Globale Halbzeitbilanz zeigt unzureichende Umsetzung – WWF fordert wirksame Maßnahmen und gesicherte Finanzierung, auch in Österreich – COP17-Konferenz startet am Montag
Bangkok zeigt Zähne im Kampf gegen Elfenbeinhandel
Wien/Bangkok, 4. März 2013 – Die thailändische Premierministerin Yingluck Shinawatra kündigte am Eröffnungstag der CITES-Konferenz am Sonntag, 3. März an, den Elfenbeinhandel in Thailand zu verbieten. Der Schritt könnte ein Meilenstein im Kampf gegen den illegalen, internationalen Elfenbeinhandel sein, in dem Thailand bisher als Drehkreuz galt. Eine Petition von WWF und Avaaz an die Ministerin mit der Forderung den Handel zu stoppen, hatten im Vorfeld der Konferenz beinahe 1,5 Millionen Menschen unterschrieben.
Vierzig Jahre nach Gründung in den USA treffen sich ab 3. 3. 2013 die Mitgliedsländer des Washingtoner Artenschutzabkommens in Bangkok zur inzwischen 16. Vertragsstaaten-Konferenz. In ihrer Konferenz-Eröffnungsrede sagte Premierministerin Shinawatra, dass Thailand eine Gesetzesreform einleiten würde, den Elfenbeinhandel zu beenden – ein einmaliger Vorgang. "Wir freuen uns sehr über die längst fällige Ankündigung der Ministerin. Jetzt muss schnellstens ein konkreter Zeitplan zur Umsetzung des Verbots vorgelegt werden, denn das Abschlachten von Afrikas Elefanten geht unvermindert weiter", sagt Beate Striebel, Artenschutzexpertin des WWF Österreich.
Der Kampf gegen den illegalen Elfenbeinhandel steht hoch auf der Agenda der Artenschutzkonferenz, denn die Wilderei gegen Elefanten ist außer Kontrolle. Im vergangenen Jahr wurden in Afrika über 30.000 Tiere gewildert. Bislang galt Thailand als Teil des Problems, da dort Elfenbein aus nationalen Beständen legal gehandelt werden kann. Dieses gesetzliche Schlupfloch nutzen Schmuggler als "Waschanlage" und bringen illegale Ware von gewilderten, afrikanischen Elefanten auf den Markt. Von Thailand aus wird es dann in alle Welt verkauft. Das Land gilt derzeit als zweitgrößter globaler Elfenbeinmarkt hinter China.
Auch der starke Anstieg der Nashorn-Wilderei wird in Bangkok thematisiert, denn allein in der Republik Südafrika starben 2012 knapp 670 Nashörner durch Wilderei. "In Bangkok muss gehandelt werden, wir brauchen Sanktionen gegen vertragsbrüchige Staaten, die ihren Verpflichtungen zum Schutz der Tiere nicht nachkommen", fordert Volker Homes vom WWF, der vor Ort in Bangkok die Konferenz begleitet.
Ein weiteres Konferenzziel des WWF ist es, neue Arten in die Anhänge des Abkommens aufzunehmen und so besser zu schützen. Vor allem gefährdete Hölzer, diverse Schildkrötenarten und bedrohte Haie und Rochen sind im Fokus der Naturschutzorganisation. So gelten die Flossen bedrohter Hai-Arten in Asien als Delikatesse. Palisander, Eben- und Rosenhölzer sind wiederum für den Möbel- und Musikinstrumentenbau von Bedeutung. Die Listung von betroffenen Arten auf Anhang II würde den internationalen Handel regulieren, die Listung auf Anhang I komplett verbieten.
Weiterführende Informationen: www.wwf.de/cites
Pressekontakt:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/48817-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
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