Naturschutzorganisation analysiert Bodenpolitik der Bundesländer – Salzburg an der Spitze, aber nur „lückenhaft“ – Kärnten und Oberösterreich Schlusslichter – Mehr als die Hälfte der 99 Teilbewertungen im neuen WWF-Bodenreport kritisch oder ungenügend
Causa Geisler: WWF-Gewässerschutz-Expertin trifft Landeshauptmann-Stellvertreter am Dienstag
Unabhängig von der jüngsten Entschuldigung auf persönlicher Ebene muss der Vorfall aus WWF-Sicht auch inhaltlich gründlich aufgearbeitet werden und politische Konsequenzen haben
Innsbruck, Wien, am 8. Juni 2020. Nach dem frauenfeindlichen Sager von Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler („widerwärtiges Luder“) gegenüber WWF-Gewässerschutzsprecherin Marianne Götsch findet dazu am Dienstag, um 9 Uhr, ein Treffen im Innsbrucker WWF-Büro statt. Unabhängig von der jüngsten Entschuldigung auf persönlicher Ebene muss die Causa aus Sicht der Naturschutzorganisation auch inhaltlich gründlich aufgearbeitet werden und politische Konsequenzen haben. „Als zuständiger Landesrat muss Josef Geisler den Naturschutz in Wasserkraftangelegenheiten auf allen Ebenen respektieren, anstatt seine Vertreterinnen öffentlich zu beleidigen. Daher muss der Vorfall auch Konsequenzen haben, die über den unmittelbaren Anlassfall hinausgehen“, sagt WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides.
Zu dem Treffen sagt WWF-Gewässerschutzsprecherin Marianne Götsch: „Ich habe mich bei Josef Geisler bereits am Freitagnachmittag telefonisch für seine Entschuldigung bedankt. Dabei habe ich ihm aber auch mitgeteilt, dass seine Entgleisung ein inakzeptables Frauenbild offenbart und einen Umgang mit dem Naturschutz und seinen Vertreterinnen zeigt, der für ein hohes politisches Amt untragbar ist. Das werde ich auch bei unserem Treffen nochmals ansprechen“, sagt die Diplomingenieurin Götsch und verweist in diesem Zusammenhang vor allem auf die Relativierungen und Verharmlosungen des inakzeptablen Sagers im Anschluss an den Vorfall.
„Die Reaktion von Josef Geisler ersetzt weder die notwendige inhaltliche Auseinandersetzung noch die politischen Konsequenzen für den frauenfeindlichen Sager und den abwertenden Umgang mit dem Naturschutz“, bekräftigt WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides. Daher müsse die Causa auf allen Ebenen gründlich aufgearbeitet werden. „In der Tiroler Naturschutzpolitik gibt es großen Verbesserungsbedarf, dem sich auch Landeshauptmann Günther Platter und die Landesregierung stellen müssen. Daran führt kein Weg vorbei.”
Sager nach erster Entschuldigung wieder verharmlost
Tirols Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler hatte sich am Freitag zunächst schriftlich in einem kurzen E-Mail gegenüber der von ihm beschimpften WWF-Mitarbeiterin Marianne Götsch entschuldigt, konterkarierte dies jedoch mit erneuten Verharmlosungen seiner Entgleisung gegenüber der Süddeutschen Zeitung: “Luada” werde “in Tirol umgangssprachlich für eine schlitzohrige, hartnäckige Person verwendet, die einen austrickst”, so das Zitat von Geislers Büro. Der Ausdruck sei zudem “nicht zwingend negativ”. Dazu noch der Hinweis: “Ursprünglich stammt der Begriff ’Luder’ – wie Sie sicher wissen – aus der Jägersprache und bezeichnet einen Köder zum Anlocken von Raubtieren.” Im Anschluss erfolgte noch eine persönliche Reaktion Geislers.
Rückfragehinweis:
WWF Österreich
Mag. Volker Hollenstein
Leiter Politik und Kommunikation
Mobil: +43 664 501 31 58
E-Mail: volker.hollenstein@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Countdown für Renaturierungspläne: WWF fordert rasche Fertigstellung und Veröffentlichung
Zwei Wochen vor EU-Deadline noch immer kein Gesamtentwurf vorliegend – Historische Dürre zeigt Notwendigkeit von Renaturierung – Umweltminister und Bundesländer in der Pflicht
Klimakrise trifft verbaute Flüsse besonders hart: WWF fordert Renaturierung zum Schutz seltener Huchen
Fehlender Wasserrückhalt verschärft Austrocknung – Kleinwasserkraftwerke behindern Fischwanderung – WWF fordert mehr Renaturierung zum Erhalt der gefährdeten Huchen in der Pielach
WWF-Erfolg: 20 Sambars in thailändischem Nationalpark freigelassen
20 Tiere, ein Nationalpark und ein großes Ziel: Die Natur wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Im Nationalpark Mae Wong wurden erfolgreich Sambars freigelassen.
WWF und ÖKOBÜRO gewinnen Artenschutzverfahren am Verwaltungsgerichtshof
Höchstgericht bestätigt fehlende Rechtskonformität von Abschuss-Verordnungen für geschützte Tierarten – Ende der pauschalen Tötungen gefordert
WWF: Klimakrise stellt Budget auf Belastungsprobe
Folgen der Klimakrise sorgen für Schäden in Millionenhöhe – Umweltschutzorganisation fordert konsequenten Klimaschutz und wirksame Klimawandelanpassung statt reiner Symptombekämpfung
Elefanten in der Klimakrise: WWF warnt vor “gefährlichem Cocktail” für Dickhäuter
Dürre, Hitze und extreme Niederschläge verändern den Lebensraum von Elefanten massiv – Suche nach Wasser und Futter zunehmend erschwert – WWF fordert verstärkte Schutzmaßnahmen
Ein Drittel des Tiroler Wolfsbestandes abgeschossen: WWF kritisiert Management des Landes scharf
2026 bereits zehn Wölfe in Tirol getötet – Naturschutzorganisation fordert Ende von Abschüssen als Standardlösung: „Wild sein ist kein Verbrechen“
Fischkonsum im Urlaub: WWF warnt vor Importware und verstecktem Haifisch-Fleisch
Fischgerichte auf Touristenmenüs und Märkten häufig aus Asien und Lateinamerika importiert oder unter irreführenden Namen angeboten – WWF fordert mehr Transparenz und ruft zur Vorsicht beim Fischkonsum auf










