Neuer Rekord in Österreich: 123 territoriale Seeadler-Paare konnten gezählt werden. Ihr Lieblingsplatz ist das Waldviertel.
Delphine durch Schiffskollisionen und verlorene Netze massiv gefährdet
Wien, 5. August 2010 – Kleinwale, zu denen auch Delphine gehören, verschwinden weltweit aus unseren Ozeanen. Sie werden Opfer von Jagd, Meeres-Verschmutzung und Lebensraumverlust. Kleinwale sind noch dazu mangelhafter geschützt als ihre großen Verwandten, die Blauwale oder Pottwale. Eine besondere Gefahr für die Delphine stellen Kollisionen mit Schiffen dar. Eine aktuelle Studie des WWF über eine der weltweit seltensten und am stärksten gefährdeten Arten, fand heraus, dass aktuell beispielsweise zwei von drei Delphinen im Westen Australiens aufgrund von Bootskollisionen und Fischereigeräten verletzt werden.
WWF-Forscher konnten nun aktuell nachweisen, dass etwa 63 Prozent der Tiere tiefe Narben aufweisen, die von Verletzungen durch Bootskollisionen, Fischernetzen und –leinen stammen. Der australische Stupsflossendelphin (Orcaella heinsohni) kommt ausschließlich in den tropischen Gewässern Australiens vor. „Das Gebiet, in dem diese Delphine ihre Jungen bekommen und aufziehen, ist stark von Booten und der Fischerei frequentiert. Der Mensch hat einen zerstörerischen Einfluss auf die dort lebende Delphinpopulation“, sagt Georg Scattolin, WWF Meeres- und Fischereiexperte.
Delphine spielen in ihrer Umwelt eine wichtige Rolle. Sie stabilisieren und sichern ein gesundes Ökosystem. Gleichzeitig sind sie wichtig für die hoch-profitable Tourismusindustrie, da durch die unzähligen Urlauber, die Wale und Delphine beobachten, weltweit jährlich 2,1 Milliarden Dollar erwirtschaftet werden. „Zusätzlich zum privaten Bootsverkehr kommen durch die Aktivitäten der Fischereiindustrie und der Erdölförderung noch mehr Schiffe in dieses Gebiet, was das Verletzungsrisiko für Delphine erhöht“, sagt Georg Scattolin.
Zur Rettung der Delphine empfiehlt die WWF-Studie die Einführung von Geschwindigkeitsbeschränkungen für Schiffe von unter 10 km/h in den Delphin-Lebensräumen von Buchten, Mangroven, Seegras und seichten Gebieten. Weiters fordert der WWF die Fischer auf, ihre Netze und Leinen nicht in Mangrovengebieten auszuwerfen, wo sich diese Fanggeräte verheddern können und dadurch eine tödliche Gefahr für die Delphine darstellen.
Rückfragehinweis:
Mag. Georg Scattolin, WWF Meeres- und Fischereiexperte
tel. 01/ 488 17 265
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF zu CloudHQ: Großrechenzentren brauchen verpflichtenden Umweltcheck
Umweltschutzorganisation begrüßt UVP für 6,7-Hektar-Projekt in Leopoldsdorf – WWF fordert einheitliche Bundesregeln statt Fleckerlteppich
Neuer Seeadler-Rekord in Österreich: WWF-Zählung erfasst so viele Paare wie noch nie
Konsequenter Schutz zeigt Wirkung: 123 territoriale Seeadler-Paare in Österreich – Hotspot im Waldviertel – Illegale Verfolgung bleibt große Bedrohung
WWF zu Klimaneutralität 2040: Fossile Abhängigkeit ist die wahre Standort-Hypothek
Umweltschutzorganisation weist IV- und WKO-Kritik zurück – Verbindliches Klimaziel schafft Planungssicherheit, senkt Energieabhängigkeit und stärkt Innovation – WWF fordert wirksame Maßnahmen für die Umsetzung
WWF zu Wolfsabschuss im Pitztal: Verdacht auf Straftat rasch aufklären
Mutmaßlicher Fall von Wildtierkriminalität – Naturschutzorganisation fordert konsequente Ermittlungen
WWF warnt vor Artenverlust in der Unteren Lobau
Aktueller WWF-Artencheck: Langjähriger Wassermangel bedroht Bitterling, Donau-Kammmolch, Sumpfschildkröte und Flussmuscheln – Anhaltende Dürre verschärft die Lage und bedroht lokale Vorkommen
WWF-Ausblick: Österreichs Flüsse gehen stark geschwächt in den Herbst
Im August rund 90 Prozent der Pegelmessstellen mit sehr niedriger Wasserführung – Niederösterreich, Burgenland und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert Schutzprogramm und Renaturierung
Ende der Begutachtung – WWF fordert Rücknahme der Vorarlberger Biber-Verordnung
Naturschutzorganisation legt Stellungnahme vor – Entwurf sieht jährliche Tötungskontingente von bis zu 32 Tieren vor – WWF fordert Vorrang für Prävention
Biokunststoffe auf dem Prüfstand: Neue Studie untersucht tatsächliche Abbaubarkeit in der Natur
Neue Forschungsinitiative testet Zersetzbarkeit von Biokunststoffen in über 20 natürlichen Lebensräumen – Kooperation des WWF Österreich und der Technischen Universität Bratislava













