Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
BP Heinz Fischer empfängt WWF-Sherpa-Delegation
Wien, 3. Dezember 2009 – Bundespräsident Heinz Fischer bekommt heute Besuch von Zeugen des Klimawandels vom Dach der Welt. Die beiden nepalesischen Sherpas Apa und Dawa waren bereits auf dem Gipfel des Mount Everest, Apa Sherpa sogar 19-mal – am öftesten von allen Menschen der Welt. Von dort stammt der Stein, den die Delegation heute zusammen mit einem Brief des nepalesischen Premierministers Madhav Kumar dem Bundespräsidenten in der Hofburg übergibt. Der Stein ist eine eindrückliche Mahnung an reiche Industrienationen wie Österreich, dass diese ihren CO2-Ausstoß dringend senken müssen. „Die Industrienationen sind die Hauptverantwortlichen des Klimawandels“, so Andreas Wurzer, stellvertretender Geschäftsführer des WWF Österreich. „Es ist daher höchste Zeit, dass auch Österreich Verantwortung gegenüber den Entwicklungsländern übernimmt, die am meisten unter den Folgen des Klimawandels zu leiden haben. Zu dieser Hilfe zählen CO2-Senkungen im eigenen Land und Finanzhilfen für Anpassungsmaßnahmen.“ Auch Christian Baumgartner, Geschäftsführer der Naturfreunde Internationale, warnt: „Der durch die Industrieländer verursachte Klimawandel gefährdet den Bergtourismus in Nepal und damit eine wichtige Einkommensquelle der Bevölkerung. Gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation machen die Naturfreunde Internationale auf die Probleme des Klimawandels in Nepal aufmerksam.“
Die Sherpas touren gerade durch zehn Länder Europas und berichten heute dem Bundespräsidenten vom Abschmelzen der Himalaja-Gletscher. Die Folgen des Verlusts der drittgrößten Eismasse der Erde bedroht die Existenz von 1,3 Milliarden Menschen in Asien. Flutkatastrophen und Wassermangel könnten in den nächsten Jahrzehnten Asien destabilisieren. Am Nachmittag wird die Sherpa-Delegation von Generalsekretär Reinhard Mang im Umweltministerium empfangen. Nach dem Besuch in Österreich fährt die Delegation weiter nach Brüssel und zur Klimakonferenz von Kopenhagen. „Der Klimawandel in Nepal ist bereits Wirklichkeit. Wir sahen erstmals Moskitos in Namche Bazaar in fast 3.500 Metern und sogar Fliegen am Base Camp des Mount Everest in 5.360 Metern Höhe“, schildert Apa Sherpa die Zeichen des Klimawandels.
Die beiden Bergsteiger Apa und Dawa Sherpa sind wichtige Klimazeugen und berichten in den EU-Ländern zahlreichen Regierungsvertretern, Bürgermeistern, Parlamentariern und Prominenten – darunter auch Reinhold Messner – vom Abschmelzen der Gletscher im Himalaja. Der heute 49-jährige Apa Sherpa hat durch das Bersten des Dig Tsho-Gletschersees 1985 fast sein Leben und das seiner Familie verloren. Sein Land wurde fortgespült. Durch den Klimawandel füllen sich die Gletscherseen mit gigantischen Mengen an zusätzlichem Schmelzwasser. In Nepal allein gibt es 2.300 dieser Gletscherseen. 44 von ihnen in Nepal und Bhutan gelten als tickende Zeitbomben, die das Leben und die Landwirtschaftsflächen der Himalaja-Bewohner bedrohen, weil die Wassermassen plötzlich zu Tal stürzen. „Zuerst kommen die Flutkatastrophen und dann werden die Flüsse nicht mehr genug Wasser führen um zwei Milliarden Menschen zu versorgen“, warnt Prashant Singh, Entwicklungsdirektor von WWF Nepal.
3.252 Gletscher mit einer Gesamtfläche von 5.323 Kilometern gibt es in Nepal. Auf den Gletschern des Himalaja befinden sich die Quellen der größten Flüsse Asiens – Ganges, Indus, Brahmaputra, Mekong und Yangtse. Vom Wasser dieser Flüsse hängt fast ein Drittel der Weltbevölkerung ab. Derzeit sind zwei Drittel aller Gletscher auf dem Rückzug. Die Durchschnittstemperatur hat sich bereits jetzt um knapp zwei Grad erhöht. Pro Jahrzehnt nimmt die Temperatur in Nepal um fast ein halbes Grad zu. In den kommenden Jahrzehnten erwarten die Klimaexperten eine weitere Erwärmung um zwei bis vier Grad.
„Wenn die Temperatur weiter so ansteigt, verlieren wir Gletscherflächen von bis zu 70 Prozent“, so Singh. Allein für den Ganges werden bis zu zwei Drittel weniger Wasser prognostiziert. „Das Leben von Hunderten Millionen Indern ist dadurch in Gefahr“, so Dawa Sherpa. Der 24-jährige Dawa hat bereits vier Gipfel über 8.000 Meter bestiegen, darunter zweimal den Mount Everest. Der mehrfach international ausgezeichnete Bergsteiger spricht auch Deutsch und ist ein wichtiger WWF-Klimabotschafter. Er berichtet von schmelzenden Gletschern, erodierten Berghängen, Winterdürren und Fluten im Sommer.
Der Besuch der Delegation ist Teil der Vote Earth Kampagne, der ersten weltweiten Volksabstimmung über das Weltklima. Die Ergebnisse werden auf einem „Orb“, einer Festplatte in Globusform, auf der Klimakonferenz in Kopenhagen übergeben.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Leiter Medien WWF Österreich, Tel. 01-48817-231, Email: franko.petri@wwf.at, Website: www.voteearth.at.
Factsheets, Biografien und Fotos: www.wwf.at/presse/.
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