Bund und Länder sollen Gemeinden beim Umbau stark versiegelter Orte unterstützen – Zusätzliche Mittel für Begrünung, naturnahe Gewässer und mehr Wasserrückhalt – EU-Renaturierungsgesetz ambitioniert umsetzen
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
In der laufenden Budgetdebatte fordert die Naturschutzorganisation WWF die Einführung eines Wasserzinses nach Schweizer Vorbild. Eine Abgabe von rund 1,5 Cent pro Kilowattstunde könnte laut WWF jährlich etwa 685 Millionen Euro einbringen, die Einnahmen sollen großteils zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung sowie Energiesparmaßnahmen fließen. Die WWF-Schätzung basiert auf der österreichischen Wasserkraftproduktion des Jahres 2024. „Wasser ist eine unserer wertvollsten Ressourcen, wird aber bislang vielfach gratis genutzt. Das ist weder ökologisch noch ökonomisch zeitgemäß. Ein fair gestalteter Wasserzins kann wichtige Einnahmen für den Schutz von Flüssen, Seen und Grundwasser sichern sowie Anreize für einen sorgsamen Umgang schaffen“, sagt WWF-Expertin Bettina Urbanek.
Die Schweiz hebt für die Nutzung von Wasserkraft seit Jahrzehnten einen Wasserzins ein, der den öffentlichen Haushalten, dort meist den Gemeinden, stabile Einnahmen bringt und die Nutzung einer natürlichen Ressource angemessen bepreist. Ein an österreichische Verhältnisse angepasstes Modell könnte laut WWF dazu beitragen, Lücken im Budget zu schließen, ohne zusätzliche Belastungen für Arbeitseinkommen zu schaffen. Zudem wäre ein angemessener Wasserzins ein Beitrag zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die das Verursacherprinzip auch bei Flüssen vorsieht.
Die Naturschutzorganisation schlägt eine weitgehende Zweckbindung der Einnahmen vor. „Die Mittel dürfen nicht im allgemeinen Budget versickern, sondern müssen vor allem in den Schutz und die Renaturierung unserer Gewässer sowie in Energiespar- und Effizienzmaßnahmen investiert werden. Dort gibt es einen gewaltigen Bedarf und große Finanzierungslücken“, betont Urbanek. Auch eine zweckgebundene Aufteilung der Einnahmen für Bund, Länder und Gemeinden sei denkbar.
Konkrete Einsatzbereiche sieht der WWF etwa in der Wiederherstellung naturnaher Flusslandschaften, dem Ausbau von Hochwasserschutz im Einklang mit der Natur sowie in Programmen zur Reduktion des Energieverbrauchs. Gerade vor dem Hintergrund der Klimakrise seien intakte Ökosysteme und ein sparsamer Umgang mit Ressourcen zentrale Zukunftsinvestitionen.
Ein Wasserzins würde laut WWF zudem mehr Fairness im Umgang mit öffentlichen Gütern schaffen. Unternehmen, die Wasser in großem Umfang nutzen, etwa zur Energiegewinnung, würden stärker zur Finanzierung gemeinsamer Aufgaben beitragen. Gleichzeitig könnten ökologische Kriterien bei der Ausgestaltung berücksichtigt werden, um besonders nachhaltige Nutzungsformen zu begünstigen.
Der WWF appelliert an die Bundesregierung, die Budgetdebatte zu nutzen, um strukturelle Reformen anzugehen und innovative Finanzierungsinstrumente zu prüfen. „Ein Wasserzins nach Schweizer Vorbild wäre eine praxiserprobte und sozial ausgewogene Möglichkeit, neue Einnahmen zu sichern und zugleich Umwelt- und Klimaziele voranzubringen“, sagt WWF-Expertin Bettina Urbanek
News
Aktuelle Beiträge
WWF und BirdLife fordern „Aktion scharf gegen Giftköder“
Grausame Geier-Vergiftung im Lesachtal muss Konsequenzen haben – Verbotenes Nervengift für 90 Prozent aller nachgewiesenen Wildtier-Vergiftungen verantwortlich – Seit Jahrzehnten verboten, aber bis heute eingesetzt
WWF: Anhaltende Hitzewelle belastet Wildtiere
Hitze und Trockenheit setzen Amphibien, Jungvögeln und Schmetterlingen besonders zu – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und gibt Tipps, um Wildtieren zu helfen
llegaler Tigerhandel: Neuer Report zeigt Schwächen in Südostasiens Justizsystemen
WWF, GuArdean und TRAFFIC analysieren Strafverfolgung in sieben Tiger-Verbreitungsstaaten – Drahtzieher und Geldgeber werden bisher zu selten belangt – WWF fordert verstärkte Kontrollen und internationale Zusammenarbeit
Italienischer Top-Experte kritisiert Tiroler Wolfsabschuss: WWF fordert lückenlose Aufklärung
Zoologe Marco Apollonio bezeichnet Abschuss von Forschungswolf Mirco als „dumm und unnötig“ – WWF verlangt vollständige und transparente Aufklärung durch die Tiroler Landesregierung.
WWF-Erfolg: Mehr Wasser für den Mühlbach
Mehr Wasser, mehr Artenvielfalt: Dank der erfolgreich umgesetzten Maßnahme an der Grenzmur führt der Mühlbach heute mehr als doppelt so viel Wasser wie früher.
Forschungswolf getötet – WWF kritisiert überzogene Abschusspolitik in Tirol
Artenschutzorganisation fordert Kurskorrektur im Wolfsmanagement – Besenderte Wölfe liefern wertvolle Daten für Herdenschutz und Prävention – Italien forscht, Österreich schießt ab
Kampf gegen Plastikmüll: WWF weitert Offensive gegen Geisternetze im Mittelmeer aus
Plastikkrise im Mittelmeer spitzt sich zu – Bereits vier Tonnen alte Fischereisausrüstung geborgen – Neue Tauchausbildung soll Bergungsmenge bis Jahresende verdoppeln – Ausweitung von Meeresschutzgebieten gefordert
WWF: Portugal investiert groß in Renaturierung, Österreich soll nachziehen
Portugal will 500 Millionen Euro jährlich in Wiederherstellung der Natur investieren – Gemessen an der stärkeren Wirtschaftskraft wären das in Österreich rund 840 Millionen Euro pro Jahr – WWF fordert rasche Vorlage des gesamten Renaturierungsplans von Bund und Ländern










