 240.000 Menschen haben sich bei der EU-Kommission für einen starken Wasserschutz ausgesprochen.
Mehr Info zur Kampagne „Rette unser Wasser“: https://www.wwf.at/wasser
Mehr zur WWF-Arbeit in den March-Thaya-Auen: www.wwf.at/march
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl
WWF-Pressesprecherin
Tel. 0676/83 488 203
E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Biber als Klima-Helden: Streng geschützte Art schafft effektive Kohlenstoffsenken
Neue Studie bestätigt positive Effekte von Biberdämmen: Durch Biber geschaffene Feuchtgebiete speichern große Mengen an Kohlenstoff – WWF fordert mehr Raum für den Biber
Good News: Besserer Schutz für wandernde Tierarten
Tiere wie die grüne Meeresschildkröte, die Schneeeule und der Große Hammerhai werden zukünftig besser geschützt. Die Entscheidung fiel auf der UN-Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten.
WWF an Bundesregierung: Verzicht auf Energiesparen verschärft Energiekrise
Anhaltendes Verweigern wirksamer Energiespar-Maßnahmen und Kampagnen erhöht Risiko von Versorgungsengpässen – Umdenken der Politik gefordert
Neue WWF-Umfrage zeigt große Unterstützung für Renaturierung in Österreich
76 Prozent halten Renaturierungsmaßnahmen für wichtig – Mehrheit fordert Kanzler-Einsatz für Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen
Bauarbeiten für Lobau-Autobahn gestartet – WWF kritisiert sündteuren Irrweg
Umweltrisiken und Milliardenkosten sprechen eindeutig gegen neue S1-Autobahn – WWF fordert Ausbau des öffentlichen Verkehrs und flächensparende Raumplanung
Drama um Buckelwal „Timmy“: WWF warnt vor steigenden Gefahren für Wale weltweit
Wachsender Unterwasserlärm, Schiffsverkehr und Folgen der Klimakrise bringen Wale weltweit unter Druck – WWF fordert verstärkten Schutz, um Risiko für Strandungen zu reduzieren
WWF und VCÖ: Rund 17.000 Hasen jährlich Opfer des Straßenverkehrs
Straßennetz wird zur tödlichen Falle – Zerschneidung der Lebensräume nimmt zu – WWF und VCÖ fordern Stopp der Naturzerstörung
WWF-Erfolg: Comeback der Spitzmaulnashörner in Südafrika
Hoffnung für eine stark bedrohte Art: Durch Schutzmaßnahmen leben wieder 6.487 Spitzmaulnashörner in Südafrika. Vor allem Lebensraumverlust und Wilderei sind eine große Gefahr.













