WWF-Bilanz zu fünf Jahren UNESCO-Biosphärenpark Mur-Drau-Donau: Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung von über 67 Kilometern Flussabschnitten und Seitenarmen teils abgeschlossen oder in Umsetzung – Pläne für weitere 270 Flusskilometer liegen vor
Asiatische Banden heizen Elfenbeinhandel an
Der internationale Anstieg des illegalen Elfenbeinhandels geht maßgeblich auf asiatische Schmuggler zurück, die von Afrika aus operieren. Dies ist das Ergebnis einer heute vorgestellten Studie von TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm des WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN. Quellen des seit 1989 illegalen Elfenbeinhandels sind demnach vor allem die Demokratische Republik Kongo, Kamerun und Nigeria. Begehrt ist das „weiße Gold“ hauptsächlich in China, Japan und Thailand, wichtige Transitregionen sind Hong Kong, Macao, Taiwan und die Philippinen. Über diese Länder wurden 62 Prozent der bislang größten Schmuggelfälle abgewickelt.
Für die Studie wurden fast 12.400 Fälle von beschlagnahmtem Elfenbein aus 82 Ländern untersucht, die seit 1989 in der weltweit größten Datenbank für den illegalen Handel mit Elefantenprodukten, ETIS (Elephant Trade Information System), gesammelt wurden. „Der Umfang und die Professionalität des Elfenbeinschmuggels von Afrika nach Asien lassen darauf schließen, dass wir es mit einer neuen Stufe globalisierter Elfenbeinkriminalität zu tun haben“, sagt WWF-Artenschutzexpertin Jutta Jahrl. Vor allem chinesische Kriminelle sind verwickelt und wurden bei insgesamt 126 Großschmuggeleien verhaftet oder konnten vor ihrer Festnahme fliehen.
Weltweit werden täglich im Durchschnitt drei Fälle aufgedeckt. Die Menge des Schmuggel-Elfenbeins nimmt dabei deutlich zu: Die Zahl der Großaufgriffe (eine Tonne Elfenbein oder mehr) hat sich von 17 im Zeitraum von 1989 bis 1997 auf 32 zwischen 1998 und 2006 nahezu verdoppelt. „Die zahlreichen Konflikte in Zentralafrika machen es Wilderern und Schmugglern leicht“, so WWF-Expertin Jahrl. „Dort, wo die öffentliche Ordnung außer Kraft gesetzt ist, interessiert sich kaum einer für den Elefantenschutz.“
Aus WWF-Sicht helfen deshalb auch Handelsverbote nicht weiter. „Gesetze haben wir genug. Sie müssen nur endlich durchgesetzt werden. Dafür brauchen die einzelnen Staaten genügend und gut geschultes Personal, das außerdem immun ist gegen Bestechung, weil es anständig bezahlt wird. Nur so erreichen wir gut kontrollierte heimische Märkte in Afrika und Asien“, erklärt Jahrl.
Dass dies funktionieren kann, zeigt das Vorbild Äthiopien: Dort wurden die wuchernden Elfenbeinmärkte inzwischen erfolgreich eingedämmt – dank der Umsetzung eines Plans, den die Staaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) vor vier Jahren eigens für afrikanische Elfenbeinländer entwickelt haben. Bislang ist Äthiopien jedoch das einzige Land, das ihn in die Tat umgesetzt hat.
Weitere Informationen:
Mag. Jutta Jahrl, WWF-Artenschutzexpertin, tel. (01)488 17-264.
Mag. Elke Mühlbachler, WWF-Pressesprecherin, tel. (01)48817- 210.
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