WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Der letzte Ötscherbär: Schlaf gut „einsamer Moritz“
WWF für Fortsetzung konstruktiver Gespräche in Niederösterreichs Bärenregion
Wien, Dienstag, 8. Februar 2011 – Der zehn Jahre alte „Moritz“ ist aller Voraussicht nach der letzte lebende österreichische Braunbär im ehemaligen Kerngebiet der Nördlichen Kalkalpen im niederösterreichisch-steiermärkischen Grenzgebiet. Die genetische Untersuchung von Bärenhaaren und Losungen des vergangenen Jahres werden bald fertig ausgewertet sein und können dann individuell zugeordnet werden. Moritz befindet sich seit November in seinem Winterlager – vermutlich in einer Höhle. „Moritz war das ganze Jahr über immer wieder nachweisbar, als er in den Wäldern umhergestreift ist“, erzählt Georg Rauer, Bärenanwalt am Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) in Wien. „Er hat sich aber immer unauffällig verhalten.“ Um den Standort des Bären, der sich in den letzten Jahren als recht wanderfreudig erwiesen hat und vor seiner Winterruhe zuletzt im Bezirk Leoben beobachtet wurde, besser bestimmen zu können, sollen im Frühjahr wieder Fotofallen aufgestellt werden. Von solch einer automatischen Kamera stammt auch die letzte Aufnahme von Moritz im Frühjahr 2010.
Nur noch das Bärenmännchen Moritz lebt 2011 – als Rest von mindestens 35 nachgewiesenen Bären – in den Wäldern der Nördlichen Kalkalpen. 1999 gab es dort mit zwölf Bären zur gleichen Zeit die größte Bärendichte, bevor der Bestand immer weiter abnahm. In einem Fall konnte das Landeskriminalamt Niederösterreich den illegalen Abschuss einer österreichischen Jungbärin zweifelsfrei nachweisen.
Moritz wurde 2001 als Sohn des 1993 vom WWF aus Slowenien übersiedelten „Djuro“ und dessen eigener Tochter „Rosemarie“, die bereits in Österreich zur Welt kam, geboren. Er verlebte die ersten Lebensjahre an der Seite seiner Mutter im Ötscher-Hochschwabgebiet. 2003 begab er sich auf Wanderschaft und streifte fünf Jahre als „Salzkammergutbär“ durch die Wälder Oberösterreichs und Salzburgs. 2009 kehrte er wieder in das Gebiet seiner Jugend zurück.

Sorgen bereitet dem Bärenexperten des WWF die Tatsache, dass Moritz seit seiner Geschlechtsreife vergeblich nach einem Weibchen Ausschau hält. „Für einen Braunbären sind die Winter ohnehin kalt und einsam“, mutmaßt Christoph Walder vom WWF. „Zu zweit wäre es schon viel kuscheliger", schmunzelt er.
Auch wenn Moritz heuer voraussichtlich gegen Ende Februar – wann genau, sagt ihm seine „innere Uhr“ – seine Winterruhe beendet, wird er sich wieder vergeblich auf Brautschau begeben. „2007 haben wir mit Elsa das letzte reproduktionsfähige Weibchen der Population verloren“, bedauert Rauer. Djuro kann seit 2009 nicht mehr nachgewiesen werden.
Die Akzeptanz der Menschen in den Bärengebieten ist Voraussetzung für ein langfristiges Miteinander mit dem Bären. Deshalb begrüßt der WWF die Gespräche, die der niederösterreichische Naturschutzlandesrat Stephan Pernkopf 2010 in der Region initiiert hat und setzt sich für deren kontinuierliche Weiterführung ein.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, WWF Pressesprecher
Tel. 01/488 17 231, E-Mail: franko.petri@wwf.at.
Das oben angeführten Foto darf von Medien ausschließlich unter Nennung des Copyrights und im Zusammenhang mit einem Artikel über den "Braunbär Moritz" zum einmaligen kostenfreien Abdruck in einem Printmedium oder zur Darstellung in einem Onlinemedium verwendet werden. Die hochaufgelösten Fotos für Printmedien können zu den genannten Bedingungen kostenfrei beim WWF Österreich angefordert werden. Die Verwendung dieser Fotos in einem anderen Zusammenhang als dem oben genannten ist aus urheberrechtlichen Gründen nicht gestattet. Die Nutzungserlaubnis läuft mit Donnerstag den 22. Februar 2010 aus. Anfragen bitte an WWF-Medienassistent Stefan Thiemer, Tel. 01-48817-239, stefan.thiemer@wwf.at.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten
WWF-Erfolg: Wisente erfolgreich im Kaukasus ausgewildert
Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.
Aschermittwoch: WWF empfiehlt heimischen Bio-Fisch als Alternative zu Hering und Co
Weltmeere drastisch überfischt – Nordatlantische Heringsbestände in kritische Bereiche gesunken – 92 Prozent des konsumierten Fischs in Österreich importiert
Schutz der Mur: Slowenische Regierung stoppt endgültig alle Kraftwerkspläne
WWF begrüßt Konzessionsentzug für acht geplante Wasserkraftwerke an der Mur an der Grenze zur Steiermark – Weg frei für Renaturierung im UNESCO-Biosphärenpark










