Geplante Erweiterung in Kronstorf verschärft Druck auf Böden und Wasser der Region – WWF verlangt volle Transparenz und verbindliche Auflagen von Landesregierung
Dritte Flughafenpiste: Entscheidung für Klimaschutz und Wirtschaftschancen
Wien, 22. März 2017. Die Umweltorganisation WWF begrüßt die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtshofes in Sachen dritte Flughafenpiste. Der Klimaschutz ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, was auch die Ratifizierung des Pariser Klimaschutzabkommens im Juli 2016 deutlich macht. „Österreich hat sich zu einem Weg bekannt, der zu einer mindestens 90-prozentigen Treibhausgasreduktion führen wird. Die Klimaschutzverantwortung Österreichs darf nicht mit so einem großen Einzelprojekt torpediert werden, noch dazu, wo es gangbare Alternativen mit großem Wirtschafts- und Arbeitsplatzpotenzial gibt“, so Karl Schellmann, WWF-Klima- und Energiesprecher. Die derzeit in Entwicklung befindliche Energie- und Klimastrategie des Bundes „muss den Verkehrsminister durch verbindliche Klimaschutzziele und einen Mobilitätsplan in Richtung Öffis und Schiene unterstützen. Die Klimaschutzsorge für unsere Kinder darf hier nicht durch Anlassgesetzgebung vernichtet werden“, fordert Schellmann.
Die Klimaschäden kosten Österreich bereits 1 Milliarde Euro pro Jahr, Tendenz stark steigend. Das Wifo errechnete 3,8 bis 4,7 Milliarden Euro an umweltschädlichen Subventionen. Davon gehen alleine für die Subventionen „Mineralölsteuerbefreiung Kerosin“ und „Mehrwertsteuerbefreiung für internationale Flüge“ 515 Millionen Euro jährlich an den Flugverkehr. Öffentlicher Verkehr braucht um ein vielfaches weniger Energie als Autos und Flugzeuge und könnte so auch die Geldbörsen der Urlauber schonen und die Kosten für Unternehmen reduzieren. „Durch die massive Steuersubventionierung des Flugverkehrs ist die Kostensituation hier aber so verzerrt, dass dieser Mehrwert nicht lukriert werden kann. Die Allgemeinheit zahlt für die Billigflieger, in die notwendige Weiterentwicklung der Angebote im öffentlichen Verkehr und im Gütertransport auf der Schiene wird nicht ausreichend investiert. Statt unser aller Geld wegfliegen zu lassen, sollten öffentliche Verkehrssysteme ausgebaut werden, die den Europäischen Zentralraum vernetzen. Bei den Bahnverbindungen fehlt es sowohl an Strecken als auch an einer guten Koordination und Kommunikation der Angebote“, so Schellmann.
2015 verzeichnete der Flughafen Wien 22 Millionen Passagiere (ohne Transit). 10 Millionen davon flogen in Zug-Distanzen. Venedig (109.700), München (550.992), Frankfurt (1.175.003) und Paris (749.908) sind hier exemplarische Beispiele. „Ein Ausbau der Bahnverbindungen für diese Passagiere, aber auch für den Gütertransport würde den Flughafen massiv entlasten und einen sicher noch deutlich größeren Wirtschafts- und Beschäftigungsimpuls liefern. Die ÖBB rechnen mit 17.000 neuen Arbeitsplätzen pro einer Milliarde Euro Investition in Bahn-Infrastrukturen“, so Schellmann abschließend.
Rückfragehinweis:
Mag. Gerhard Auer, WWF Pressesprecher, 0676 83488231, gerhard.auer@wwf.at
Karl Schellmann, WWF Leitung Klimaschutz & Energie, 0676 83488249, karl.schellmann@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF zur Roten Liste: Artensterben reicht von der Tiefsee bis in die Wüste
Neue Daten zeigen Bedrohung durch Tiefseebergbau, Industrieprojekte und invasive Arten – WWF fordert mehr Schutzgebiete und Stopp für riskante Naturzerstörung
Tiefseebergbau gefährdet globale Sicherheit, Klima und Artenvielfalt – WWF fordert Moratorium
Internationale Konferenz berät über Abbau von seltenen Rohstoffen in der Tiefsee Ende Juli – Neue Studie beschreibt globale Negativ-Folgen durch Zerstörung artenreicher Tiefsee-Lebensräume – WWF fordert Stopp der Abbaupläne
WWF warnt: Viele Flüsse gehen mit Niedrigwasser in den Hochsommer
An rund 85 Prozent der Pegel lagen die Juni-Abflüsse unter dem langjährigen Mittel – Hohe Wassertemperaturen verschärfen Lage für Fische und Gewässerlebensräume
WWF warnt vor Tabubruch im Lech-Schutzgebiet
Wasser aus intaktem Namloserbach im Natura-2000-Gebiet soll großteils abgeleitet werden – WWF sieht Genehmigungsfähigkeit höchst fraglich und fordert E-Werke Reutte zum Abbruch der Planungen auf
Tiwag-Gehälter: WWF fordert neue Strategie für Landeskonzern
Debatte über millionenschwere Vorstandsbezüge zeigt großen Reformbedarf bei Transparenz, Gemeinwohl und Naturverträglichkeit
Invasive Arten im Mittelmeer: WWF warnt vor Folgen für Artenvielfalt, Fischerei und Tourismus
Hasenkopf-Kugelfisch, Rotfeuerfisch, blaue Schwimmkrabbe & Co. bedrohen Mittelmeer-Lebensraum – WWF fordert: Natürliche Feinde wie Haie, Rochen und Oktopusse besser schützen; Überfischung stoppen; Meeresschutz ausweiten
WWF-Analyse: Untere Lobau fehlt im Renaturierungsatlas für Gewässer
Ausgerechnet eines der wichtigsten Sanierungsgebiete im Nationalpark Donau-Auen ist bisher nicht ausgewiesen – WWF sieht kritische Lücke und fordert Nachmeldung durch Wien und Niederösterreich beim Umweltministerium
Rekordtemperaturen, Massentourismus, Überfischung: WWF fordert 5-Punkte-Schutzpaket für das Mittelmeer
Umweltschutzorganisation macht auf dramatischen Zustand des Mittelmeers aufmerksam – Konkrete Maßnahmen gegen Plastikverschmutzung, Überfischung, intensive Schifffahrt und Artensterben gefordert













