Analyse nach erstem Jahr der Dreier-Koalition zeigt große Defizite – Bundesregierung verspielt Erreichen der Klimaziele und erzeugt Milliardenrisiken für Budget – WWF fordert Kurskorrektur
Europaparlament für höhere EU-Klimaziele: WWF fordert weitere Schritte
Knappe Mehrheit für Reduktionsziel von 60 Prozent bis 2030: WWF Österreich sieht Schritt in die richtige Richtung, der aber nicht weit genug geht – Bundesregierung muss sich für höhere Paris-konforme Ziele einsetzen
Brüssel, Wien, am 7. Oktober 2020. Das Europäische Parlament hat sich dafür ausgesprochen, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um 60 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu senken. Die Umweltschutzorganisation WWF Österreich bewertet das knappe Votum als Schritt in die richtige Richtung, der aber noch nicht weit genug geht. „Um dem Pariser Klimavertrag gerecht zu werden, müssen die CO2-Emissionen bis 2030 um zumindest 65 Prozent sinken – und das ohne Tricks und Schlupflöcher. Unser Klima kann nur dann stabilisiert werden, wenn der C02-Ausstoß massiv und rasch reduziert wird“, kommentiert WWF-Klimasprecherin Lisa Plattner das Ergebnis der Abstimmungen zum EU-Klimagesetz.
„In den weiteren Verhandlungen müssen jetzt vor allem die Staats- und Regierungschefs eine ambitionierte Lösung ermöglichen“, fordert WWF-Klimasprecherin Lisa Plattner. „Wir müssen Europa langfristig krisensicher aufstellen. Dafür braucht es neben starken Zielen auch konkrete Reformen, die an den Wurzeln der Probleme ansetzen – vom viel zu hohen Energieverbrauch über klimaschädliche Steuersysteme bis zur fossilen Mobilität“, sagt Lisa Plattner. „Wir kennen die Lösungen und müssen dafür nicht auf Innovationen warten. Wir brauchen mehr Zeit? Sorry, die haben wir leider nicht.“
Bundesregierung muss sich für höhere Ziele einsetzen
Der WWF fordert von Bundeskanzler Sebastian Kurz und der gesamten Bundesregierung, dass Österreich in Brüssel für höhere Klimaziele eintritt. „Das ist nicht nur eine Frage der Klimagerechtigkeit, sondern auch der eigenen Glaubwürdigkeit“, sagt Lisa Plattner und verweist dazu auf einen türkis-grünen-Beschluss im EU-Unterausschuss des Nationalrats. Dieser Antrag auf Stellungnahme normiert „ein dem Pariser Übereinkommen entsprechendes Ambitionsniveau“ und legt fest, dass sich Österreich „konsequent in der Gruppe der Klimaschutz-Vorreiter positionieren“ muss. „Wenn andere Länder höhere Ziele fordern, muss die Bundesregierung mitziehen“, sagt Plattner mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen zum EU-Klimaschutzgesetz.
Rückfragehinweis:
WWF Österreich
Mag. Volker Hollenstein
Leitung Politik und Kommunikation
volker.hollenstein@wwf.at
+43 664 501 31 58
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Bundesregierung: Erstes Bodenschutz-Zeugnis zeigt große Defizite
WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten
WWF-Erfolg: Wisente erfolgreich im Kaukasus ausgewildert
Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.
Aschermittwoch: WWF empfiehlt heimischen Bio-Fisch als Alternative zu Hering und Co
Weltmeere drastisch überfischt – Nordatlantische Heringsbestände in kritische Bereiche gesunken – 92 Prozent des konsumierten Fischs in Österreich importiert










