Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf
EU präsentiert Report zur Lage von Europas Natur
WWF Presseaussendung
Brüssel, 20. Mai 2015 – Heute veröffentlichte die Europäische Kommission ihre neue Einschätzung über die Lage der Natur in der EU. Der Report zeigt, dass der Verlust der biologischen Vielfalt weiterhin fortschreitet und der Zustand der Natur ernst ist. Nur 23 Prozent der Arten und 16 Prozent der Lebensräume sind noch in einem intakten Zustand. Doch der Bericht zeigt auch zum ersten Mal und durch konkrete Beispiele aus ganz Europa, dass sich die Natur erholen kann, wenn sie ausreichend geschützt ist und entsprechende Schutzmaßnahmen gesetzt werden. Für den WWF ist die Erkenntnis wichtig, dass die EU-Vogelschutzrichtlinie sowie die Fauna-und-Flora-Habitatrichtlinie (Naturschutzrichtlinien) als wirksam bestätigt wurden. Sie sind die wichtigsten Rechtsinstrumente um die Erhaltung der Natur in der EU zu gewährleisten.
„Präsident Juncker sollte diesen Bericht, der von seiner eigenen Kommission erarbeitet wurde, aufmerksam lesen. Der Bericht zeigt die richtigen Werkzeuge wie etwa das europaweite Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000, mit dem sowohl Europas Natur zu gerettet werden kann ohne dabei die Erholung unserer Wirtschaft zu behindern. Wichtig ist jetzt Europas enormen Naturschatz gegen die zunehmenden Bedrohungen durch intensive Landwirtschaft und nicht nachhaltige Energie- und Verkehrsprojekte zu verteidigen. Es gibt gute Möglichkeiten um mit der Natur zu arbeiten und diese zahlen sich immer aus“, sagte heute der Direktor des europäischen WWF-Büros in Brüssel, Tony Long.
Der WWF hofft, dass dieser neue wissenschaftliche Report in die aktuell laufende Bewertung der Naturschutzrichtlinien durch die EU einfließen wird. Konkrete Beispiele aus verschiedenen Ländern zeigen klar die Vorteile des Naturschutzes auch für die Menschen. Deshalb hat der WWF gemeinsam mit anderen Organisationen auch dazu aufgerufen die Wichtigkeit der Naturschutzrichtlinien für Europas Natur und die europäische Bevölkerung zu unterstreichen. Über 100.000 EU-Bürger haben im Rahmen der laufenden Kampagne zum Erhalt der Natura-2000-Gesetzgebung die Kommission aufgefordert, diese Gesetze zu verteidigen.
Der Bericht bestätigt den schlechten Zustand der Natur in der gesamten EU. Intensive Landwirtschaft sowie die schädliche Energie- und Verkehrsinfrastruktur werden als Hauptursachen für den derzeitigen Niedergang und die Verschlechterung der Natur identifiziert. Ein Beispiel hierfür ist der dramatische Zustand von Flüssen, Feuchtgebieten und Seen. 51 Prozent der Lebensräume in Feuchtgebieten sind in einem schlechten Zustand.
In ihren Schlussfolgerungen erkennt die Kommission die wichtige Rolle von Natura 2000 bei der Unterstützung der Erholung der gefährdeten Lebensräume und Arten an. Der WWF fordert nun die EU-Entscheidungsträger in Brüssel und in den Mitgliedstaaten auf, diese Schlussfolgerungen ernsthaft einzubeziehen, wenn diese in den nächsten Monaten über die Zukunft der Naturgesetze der EU entscheiden werden.
Der WWF und mehr als 100 andere Umweltorganisationen in ganz Europa starteten am 12. Mai eine europaweite Kampagne, an der sich alle EU-Bürger im Rahmen einer EU-Konsultation beteiligen und sich gegen die Aufweichung des Naturschutzrechts in den EU-Ländern engagieren können: www.wwf.at/natura2000.
Rückfragehinweise:
Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at.
Andreas Baumüller, Europäisches Büro des WWF/Brüssel, Tel. +32 (0)498-540786, E-Mail: abaumueller@wwf.eu.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Klimaschutz-Monitor: Schlechte Klimapolitik wird zum Milliardenrisiko
Analyse nach erstem Jahr der Dreier-Koalition zeigt große Defizite – Bundesregierung verspielt Erreichen der Klimaziele und erzeugt Milliardenrisiken für Budget – WWF fordert Kurskorrektur
Bundesregierung: Erstes Bodenschutz-Zeugnis zeigt große Defizite
WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten
WWF-Erfolg: Wisente erfolgreich im Kaukasus ausgewildert
Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.













