Fehlender Wasserrückhalt verschärft Austrocknung – Kleinwasserkraftwerke behindern Fischwanderung – WWF fordert mehr Renaturierung zum Erhalt der gefährdeten Huchen in der Pielach
Der erste Storch ist in Marchegg gelandet!
Wien/Marchegg, am 21. März 2007 – Am Abend des 20. März landete der erste Storch im WWF-Reservat Marchauen im niederösterreichischen Marchegg.
Meister Adebar hat somit nach einer 10.000 Kilometer langen mehrmonatigen Reise den Weg zurück in die riesigen Horste der alten Eichen der Marchegger Kolonie gefunden. „Wir erwarten heuer wieder ein gutes Storchenjahr“, zeigt sich Gerhard Egger vom WWF zuversichtlich. „Die Störche brauchen neben sicheren Brutplätzen, wie sie die uralten Eichen des Reservats bieten, vor allem ausgedehnte Wiesenflächen als Nahrungsgründe.“
Rechtzeitig vor Beginn der Brutsaison wurden alle Horstbäume und Horste im Auenreservat kartiert, um diese langfristig zu sichern. Optimale Bedingungen also für das Storchenjahr 2007.
Dem Erstankömmling im Marchegger Auenreservat werden laut WWF in den nächsten Wochen noch weitere 90 bis 100 Vögel in der europäischen Storchen-Metropole Marchegg folgen.
In dieser Storchenkolonie treffen die Tiere auf beste Lebensbedingungen: „Die überschwemmten Wiesen sind für die Störche und andere Aubewohner keine Katastrophe, sondern ein Nahrungsparadies“, erklärt Egger. „Hier fangen Sie Frösche, Krebse und kleine Fische und können nach dem langen Flug wieder Kraft für eine turbulente Brutsaison tanken“, so Egger abschließend.
Die Storchenkolonie im WWF-Schutzgebiet Marchegg gehört zu den eindrucksvollsten Vogelkolonien Europas, die bereits vor mehr als 110 Jahren von einem Pionierpaar gegründet wurde.
Heute nisten hier jährlich bis zu 50 Paare auf riesigen alten Eichen. An manchen Eichen befinden sich bis zu sieben Horste. Diese „Storchenhäuser“, die zum Teil bis zu 800 Kilogramm wiegen, werden von den Vögeln den ganzen Sommer über ausgebaut. Deshalb kommen traditionell die kräftigen Männchen zuerst aus Afrika zurück. Sie besetzen die besten Horste, zumeist die „Penthäuser“ ganz oben im Baum. Anschließend folgen die Weibchen, die sich dann den Partner mit dem besten Nest aussuchen. Störche führen eine Saison-Ehe und sind eher ihrem Nest als ihrem letzt jährigen Partner treu.
Im Jahr 2006 verschaffte die feuchte Witterung den Störchen zwar reichhaltige Nahrungsgründe, die Gesamtzahl an Jungstörchen blieb jedoch aufgrund der ungünstigen Wetterverhältnisse während der Brut hinter den erfolgreichsten Jahren der 90er Jahre zurück. Im österreichischen Teil der Marchauen konnten aber immerhin insgesamt mehr als 160 Jungstörche von 65 Paaren aufgezogen werden.
Der WWF dankt den Österreichischen Lotterien, die das Programm zum Schutz der Störche seit vielen Jahren unterstützen.
Weitere Informationen und Fotos:
Claudia Mohl, WWF Pressereferentin, Tel. 01/488 17-250, 0676/83488203, claudia.mohl@wwf.at
Mag. Gerhard Egger, WWF Ostösterreich-Programm, Tel. 0676/83 488 272
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