Umweltschutzorganisation nennt drei Messlatten für die COP31: Fossilausstieg, Entwaldungsstopp und Abbau fossiler Subventionen – WWF fordert Umsetzung auch in Österreich
Der WWF macht den Mythen-Check zum Fischotter
Wien, 10. März 2017. Ist der Fischotter tatsächlich ein blutrünstiger Fischmörder, der die Fischbestände dezimiert und sogar ausrottet? Die Umweltorganisation WWF räumt mit Vorurteilen und rudimentärem Wissen rund um den Fischotter auf und macht den Mythen-Check.
Mythos 1: Fischotter vermehren sich rasant und müssen durch Eingriffe reguliert werden
Das Gegenteil ist der Fall. Die Reproduktionsrate des Fischotters ist gering: Junge Fischotter werden von ihrer Mutter ungewöhnlich lange, nämlich mindestens ein Jahr, betreut. Von diesen erreichen nur etwa 50 Prozent das Erwachsenenalter. In ihrem Leben bekommt ein Otterweibchen durchschnittlich zweimal Junge. Daraus ergibt sich ein sehr langsames Wachstum der Fischotterbestände. Durch ihre territoriale Lebensweise reguliert sich der Fischotter-Bestand ohne Zutun des Menschen durch das Angebot an Lebensraum und Nahrung. Abschüsse durch den Menschen wären kontraproduktiv. Es braucht andere Lösungen für die Konflikte mit Fischern und Teichwirten. Hier geht es zur Petition des WWF: www.wwf.at/fischotter-petition
Mythos 2: Fischotter fressen Flüsse und Bäche leer.
Österreichs Flüsse und Bäche sind auf Grund von Wasserkraftwerken und Verbauungen in einem schlechten ökologischen Zustand und nur noch selten natürlich oder naturnah. Die Fließgewässer sind als Lebensraum für Fische und andere dort heimische Arten immer weniger geeignet. Es fehlen den Fischen geeignete Plätze zum Laichen und Deckung vor ihren Fressfeinden. Der Besatz mit nicht angepassten Zuchtfischen bedeutet für den Fischotter leichte Beute.
Mythos 3: Fischotter rotten Amphibien, Krebse und Muscheln aus.
Der Fischotter ernährt sich größtenteils von Fisch, doch auch Amphibien, Krebse und Muscheln gehören zum Beutespektrum des Fischotters. Der Zusammenbruch von Amphibienbeständen in den letzten Jahrzehnten ist eine Folge von flächendeckend vorgenommenen Trockenlegungen von Feuchtgebieten sowie Verbauungsmaßnahmen an Gewässern. Heimische Krebsbestände hingegen leiden vor allem an der Krebspest, die durch den Besatz mit amerikanischen Krebsen in heimische Gewässer eingeschleppt wurde. Flussperlmuscheln wiederum leiden unter der schlechten Gewässerqualität.
Mythos 4: Fischotter wurden ausgesetzt.
Es hat zu keinem Zeitpunkt eine Wiederansiedlung oder einen Besatz des Fischotters in Österreich gegeben. Die Wiederausbreitung des Fischotters in Teilen Österreichs erfolgte ausschließlich auf natürlichem Weg, ausgehend von einigen wenigen überlebenden Tieren in den 1980er Jahren in Österreich und in angrenzenden Gebieten unserer Nachbarstaaten.
Weitere Informationen:
Gerhard Auer, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 oder 0676-83488231, E-Mail: gerhard.auer@wwf.at
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