Naturschutzorganisation kritisiert Drängen auf mehr Wolfsabschüsse in Italien und Slowenien – Österreichs Schutzpflichten bleiben bestehen
Abfallwirtschaftsgesetz: WWF fordert stärkeren Mehrweg-Ausbau und Pfandsystem
Umweltschutzorganisation fordert Nachschärfungen bis zum Beschluss: Gesetzliche Mehrweg-Ziele auf verkaufte Getränkeflaschen ausrichten und Pfandsystem für Einweg-Produkte starten
In ihrer Stellungnahme zum Entwurf des Abfallwirtschaftsgesetzes (AWG) fordert die Umweltschutzorganisation WWF stärkere Mehrweg-Ziele und ein Pfandsystem für Wegwerf-Flaschen und Dosen, um die Abfallmengen zu reduzieren. „Ein kluges Gesamtpaket würde wertvolle Ressourcen sparen und den Müll in unserer Natur reduzieren. Dafür braucht es aber deutlich bessere gesetzliche Spielregeln“, sagt Volker Hollenstein, Politischer Leiter beim WWF Österreich. Eine Kernforderung: Anstatt nur auf die im Regal angebotenen Artikel abzustellen, sollte sich die geplante Mehrweg-Verpflichtung auf die tatsächlich verkauften Getränkeflaschen beziehen. „Das ist leichter kontrollierbar und setzt stärkere Anreize für attraktive Mehrweg-Konditionen im Supermarkt. Der ökologische Lenkungseffekt des Gesetzes wäre deutlich höher“, sagt Hollenstein. Parallel dazu sollte die derzeitige Mehrweg-Quote von 25 Prozent bis 2025 in einen früher startenden Stufenplan mit langfristig deutlich höheren Zielen umgewandelt werden. „Das bietet auch der heimischen Wirtschaft mehr Planungs- und Investitionssicherheit“, sagt der Politische Leiter der Umweltschutzorganisation.
Neben dem stärkeren Ausbau der Mehrweg-Angebote fordert der WWF die rasche Einführung eines flächendeckenden Pfandsystems für Einweg-Plastikflaschen und Getränkedosen. „Unsere Natur wird viel zu oft als Deponie missbraucht. Ein Pfand wäre daher ein wichtiges Signal für die notwendige Trendwende. Viele andere Länder zeigen es längst vor, Österreich sollte hier endlich aufholen“, sagt Volker Hollenstein vom WWF. Auch laut einer von der Bundesregierung beauftragten wissenschaftlichen Studie wäre ein Pfandsystem die volkswirtschaftlich kostengünstigste Variante, um die EU-Ziele bei den Sammelquoten zu erfüllen.
Österreich hat seine einstige Vorreiterrolle längst verspielt. Lag zum Beispiel der Mehrweg-Anteil bei Flaschen Anfang der 1990er Jahre noch bei 80 Prozent, ist er bis heute auf nur mehr rund 19 Prozent abgestürzt. Der WWF fordert daher einen „großen Wurf“, der den Weg in die Kreislaufwirtschaft beschleunigt. Dazu gehört auch eine einheitliche und leicht erkennbare Kennzeichnung von Mehrweg- und Einweg-Getränkeverpackungen im Handel. „Das erleichtert nicht nur eine bewusstere Auswahl im Supermarkt, sondern auch die richtige Rückgabe – davon profitieren alle Beteiligten“, sagt Volker Hollenstein vom WWF.
Rückfragehinweis:
Alexa Lutteri, MA BSc
Pressesprecherin WWF Österreich
alexa.lutteri@wwf.at
+43 676 83 488 240
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Renaturierungsprojekte auf über 67 Kilometern im „Amazonas Europas“
WWF-Bilanz zu fünf Jahren UNESCO-Biosphärenpark Mur-Drau-Donau: Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung von über 67 Kilometern Flussabschnitten und Seitenarmen teils abgeschlossen oder in Umsetzung – Pläne für weitere 270 Flusskilometer liegen vor
Good News: Nachwuchs in Inas ausgewilderter Bison-Herde
Vor 8 Monaten wurden die Tiroler Bison-Kuh Ina und ihre Herde nach Aserbaidschan umgesiedelt. Und das Projekt zeigt Erfolge: Die Herde hat sich gut eingelebt und es wurde sogar bereits das erste Kalb geboren.
WWF: Vorarlberg schwächt Naturschutz und Rechtssicherheit
Scharfe Kritik zum Begutachtungsende: Kontrollrechte bei Großprojekten fallen weg – Naturschutzanwaltschaft an 20 Stellen beschnitten – Schutzstreifen an naturnahen Ufern auf fünf Meter reduziert
WWF-Umfrage: Führungskräfte sehen ökologischen Umbau als Wettbewerbsvorteil
Europäische Führungskräfte befragt: 55 Prozent bewerten Folgen der EU-Deregulierung negativ oder gemischt – WWF fordert verlässliche Umweltpolitik statt Zick-Zack-Kurs
Namlosbach: WWF kritisiert irreführende Aussagen der E-Werke Reutte
Massiver Eingriff in geschützten Bach wird als ökologisch unbedenklich dargestellt – WWF kritisiert Schönfärberei und fordert Projektstopp
Artenschutzprojekt im Kaukasus erfolgreich: Herde mit Tiroler Bison-Kuh „Ina“ wächst
WWF-Auswilderungsprojekt mit europäischen Bisons zeigt Erfolge: Herde gut eingelebt, erstes Kalb geboren – Population steigt auf 90 Tiere – GPS-Sender verfolgen Bewegungen – Weitere Auswilderungen geplant
WWF-Auswertung: Tötungskontingente für über 1.000 Biber in sechs Bundesländern
WWF kritisiert EU-rechtswidrige Verordnungen und ausgehebelte Einzelfallprüfungen – Tötungen können zwei Jahrgänge von Jungtieren treffen – Vorrang für Prävention gefordert
WWF zur UVP-Novelle: Umweltprüfung für Rechenzentren muss strenger werden
Aufnahme ins UVP-Gesetz positiver erster Schritt – WWF fordert niedrigere Schwellenwerte für UVP-Pflicht – In schutzwürdigen Gebieten ist geplanter Wert zehn Mal höher als ökologisch vertretbar










