95 Prozent der Grillfleisch-Angebote aus konventioneller Tierhaltung, nur jedes 20. Angebot ist Bio – WWF fordert verpflichtende Kennzeichnung von Herkunft und Haltung
Bild der Woche: Luchs zurück in Tirol
Wir freuen uns über den ersten genetischen Nachweis eines Luchses (Lynx lynx) in Tirol. Denn Europas größte Katzenart ist in Österreich nach wie vor akut vom Aussterben bedroht. Nachdem die Wildkatze vor über 150 Jahren ausgerottet wurde, versucht man sie seit den 1970er Jahren wiederanzusiedeln. Doch die Tiere bleiben, knapp 50 Jahre später, nach wie vor stark gefährdet. Keine 40 Luchse leben aktuell in Österreich.
Flächenfraß, Wilderei, zu wenig Nachwuchs
Die Zahl heimischer Luchse bleibt seit Jahren auf einem sehr geringen Niveau. Insgesamt leben heute nur maximal 39 Luchse in Österreich – und zwar in kleinen, voneinander isolierten Populationen. Der hohe Bodenverbrauch und die Verbauung zerschneiden ihre Lebensräume und verhindern so, dass einzelne Luchse zueinander finden, um sich fortzupflanzen. Nur jeder vierte Jungluchs erreicht zudem das Erwachsenenalter, um selbst für Nachwuchs sorgen zu können. Zusätzlich dezimiert die illegale Jagd die Großkatzen weiter. Ein Teufelskreis, der unbedingt durchbrochen werden muss. Wenn die Politik nicht handelt, droht ein komplettes Verschwinden der heimischen Luchse. Dabei gäbe es ausreichend Lebensräume und Beute für die Tiere, die eine ganz zentrale Rolle in unserem Ökosystem spielen.
So können wir die erneute Ausrottung verhindern
Aus WWF-Sicht ist es vor allem eine Frage des politischen Willens, ein erneutes Aussterben des Luchses in Österreich zu verhindern. Die Voraussetzung für eine dauerhafte Rückkehr sind die Zusammenarbeit aller Bundesländer und ein gutes Management. Insbesondere das dafür zuständige „Österreichzentrum Bär, Wolf, Luchs“ muss hier umgehend tätig werden. Es braucht konkrete Artenschutz-Maßnahmen und eine massive Reduzierung des Flächenfraßes. Im Schnitt werden in Österreich jeden Tag rund 13 Hektar Boden für Supermärkte, Parkplätze etc. verbaut – das entspricht etwa 18 Fußballfeldern. Außerdem muss die illegale Jagd auf die bedrohten Wildkatzen konsequent als Straftat verfolgt und bestraft werden.
Der WWF engagiert sich seit vielen Jahren und in etlichen Ländern für den Schutz der Luchse. Lesen Sie hier, wie Sie helfen können, den Luchs in Österreich dauerhaft zu retten.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Neue Studie: Ökonomin Stagl warnt vor Budgetrisiken durch fehlende Klimapolitik
Analyse zeigt hohe finanzielle Risiken durch Extremwetter, fossile Preisschocks und fehlende Vorsorge – WWF fordert stärkere Berücksichtigung von Klimarisiken im Doppelbudget
WWF-Erfolg: WWF weitet Monitoring von Seeadlern aus
So viele besenderte Seeadler wie noch nie zuvor helfen dem WWF, die Rückkehr der Art zu begleiten. Die Daten liefern spannende Einblicke und zeigen, welche Schutzmaßnahmen besonders wichtig sind.
Wappentier im Aufwind: WWF weitet Seeadler-Monitoring aus
22 besenderte Greifvögel liefern wertvolle Daten für den Artenschutz – Erste markierte Seeadler brüten mittlerweile in drei Nachbarländern – Rund 90 Paare leben wieder in Österreich
Wasserkrise in der Lobau: Eines der größten Gewässer erstmals im Frühjahr geteilt
Bekanntes Eberschüttwasser im Nationalpark durch Wassermangel in zwei Teile getrennt – WWF fordert rasche Maßnahmen gegen Austrocknung der Unteren Lobau
Wildtierkriminalität in Österreich: 310 Fälle und eine sehr hohe Dunkelziffer
Neuer Bericht zeigt dramatisches Ausmaß illegaler Verfolgung geschützter Arten – BirdLife Österreich und WWF Österreich fordern nationalen Aktionsplan
Neuer Entwurf für Isel-Schutzgebiet verfehlt EU-Vorgaben
Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele













