Studie der Uni Graz zeigt steigende Kosten des Nicht-Handelns – WWF fordert verbindliche Klimaziele, Abbau klimaschädlicher Förderungen und mehr natürlichen Schutz vor Extremwetter
Die größte Katze der Welt: Rettung für den Sibirischen Tiger
Hunchun/China, 30. August 2010 – Die chinesische Provinz Jilin und die russische Provinz Primorsky werden das erste grenzüberschreitende Schutzgebiet zur Rettung des vom Aussterben bedrohten Amur- oder Sibirischen Tigers einrichten. Das haben die beiden Provinzen gestern anlässlich des Amurtiger-Festivals im heurigen chinesischen Jahr des Tigers in der chinesischen Stadt Hunchun beschlossen. Das Abkommen, das auf Initiative und mit der Hilfe des WWF unterzeichnet wurde, ist ein wichtiger Schritt zur aktuellen Kampagne des WWF die Zahl der wildlebenden Tiger bis 2022 zu verdoppeln. Zur Zeit wird die Gesamtzahl der noch in freier Wildbahn lebenden Sibirischen Tiger, auf etwa 500 geschätzt.
Das Abkommen, das gestern von den russischen und chinesischen Behörden unterschrieben wurde, sieht die Einrichtung von Schutzgebieten in beiden Provinzen vor. “Das neue Schutzgebiet soll neben dem Sibirischen Tiger auch den Amur-Leoparden, das Moschustier und die asiatische Goralziege schützen”, freut sich WWF-Artenschutzexpertin Jutta Jahrl.
Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit soll der Informationsaustausch verstärkt und das Monitoring der Tiger und deren Beutetiere harmonisiert werden. Weiters sind gemeinsame ökologische Studien sowie eine Kampagne gegen die Wilderei entlang der russisch-chinesischen Grenze geplant. Diese Maßnahmen sind für den WWF bedeutende Schritte in der weltweiten Kampagne zur Rettung der letzten wilden Tiger. Bis zum nächsten chinesischen Jahr des Tigers hat der WWF das Ziel deren Zahl zu verdoppeln.

Amur Tiger © Chris Martin Bahr/WWF-Canon
Die Zerstörung und Zerstückelung der Lebensräume, Wilderei und der Mangel an Beutetieren hat die Zahl der Sibirischen Tiger drastisch reduziert. Der Sibirische Tiger, eine von sechs verbliebenen Unterarten des Tigers, lebt heute nur noch im Osten Russlands und im Nordosten Chinas. In den 1950er Jahren gab es nur mehr etwa 50 Sibirische Tiger in Russland und etwa 200 Individuen in China. In den letzten 50 Jahren hat sich Dank strenger Schutzmaßnahmen die Population wieder erhöht. Von den knapp 500 heute noch existierenden wilden Sibirischen Tigern leben 95 Prozent in Russland.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts streiften noch über 100.000 Tiger durch Asien. Heute sind es nach WWF-Schätzungen nur noch rund 3.200 Exemplare. Eine Deklaration zum Schutz der Tiger wurde im Juli 2010 in Bali/Indonesien von 13 Staaten unterzeichnet. Ende dieses Jahres soll auf dem Tiger-Gipfel in St. Petersburg von den Staats- und Regierungschefs der “Tigerstaaten” ein weitreichendes Abkommen vereinbart werden. Auch der Hollywoodstar Leonardo DiCaprio setzt sich gemeinsam mit dem WWF für das Überleben der Tiger ein: www.SaveTigersNow.org.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 franko.petri@wwf.at.
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