Ende der Begutachtung – WWF fordert Rücknahme der Vorarlberger Biber-Verordnung

7. September 2026 | Arten, Österreich, Politische Arbeit, Presse-Aussendung

Naturschutzorganisation legt Stellungnahme vor – Entwurf sieht jährliche Tötungskontingente von bis zu 32 Tieren vor – WWF fordert Vorrang für Prävention
Ein nasser Biber sitzt am Rand eines Gewässers, neben grünen Pflanzen, mit Blick direkt in die Kamera.

Bregenz, am 7. September 2026 – Mit dem heutigen Ende der sechswöchigen Begutachtungsfrist fordert der WWF die Vorarlberger Landesregierung auf, den Entwurf der Bibermanagementverordnung zurückzuziehen. „Die geplante Verordnung widerspricht dem europäischen Naturschutzrecht. Statt pauschaler Tötungskontingente braucht Vorarlberg einen konsequenten Vorrang für Prävention und fachkundige Biberberatung“, kritisiert WWF-Expertin Sarah Stöger. Angesichts des jüngsten Dürresommers verweist die Naturschutzorganisation zugleich auf die Leistungen des „Baumeisters der Natur“: Biber schaffen wertvolle Feuchtgebiete, halten Wasser in der Landschaft und können dadurch die Folgen von Hochwasser und Dürre abmildern.

Der Entwurf sieht Tötungskontingente von bis zu 32 Bibern pro Jagdjahr vor. Davon entfallen bis zu 23 Tiere auf das reguläre Kontingent, weitere neun könnten laut dem Land in „besonders dringlichen Gefahrenlagen“ getötet werden. Der Biber ist jedoch in der EU streng geschützt. Ausnahmen müssen laut Unionsrecht streng begründet und anhand des Einzelfalls beurteilt werden. „Pauschale Tötungskontingente untergraben diesen Grundsatz. Vor jeder Tötung müssen sämtliche Alternativen ausgeschöpft und der konkrete Fall unabhängig geprüft werden. Wild sein ist kein Verbrechen“, sagt Stöger.

Auch beim Rechtsschutz warnt der WWF vor erheblichen Lücken. Verordnungen, die Ausnahmen vom Schutz streng geschützter Arten ermöglichen, hat die EU-Kommission in einem laufenden Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich bereits ausdrücklich problematisiert. „Das Land sollte die Warnung aus Brüssel ernst nehmen und seinen Entwurf zurückziehen. Irreversible Eingriffe brauchen laut EU-Recht eine wirksame gerichtliche Kontrolle“, sagt Stöger.

Biber als Verbündete gegen Dürre und Klimakrise
Biber schaffen durch ihre Dämme wertvolle Feuchtgebiete, halten Wasser länger in der Landschaft und fördern die Artenvielfalt. Gerade bei zunehmender Trockenheit können diese natürlichen Wasserspeicher besonders wertvoll sein. Eine im März 2026 veröffentlichte Studie an einem Biber-Feuchtgebiet in der Schweiz zeigt zudem, dass Biber Gewässerkorridore in langfristige Kohlenstoffsenken verwandeln können.

Bildmaterial zum Biber finden Sie hier.

Rückfragen

Valentin Ladstätter
Pressesprecher, WWF Österreich

News

Aktuelle Beiträge

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.

Rechtgrundlage dafür ist unser berechtigtes Interesse (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO) und deine Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO ) zur Nutzung bestimmter Cookies. Diese kannst du über den entsprechenden Link im Footer der Website jederzeit überprüfen.

Ausführliche Informationen zur Nutzung, Speicherdauer und Übertragung ihrer personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit den von uns verwendeten Cookies finden sie in unserer Datenschutzerklärung im Bereich 8.Verarbeitungsvorgänge.

HINWEIS:
Bei Cookies von Drittanbietern die in den USA niedergelassen sind, werden diese ebenfalls nur nach Ihrer Einwilligung gesetzt da den USA vom Europäischen Gerichtshof kein angemessenes Datenschutzniveau bescheinigt wird. So besteht insbesondere das Risiko, dass Ihre Daten dem Zugriff durch US-Behörden zu Kontroll- und Überwachungszwecken unterliegen und dagegen keine wirksamen Rechtsbehelfe zur Verfügung stehen.