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ASI veröffentlicht Bericht zum FSC-Zertifizierer von Schweighofer: Fehler des Holzindustrieunternehmens werden bestätigt
Wien, 14. Oktober 2016 – Seit der Veröffentlichung des Berichtes der Environmental Investigation Agency (EIA) im Oktober 2015, in dem das Holzindustrieunternehmen Schweighofer mit dem Vorwurf konfrontiert wurde, einer der größten Treiber des illegalen Holzeinschlages in Rumänien zu sein, wurde das Unternehmen nicht müde, von „falschen Anschuldigungen“ und „fehlerhaften und verzerrten Informationen“ zu sprechen. Der WWF Österreich verweist nun auf den aktuell veröffentlichen Bericht der Accreditation Services International (ASI), der das fehlerhafte Verhalten von Holzindustrie Schweighofer bestätigt. Im Bericht heißt es entsprechend, der Zertifizierer (= Quality Austria) konnte während der Untersuchung der ASI keine Belege vorlegen, dass der Zertifikatinhaber (= Holzindustrie Schweighofer) – wie vom FSC-Standard gefordert – relevante Interessensgruppen konsultiert habe. Aus Sicht des WWF spielen diese Versäumnisse eine wesentliche Rolle bei der Aussetzung des Schweighofer-Zertifikates, die der Suspendierung von Quality Austria folgte. Die Befragung relevanter Interessensgruppen während eines FSC-Zertifizierungsprozesses ist notwendig, weil damit bisher nicht erkannte – aber bereits bestehende – Missstände in Bezug auf die Zertifizierung aufgedeckt und folglich adressiert werden können.
Die ASI führte im heurigen Juni die Suspendierung von Quality Austria durch und sorgte dafür, dass für sechs Monate keine neuen FSC-Zertifikate ausgestellt werden dürfen. Dieser Suspendierung ging eine Beschwerde des WWF Österreich sowie Berichte anderer Umweltorganisationen gegen Holzindustrie Schweighofer voraus. Die Beschwerde des WWF richtete sich gegen Produktionsstätten und Lieferketten des Unternehmens in Rumänien und anderen Ländern. Die Umweltschützer kritisierten, dass das Zertifikat ohne Anhörung der Interessensgruppen vergeben wurde und dass die massiven Vorwürfe der rumänischen Behörden sowie vieler NGOs wegen illegal geschlagenem Holz und organisierter Kriminalität offensichtlich nicht ausreichend beachtet wurden.
„Die Verantwortlichen bei Holzindustrie Schweighofer zogen sich bisher in der Öffentlichkeit gerne die blütenreine Weste an und versuchten, die Vorwürfe gegen das Unternehmen als haltlos abzutun und die Position eines verantwortungsbewussten Unternehmens zu vermitteln. Die zahlreichen Indizien, die von Umweltorganisationen sowie vom rumänischen Umweltministerium recherchiert und gesammelt wurden, zeigen ein völlig anderes Bild des Unternehmens. Der von der ASI veröffentlichte Bericht ist mit Sicherheit nicht der erste dunkle Fleck auf der Weste von Holzindustrie Schweighofer. Das Unternehmen nahm ganz augenscheinlich über eine lange Zeit kapitale Umweltsünden in Kauf. Die Missstände sind eklatant und dürfen keinesfalls unter den Teppich gekehrt werden. Gleichzeitig sind aus WWF-Sicht auch die EU-Mitgliedsstaaten gefordert. Es braucht völlig neue politische Rahmenbedingungen, wenn es um die europäische Holzindustrie geht. Illegaler Holzhandel darf kein Kavaliersdelikt sein – schon gar nicht dann, wenn der Schutz von Europas letzten Urwäldern auf dem Spiel steht“, so WWF-Waldexperte Johannes Zahnen.
Rückfragehinweis:
Gerhard Auer, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231; E-Mail: gerhard.auer@wwf.at
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