14 Städte untersucht: Planungslücken bei Maßnahmen, Finanzierung und Erfolgskontrolle – WWF fordert langfristige Begrünungsplanung und mehr Unterstützung durch Bund und Länder
Ende der Begutachtung – WWF fordert Rücknahme der Vorarlberger Biber-Verordnung

Bregenz, am 7. September 2026 – Mit dem heutigen Ende der sechswöchigen Begutachtungsfrist fordert der WWF die Vorarlberger Landesregierung auf, den Entwurf der Bibermanagementverordnung zurückzuziehen. „Die geplante Verordnung widerspricht dem europäischen Naturschutzrecht. Statt pauschaler Tötungskontingente braucht Vorarlberg einen konsequenten Vorrang für Prävention und fachkundige Biberberatung“, kritisiert WWF-Expertin Sarah Stöger. Angesichts des jüngsten Dürresommers verweist die Naturschutzorganisation zugleich auf die Leistungen des „Baumeisters der Natur“: Biber schaffen wertvolle Feuchtgebiete, halten Wasser in der Landschaft und können dadurch die Folgen von Hochwasser und Dürre abmildern.
Der Entwurf sieht Tötungskontingente von bis zu 32 Bibern pro Jagdjahr vor. Davon entfallen bis zu 23 Tiere auf das reguläre Kontingent, weitere neun könnten laut dem Land in „besonders dringlichen Gefahrenlagen“ getötet werden. Der Biber ist jedoch in der EU streng geschützt. Ausnahmen müssen laut Unionsrecht streng begründet und anhand des Einzelfalls beurteilt werden. „Pauschale Tötungskontingente untergraben diesen Grundsatz. Vor jeder Tötung müssen sämtliche Alternativen ausgeschöpft und der konkrete Fall unabhängig geprüft werden. Wild sein ist kein Verbrechen“, sagt Stöger.
Auch beim Rechtsschutz warnt der WWF vor erheblichen Lücken. Verordnungen, die Ausnahmen vom Schutz streng geschützter Arten ermöglichen, hat die EU-Kommission in einem laufenden Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich bereits ausdrücklich problematisiert. „Das Land sollte die Warnung aus Brüssel ernst nehmen und seinen Entwurf zurückziehen. Irreversible Eingriffe brauchen laut EU-Recht eine wirksame gerichtliche Kontrolle“, sagt Stöger.
Biber als Verbündete gegen Dürre und Klimakrise
Biber schaffen durch ihre Dämme wertvolle Feuchtgebiete, halten Wasser länger in der Landschaft und fördern die Artenvielfalt. Gerade bei zunehmender Trockenheit können diese natürlichen Wasserspeicher besonders wertvoll sein. Eine im März 2026 veröffentlichte Studie an einem Biber-Feuchtgebiet in der Schweiz zeigt zudem, dass Biber Gewässerkorridore in langfristige Kohlenstoffsenken verwandeln können.
Bildmaterial zum Biber finden Sie hier.
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